
Sammelklage wirft DRAM-Herstellern koordinierte Angebotsverknappung vor
Eine in Kalifornien eingereichte Klage beschuldigt Samsung, SK Hynix und Micron, durch abgestimmte Produktionskürzungen die Speicherpreise binnen vier Jahren um rund 700 Prozent in die Höhe getrieben zu haben.
Am 25. Juni reichte eine Gruppe amerikanischer Verbraucher und kleiner Unternehmen vor dem Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eine Sammelklage gegen die drei weltweit dominierenden DRAM-Hersteller ein. Der Vorwurf: Samsung, SK Hynix und Micron hätten unter dem Vorwand der Umstellung auf hochpreisige HBM-Speicher für KI-Rechenzentren die Produktion der gängigen Standards DDR3 und DDR4 koordiniert gedrosselt und so eine künstliche Verknappung herbeigeführt. Die unmittelbare Folge war ein Preissprung, der etwa ein 12-GB-LPDDR5X-Modul von 39 auf 145 Dollar katapultierte und Apple noch am selben Tag zu teils deutlichen Preiserhöhungen bei MacBooks und iPads veranlasste.
Die Klageschrift stützt sich auf die ökonomische Logik, dass in einem funktionierenden Markt steigende Preise ein höheres Angebot nach sich ziehen müssten – stattdessen hätten die drei Konzerne ihre Liefermengen weiter verknappt. Die enormen Markteintrittshürden, darunter Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe und jahrzehntelang gehütete Fertigungsgeheimnisse, verhindern, dass neue Wettbewerber die Lücke füllen. Aus Washingtoner Sicht wiegt der Fall schwer, da die Branche bereits 2005 wegen Preisabsprachen mit Strafen in Höhe von 300 Millionen Dollar für Samsung und 185 Millionen Dollar für Hynix belegt wurde; Micron entging damals durch Kooperation einer Strafe.
Die Auswirkungen treffen die gesamte Elektronikbranche. Während Großkonzerne wie Apple und Microsoft die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weitergeben – Microsoft erhöhte den Xbox-Preis um bis zu 150 Dollar –, kämpfen kleine Hersteller ums Überleben. Das US-Start-up Mono Technologies etwa sieht sich mit einem Anstieg des Einkaufspreises für ein 8-GB-DRAM von 35 auf 300 Dollar konfrontiert und erwägt, die Produktion einzustellen. In Moskau rechnen Händler damit, dass die Apple-Preiserhöhungen den russischen Markt mit Verzögerung von Wochen bis Monaten erreichen werden, wobei Wechselkurseffekte und Logistikkosten den Schub noch verstärken dürften.
Aus Asien kommt unterdessen der Hinweis auf eine strategische Neuausrichtung Apples. Der mit der Lieferkette vertraute Analyst Ming-Chi Kuo berichtet, der Konzern lotet bei der US-Regierung eine Ausnahmegenehmigung für den Kauf von Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT aus, der auf der Entity List steht. Dabei gehe es nicht um Kostensenkung, sondern um die Sicherung der Versorgung angesichts einer sich bis mindestens 2027 ausweitenden Angebotslücke. Der nächste greifbare Prüfstein ist die für den 30. Juli erwartete Quartalsbilanz Apples, die erste Hinweise darauf geben wird, ob die Preisschritte die Nachfrage spürbar belastet haben. Parallel dazu wird das Gericht über die Zulassung der Klage als Sammelverfahren entscheiden, was im Erfolgsfall zu Schadensersatz in dreifacher Höhe führen könnte.
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Eine Sammelklage in den USA wirft Samsung, SK Hynix und Micron vor, Produktionskürzungen abgestimmt zu haben, um die DRAM-Preise in die Höhe zu treiben. Die Klage betont das atemberaubende Tempo und Ausmaß der Preissteigerungen, unter denen Verbraucher und kleine Unternehmen leiden.
Apple hat die Preise für seine Laptops und Tablets erhöht und beruft sich auf unvermeidbare Kostensteigerungen bei Speicherchips. Russische Verbraucher stellen sich nun darauf ein, dass diese Erhöhungen den heimischen Markt erreichen, während sich die globale Halbleiterknappheit weiter durch die Lieferketten zieht.
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