
Parallele Gespräche in Doha und Manama: Diplomatische und militärische Bemühungen um die Straße von Hormus
Während in Katar technische Verhandlungen zwischen den USA und Iran über Schifffahrt und eingefrorene Vermögen stattfanden, bekräftigten zwölf Regionalstaaten unter US-Führung in Bahrain ihr gemeinsames Bekenntnis zur freien Durchfahrt.
In der katarischen Hauptstadt Doha haben am Mittwoch indirekte technische Gespräche zwischen Washington und Teheran stattgefunden, die von Katar und Pakistan vermittelt wurden. Wie das katarische Außenministerium mitteilte, erzielten die Unterhändler positive Fortschritte bei Fragen, die sich aus dem Mitte Juni unterzeichneten Memorandum of Understanding ergeben. Gegenstand der Gespräche waren nach übereinstimmenden Berichten von Reuters und Axios die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte in Höhe von sechs Milliarden Dollar sowie die Festigung der Waffenruhe im Libanon. Die nächste Verhandlungsrunde soll demnach nach den Trauerzeremonien für das iranische Staatsoberhaupt Ali Khamenei angesetzt werden. Parallel dazu führte das US-Zentralkommando (CENTCOM) am selben Tag in Manama einen regionalen Sicherheitsdialog mit hochrangigen Militärvertretern aus zwölf Staaten durch, darunter erstmals Syrien und der Libanon. Die Teilnehmer bekräftigten laut CENTCOM ihr gemeinsames Bekenntnis zur Gewährleistung des freien Handelsverkehrs durch die Meerenge und vereinbarten die Einrichtung einer neuen Koordinierungszelle für die Luftverteidigung im Nahen Osten.
Aus Washingtoner Sicht steht die Sicherung der ungehinderten Passage durch die Straße von Hormus im Vordergrund. Präsident Donald Trump sprach von sehr guten Treffen und einem voranschreitenden Prozess der nuklearen Abrüstung Irans. Nach Angaben von mit den Gesprächen vertrauten Quellen sicherten amerikanische Unterhändler der iranischen Seite zu, auf eine Zurückhaltung Israels und die Einhaltung der Waffenruhe im Libanon hinzuwirken. Teheran hingegen verfolgt laut Reuters unter Berufung auf zwei hochrangige iranische Quellen das Ziel, seine Kontrolle über die Straße von Hormus und das Recht, von passierenden Schiffen Gebühren zu erheben, international anerkennen zu lassen. Die iranische Führung habe zudem deutlich gemacht, dass sie notfalls bereit sei, diese Kontrolle mit Gewalt durchzusetzen. Die Freigabe der blockierten Vermögenswerte gilt als zentrale Forderung der iranischen Seite.
Die parallelen diplomatischen und militärischen Initiativen sind Teil eines fragilen Deeskalationsprozesses. Grundlage ist ein 14 Punkte umfassendes Memorandum of Understanding, das nach Vermittlung durch Pakistan und Katar elektronisch von den Präsidenten Massud Peseschkian und Donald Trump unterzeichnet wurde. Es beendete den Krieg, der Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran begonnen hatte, öffnete die Straße von Hormus wieder und legte eine 60-tägige Verhandlungsfrist für ein dauerhaftes Friedensabkommen fest. Vergeltungsschläge der vergangenen Woche hatten zwischenzeitlich Zweifel an der Tragfähigkeit der Vereinbarung aufkommen lassen. Nach Angaben von CNN passierten in den letzten 24 Stunden mindestens 35 Handelsschiffe die Meerenge – ein Wert, der weiterhin deutlich unter dem Vorkriegsdurchschnitt von rund 110 Schiffen täglich liegt, während Störungen der GPS-Systeme in den vergangenen Wochen spürbar zurückgegangen sind.
Die technischen Gespräche in Doha werden im Rahmen der 60-Tage-Frist fortgesetzt. Das katarische Außenministerium kündigte an, der Termin für das nächste Treffen solle schnellstmöglich nach dem Ende der Trauerfeierlichkeiten festgelegt werden. Die neu geschaffene Koordinierungszelle für die Luftverteidigung soll den Informationsaustausch über Bedrohungen verbessern und die gemeinsame Reaktionsfähigkeit in der Region stärken. Das Dossier bleibt damit auf mehreren Ebenen in Bewegung: Während die militärische Kooperation unter US-Führung auf Abschreckung und Stabilität zielt, suchen die diplomatischen Kanäle nach einer dauerhaften Regelung für die strategisch zentrale Wasserstraße und die damit verknüpften finanziellen und sicherheitspolitischen Streitfragen.
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Trotz öffentlicher Dementis aus Teheran wurden in Doha indirekte technische Gespräche zwischen den USA und dem Iran mit katarischen und pakistanischen Vermittlern still wieder aufgenommen. Amerikanische Gesandte bereiteten den Boden, nahmen aber nicht direkt teil, während die iranische Delegation Bank- und Landwirtschaftsvertreter umfasste, was auf eine Agenda mit eingefrorenen Vermögenswerten und der Straße von Hormus hindeutet. Die Kluft zwischen offiziellen Dementis und den tatsächlichen Gesprächen unterstreicht die Zerbrechlichkeit des diplomatischen Weges.
Die Gespräche in Doha sind Teil des im Juni unterzeichneten 60-tägigen Waffenstillstandsabkommens, das den im Februar ausgebrochenen Krieg beenden soll. Die Fortschritte werden als positiv bezeichnet, und die technischen Diskussionen konzentrieren sich auf eingefrorene iranische Vermögenswerte und die Sicherheit der Straße von Hormus. Katars Vermittlung wird als zentraler Baustein auf dem Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen dargestellt.
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