
Sozialleistungen im Umbruch: Teheran führt Lebensmittelkarte ein, Moskau erhöht Familienhilfen
Iran startet eine universelle Lebensmittelkarte für alle Bürger; Russland kündigt höheres Mutterschaftskapital und Renten an; Bangladesch senkt die Steuerlast für Erstantragsteller.
Weltweit passen Staaten derzeit ihre Sozialtransfersysteme an, um auf steigende Lebenshaltungskosten zu reagieren. In Iran beginnt am 15. Tir 1405 (entspricht dem 6. Juli 2026) die Ausgabe einer monatlich mit einer Million Toman pro Kopf aufgeladenen Lebensmittelkarte – ein Programm, das ausdrücklich alle im Land lebenden Iraner unabhängig von der Einkommensstufe einschließt. Parallel dazu hat in Moskau der Duma-Abgeordnete Alexej Gowyrin eine Indexierung des Mutterschaftskapitals für 2027 um voraussichtlich 5,2 Prozent in Aussicht gestellt, womit die Zahlung für das erste Kind auf etwa 767.000 Rubel, für das zweite auf bis zu 1,013 Millionen Rubel steigen würde.
Nach Teheraner Regierungsangaben wird die als Kala-Berg bezeichnete Karte am Stichtag zunächst für Haushaltsvorstände mit bestimmten Endziffern der nationalen ID sowie für Empfänger von Sozialhilfe freigeschaltet. Das Guthaben kann für Grundnahrungsmittel wie Reis, Öl, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Fleisch und Obst eingelöst werden. Die zuständigen Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Soziales sowie die Planungsbehörde beraten unterdessen über eine Erhöhung des Betrags, wobei Teile der Regierung eine Ausweitung nur bei gleichzeitigem Ausschluss von Haushalten finanzieren wollen, während andere Ressorts eine breitere Finanzierung ohne Leistungskürzungen anstreben. Ökonomen verweisen auf das Phänomen einer „armen Mittelschicht“, weil Lohnzuwächse mit der Inflation nicht Schritt halten.
Aus Moskauer Sicht ist das Mutterschaftskapital ein Kerninstrument der Familienförderung. Die genannte Summe von 767.000 Rubel basiert auf einem Prognosekoeffizienten; die endgültige Höhe legt die Regierung nach Feststellung der Inflationsrate für 2026 fest. Familien, die bereits für das erste Kind eine Bescheinigung erhielten, können bei Geburt eines zweiten Kindes mit einer Zusatzzahlung von rund 247.000 Rubel rechnen. Unabhängig davon steigen in Russland zum 1. August 2026 die Renten für mehrere Gruppen: arbeitende Rentner erhalten maximal 470,28 Rubel zusätzlich (bei einem Punktwert von 156,76 Rubel), auch Bezieher der kapitalgedeckten Rente, über 80-Jährige sowie ehemalige Piloten und Bergleute profitieren. In der öffentlichen Debatte wird zudem gefordert, die Höhe des Mutterschaftskapitals an der sozialen Wohnflächennorm von 18 Quadratmetern pro Person auszurichten.
In Bangladesch gewährt die nationale Steuerbehörde (NBR) Erstantragstellern weiterhin eine Ermäßigung: Der Mindeststeuerbetrag liegt bei 1.000 Taka statt der üblichen 5.000 Taka. Gleichzeitig wurde die steuerfreie Einkommensgrenze von 350.000 auf 400.000 Taka angehoben, darüber hinaus gelten progressive Sätze von 10 bis 30 Prozent. Die NBR erlaubt ab sofort eine ganzjährige Online-Abgabe der Steuererklärung und setzt Anreize für frühe Einreichungen: Im ersten Quartal des Fiskaljahres gibt es einen Nachlass von 5 Prozent der fälligen Steuer oder 25.000 Taka.
| Russische & GUS-Presse | +0.30 | aligned |
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| Iranische & verwandte Presse | +0.10 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.10 | neutral |
Russia bolsters its family welfare as a bulwark against foreign interference, demonstrating that economic sovereignty yields concrete benefits.
The article draws a parallel between social policy and geopolitical resistance: the increase in maternity capital becomes evidence of Russian resilience.
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