
Schweizer Bankenregulierung: SNB pocht auf Kapitalpolster, UBS widerspricht, Julius Baer vor Normalisierung
Die Schweizerische Nationalbank hält an strengen Eigenkapitalvorgaben für die UBS fest, während das Institut die Analyse als irreführend zurückweist und Julius Baer das Ende eines aufsichtsrechtlichen Verfahrens erwartet.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht bekräftigt, dass die UBS bereits heute über ausreichend Kapital verfüge, um die vom Bundesrat vorgeschlagenen strengeren Eigenmittelanforderungen zu erfüllen. Demnach übersteige das anrechenbare harte Kernkapital (CET1) der Grossbank die vollständig umgesetzten Vorgaben um 13 Milliarden Dollar, hinzu kämen Reserven von 9 Milliarden Dollar in der Schweizer Einheit. Die Forderung nach einer vollständigen Kapitalunterlegung der Auslandstöchter – von derzeit 60 auf 100 Prozent des Beteiligungswerts – sei eine verhältnismässige Massnahme, um das Klumpenrisiko nach der Credit-Suisse-Übernahme zu adressieren.
Die UBS wies diese Darstellung umgehend als irreführend zurück. In einer schriftlichen Stellungnahme warf das Institut der Notenbank eine unvollständige Analyse der Ursachen des CS-Kollapses sowie der Auswirkungen der Basel-III-Regeln vor. Die kumulative Wirkung der Vorschläge belaufe sich auf einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund 20 Milliarden Dollar und würde die Wettbewerbsfähigkeit sowohl im In- als auch im Ausland erheblich beeinträchtigen. Diese Einschätzung werde, so die UBS, von unabhängigen Beobachtern einschliesslich einer grossen Ratingagentur geteilt. Die SNB und die Finanzmarktaufsicht Finma halten dagegen an der Vollunterlegung fest; auch der Internationale Währungsfonds hat diesen Ansatz befürwortet.
Parallel dazu zeichnet sich bei Julius Baer eine Rückkehr zum Normalbetrieb ab. Nachdem das Institut infolge von Kreditverlusten in Höhe von 700 Millionen Dollar im Zusammenhang mit dem österreichischen Immobilienmagnaten René Benko tiefgreifende Restrukturierungen durchlief, steht das von der Finma eingeleitete Verfahren laut informierten Kreisen vor dem praktischen Abschluss. Mit dem formellen Ende der Untersuchung, das für das zweite Halbjahr erwartet wird, könnte das Institut auch das ausgesetzte Aktienrückkaufprogramm wieder aufnehmen. Die Bank hatte unter CEO Stefan Bollinger risikoreichere Geschäftsbereiche geschlossen, das Kreditbuch extern prüfen lassen und die Annahme politisch exponierter Personen vorübergehend gestoppt – eine Massnahme, die nun gelockert werden soll.
Die Debatte um die künftige Kapitalausstattung der UBS wird derweil im Parlament fortgeführt. Die zuständige Kommission wird im August erneut tagen und könnte formelle Vorschläge für eine Abmilderung der Regierungspläne vorlegen. Während in Bern die Lobbyarbeit der Grossbank zunehmend Gehör findet, bleibt der Grundkonsens bestehen, dass die Eigenmittelanforderungen über das heutige Niveau hinaus erhöht werden müssen. Der Ausgang des Gesetzgebungsverfahrens, das sich voraussichtlich bis ins nächste Jahr erstreckt, gilt als richtungsweisend für die künftige Stabilität des Schweizer Finanzplatzes.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Latin American media cover the Swiss bank story with detachment, focusing on economic and regulatory aspects. Julius Baer cautiously emerges from scandal, while UBS debates capital requirements. The tone is descriptive, without alarm.
Die kontinentaleuropäischen Medien rahmen die Geschichte mit Skepsis gegenüber den Normalisierungsambitionen der Schweizer Banken. Julius Baer kommt aus dem Skandal, aber Governance-Zweifel bleiben; UBS bestreitet Kapitalanforderungen in einem Umfeld regulatorischer Unsicherheit. Die Analyse ist nüchtern und langfristig orientiert.
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