
Wimbledon-Auslosung: Serena Williams’ Rückkehr gegen 20-jährige Australierin
Die 44-jährige Amerikanerin trifft in der ersten Runde auf Maya Joint, während Titelverteidiger Jannik Sinner und Novak Djokovic aufeinander zusteuern könnten.
Die Auslosung des dritten Grand-Slam-Turniers der Saison am Freitag in London brachte die Paarung, auf die die Tenniswelt seit Wochen gewartet hatte: Serena Williams, 23-fache Major-Siegerin und siebenmalige Wimbledon-Championesse, kehrt nach fast vier Jahren Einzel-Abstinenz auf die grosse Bühne zurück. Ihr erstes Match bestreitet die 44-Jährige am Dienstag gegen die 20-jährige Australierin Maya Joint, die Nummer 53 der Weltrangliste. Williams, die zuletzt bei den US Open 2022 ein Einzel bestritt und damals gegen Ajla Tomljanovic verlor, hatte ihren Verzicht auf das Wort «Rücktritt» stets mit dem Begriff der «Evolution» umschrieben. Nun, nach der Geburt ihres zweiten Kindes und einer erfolgreichen Doppel-Rückkehr an der Seite von Victoria Mboko beim Queen’s Club, wagt sie den nächsten Schritt. In Londoner Tennis-Kreisen wird die Wildcard-Entscheidung des All England Club auch kritisch gesehen: Der ehemalige Wimbledon-Sieger Michael Stich äusserte in einem Pressegespräch Unverständnis, da die Aufmerksamkeit von den übrigen Spielerinnen abgezogen werde.
Im Herreneinzel eröffnet Titelverteidiger Jannik Sinner gegen den Serben Miomir Kecmanović. Der Italiener, der seit seiner überraschenden Zweitrunden-Niederlage bei den French Open kein Pflichtspiel mehr bestritten hat, könnte im Viertelfinal auf Daniil Medwedew und im Halbfinal auf Novak Djokovic treffen. Djokovic, mit sieben Titeln in Wimbledon und 24 Grand-Slam-Trophäen, beginnt gegen den Chinesen Wu Yibing und würde bei einem Aufeinandertreffen im Achtelfinal auf den Brasilianer João Fonseca eine Neuauflage des epischen Fünf-Satz-Duells von Roland Garros erleben, das Fonseca für sich entschied. Der 39-jährige Serbe, der zuletzt eine Vorbereitungspartie absagte, zeigte sich bei einem gemeinsamen Training mit Sinner auf dem Centre Court in gelöster Verfassung – ein spektakulärer Ballwechsel, den Sinner mit einem unerreichbaren Longline-Schlag abschloss, quittierte Djokovic mit Applaus und einem italienischen Kompliment.
Aus südamerikanischer Perspektive richtet sich der Blick auf Fonseca, der gegen den 38-jährigen Spanier Roberto Bautista Agut antritt, sowie auf die Kolumbianerin Camila Osorio. Osorio bestreitet ihr Einzel gegen die Schweizerin Simona Waltert und trifft im Doppel an der Seite der Argentinierin Solana Sierra auf die Williams-Schwestern – ein Duell, das in Bogotá als historisch gewertet wird. Der deutsche French-Open-Sieger Alexander Zverev, an Position zwei gesetzt, startet gegen den Belgier Alexander Blockx. Der Schweizer Stan Wawrinka, 41, bestreitet sein letztes Wimbledon gegen den Italiener Matteo Berrettini. Bei den Damen führt die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka das Feld an, Titelverteidigerin Iga Świątek beginnt gegen Taylor Townsend, und die French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa trifft auf Magda Linette.
Die unmittelbare sportliche Konsequenz: Am Montag beginnt das Turnier, und für Serena Williams geht es nicht nur um das Prestige, sondern auch um die Chance, in Runde zwei auf die Philippinin Alexandra Eala und danach möglicherweise auf Świątek zu treffen. Im Hintergrund schwelt unterdessen ein Konflikt um die Preisgeldverteilung, den führende Spieler und Spielerinnen bei diesem Turnier erneut thematisieren wollen. Die Forderung nach einem höheren Anteil der Einnahmen für die Athleten dürfte die erste Turnierwoche begleiten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Serena Williams' Rückkehr nach Wimbledon ist die einzige Geschichte, die zählt. Wenn sie den Centre Court betritt, wird allein ihre Anwesenheit das gesamte Turnier elektrisieren.
Serena Williams' Comeback wird als goldene Chance für die junge Australierin Maya Joint dargestellt. Mit 44 und als Mutter von zwei Kindern wird Williams als Außenseiterin inszeniert, während die 20-Jährige trotz eigener Formschwäche als Favoritin gilt. Der Altersunterschied und die lange Abwesenheit werden mit einem skeptischen, fast ironischen Unterton hervorgehoben.
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