
Shein erhält Pekings Genehmigung für Hongkong-Börsengang – bis zu drei Milliarden Dollar angepeilt
Nach gescheiterten Anläufen in New York und London rückt der Fast-Fashion-Konzern mit der CSRC-Freigabe und einem anstehenden Börsenhearing seinem IPO-Ziel näher.
Die chinesische Wertpapieraufsicht CSRC hat Shein am 10. Juli die lange ausstehende Genehmigung für eine Börsennotierung in Hongkong erteilt. Damit ist der Weg frei für ein öffentliches Angebot, das nach Angaben mit den Plänen vertrauter Personen ein Volumen von zwei bis drei Milliarden US-Dollar erreichen und bereits im August über die Bühne gehen könnte. Für den 16. Juli ist eine Anhörung vor dem zuständigen Komitee der Hongkonger Börse angesetzt.
Die Freigabe beendet eine mehrjährige Odyssee. Ursprünglich hatte Shein einen Börsengang in New York verfolgt, scheiterte dort jedoch an politischem Widerstand. Senatoren in Washington forderten die US-Börsenaufsicht SEC auf, das IPO zu blockieren, solange Shein nicht belege, keine Zwangsarbeit von Uiguren in seiner Lieferkette einzusetzen. Ein anschließender Versuch in London wiederum erhielt zwar grünes Licht der britischen Finanzaufsicht, wurde aber von der CSRC nicht genehmigt. Der Konzern, der seinen Sitz 2021 nach Singapur verlegt und seine chinesischen Wurzeln über Jahre heruntergespielt hatte, reichte daraufhin im Sommer 2025 den Antrag in Hongkong ein.
Parallel zum näher rückenden Börsengang kündigt sich ein Wechsel an der Führungsspitze an. Donald Tang, der als Executive Chairman und amerikanisch-chinesischer Milliardär das öffentliche Gesicht des Unternehmens prägte, wird in eine Beraterrolle wechseln. Tang war von Gründer Sky Xu gezielt als westliche Repräsentanz installiert worden, um in Washington Lobbyarbeit zu leisten und regulatorische Hürden auszuräumen. Aus dem Umfeld des Unternehmens verlautet, dass Xu selbst die Roadshow vor dem Listing leiten dürfte. Zugleich lastet auf Shein erheblicher Bewertungsdruck: Hatten Investoren den Konzern 2022 noch mit 100 Milliarden Dollar taxiert, drängen Anteilseigner nun auf eine Absenkung auf rund 30 Milliarden Dollar. Zusätzlich belasten Zölle, die Konkurrenz durch Temu und verschärfte regulatorische Kontrollen das Geschäft.
Die endgültigen Parameter der Emission – Volumen, Zeitplan und Bewertung – bleiben vorläufig und können sich im weiteren Verfahren ändern. Nach der Anhörung an der Hongkonger Börse stünde die Roadshow an, gefolgt von der Zeichnungsfrist. Ein Börsendebüt im Spätsommer oder Herbst gilt als realistischer Zeithorizont.
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Russland verbucht das Finanzgeschäft als Tatsache, ohne Wertung.
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China hinterfragt die Zukunft der Shein-Führung und fragt sich, ob der Gründer ins Rampenlicht treten wird.
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