
Deutschland scheitert im Elfmeterschießen an Paraguay – Nagelsmann spricht von Skandal
Nach einem 1:1 nach Verlängerung verliert die DFB-Elf erstmals ein WM-Elfmeterschießen; ein aberkanntes Tor von Jonathan Tah sorgt für heftige Kritik am Videoschiedsrichter.
Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft 2026 bereits im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Im Bostoner Gillette Stadium unterlag das Team von Julian Nagelsmann Paraguay mit 3:4 im Elfmeterschießen, nachdem es nach 120 Minuten 1:1 gestanden hatte. Es war das erste verlorene Elfmeterschießen einer deutschen Mannschaft bei einer WM-Endrunde – und der dritte vorzeitige K.o. in Folge, nach den Gruppenphasen-Aus 2018 und 2022. Zum Verhängnis wurde der DFB-Elf nicht nur die mangelhafte Chancenverwertung, sondern auch eine strittige Szene in der Verlängerung: Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko erkannte einen Treffer von Jonathan Tah nach Videobeweis ab, weil Waldemar Anton zuvor Paraguays Torhüter Orlando Gill gefoult haben soll. Nagelsmann nannte die Entscheidung „einen Skandal“ und „einen Witz“; auch der als TV-Experte anwesende Jürgen Klopp kritisierte die Auslegung scharf.
Dabei hatte sich die Partie lange als zähes Geduldsspiel präsentiert. Paraguay, von Trainer Gustavo Alfaro defensiv exzellent organisiert, ging kurz vor der Pause durch einen Kopfball von Julio Enciso in Führung (42.). Kai Havertz glich nach einer Stunde per Kopf aus, doch in der Folge gelang es der deutschen Mannschaft trotz drückender Überlegenheit nicht, den Widerstand der Südamerikaner zu brechen. In der Verlängerung köpfte Tah den Ball ins Netz, der Treffer wurde jedoch nach minutenlanger VAR-Überprüfung aberkannt. Im Elfmeterschießen scheiterten Havertz, Nick Woltemade und Tah, während Gill zwei Versuche parierte und José Canale den entscheidenden Strafstoß verwandelte.
In der deutschen Medienlandschaft fielen die Reaktionen vernichtend aus. Die „Bild“-Zeitung titelte vom „nächsten deutschen Fußball-Albtraum“ und beschrieb die Leistung als „langsam, langweilig, lethargisch“. Der „Kicker“ sprach von einem „Zeugnis der Inkompetenz“, die „Süddeutsche Zeitung“ von der „nächsten Demütigung“. Ehemalige Nationalspieler wie Arne Friedrich und Thomas Hitzlsperger forderten Konsequenzen und brachten öffentlich einen Trainerwechsel ins Gespräch. Nagelsmann selbst räumte ein, dass Deutschland „nicht mehr zu den erstklassigen Teams“ gehöre, bekräftigte jedoch, nicht zurücktreten zu wollen: „Ich bin keiner, der wegläuft.“ Sein Vertrag läuft bis 2028, doch der Druck auf den 38-Jährigen ist nach drei enttäuschenden Turnieren enorm.
International wurde das Aus als eine der größten Überraschungen des Turniers gewertet. Die französische „L’Équipe“ sprach vom „größten Schock der WM bisher“, die italienische „Gazzetta dello Sport“ würdigte Paraguays Kampfgeist. In Südamerika feierten Medien den historischen Erfolg der „Albirroja“, die erst zum zweiten Mal überhaupt ins Achtelfinale einer WM einzieht. Dort trifft Paraguay am 4. Juli in Philadelphia auf den Sieger der Partie zwischen Frankreich und Schweden. Für Deutschland endet das Turnier mit der bitteren Gewissheit, dass der letzte K.-o.-Sieg bei einer WM weiterhin das Finale von Rio 2014 ist.
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Das frühe Aus Deutschlands im Elfmeterschießen gegen Paraguay ist ein historischer Tiefpunkt für den viermaligen Weltmeister. Trotz Nagelsmanns trotziger Haltung hebt die angelsächsische Presse die wenig überzeugenden Leistungen des Teams hervor und stellt die Tragfähigkeit seiner Führung vor der EM 2028 in Frage.
Die überraschende Niederlage Deutschlands im Elfmeterschießen gegen Paraguay ist das erste Mal, dass die Mannschaft bei einer WM im Shootout ausgeschieden ist. Südostasiatische Medien berichten sachlich über Nagelsmanns Wunsch zu bleiben, vermerken aber sein Bedauern, dass das Team das Spiel nicht früher entschieden hat.
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