Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETMontag, 22. Juni 2026
307 Quellen · 17 Sprachen0 Briefings heute
Wissenschaft & GesundheitSonntag, 21. Juni 2026

Schlafdefizit im Speichel: Test mit 94 Prozent Treffsicherheit und das Rätsel des gefühlten Alters

Eine Speichelprobe könnte künftig gefährliche Schläfrigkeit objektiv anzeigen; gleichzeitig belegt eine grosse Studie den engen Zusammenhang zwischen subjektivem Alter und tatsächlicher Schlafqualität.

Ein internationales Forscherteam hat einen ersten biochemischen Fingerabdruck für Schlafentzug im Speichel identifiziert. In einer Studie mit 20 gesunden jungen Männern, publiziert im Journal of Proteome Research, zeigten sich nach 24 Stunden Wachheit markante Unterschiede im Stoffwechselprofil. Ein maschinelles Lernmodell konnte die übermüdeten Proben mit 94-prozentiger Genauigkeit erkennen – ein Meilenstein auf dem Weg zu einem objektiven Test, der etwa im Strassenverkehr oder bei sicherheitskritischen Tätigkeiten vor gefährlicher Müdigkeit warnen soll. Die Forscher um Thomas Kraemer planen nun eine grössere internationale Validierungsstudie mit mehr als tausend Teilnehmern.

Parallel dazu belegt eine US-amerikanische Untersuchung mit 3'100 Erwachsenen, publiziert in Sleep, wie sehr die subjektive Alterswahrnehmung mit der Schlafqualität korreliert. Wer sich älter fühlt als sein chronologisches Alter, berichtet signifikant häufiger von Schlaflosigkeit, unregelmässigen Schlafmustern und Tagesmüdigkeit. Laut Jonathan Alpert, einem New Yorker Psychotherapeuten, führen chronischer Schlafmangel und die daraus resultierenden kognitiven Einbussen oft dazu, dass Betroffene diese Erschöpfung fälschlich als unvermeidliche Alterserscheinung deuten. Das gefühlte Alter könnte damit ein praktischer Frühindikator sein, bevor messbare Leistungseinbussen auftreten.

Diese Erkenntnisse treffen auf eine Gesellschaft, in der ständige digitale Reizüberflutung die Fähigkeit zu psychischer Erholung untergräbt. Psychologische Studien zeigen, dass Menschen über 55 Stille oft besser tolerieren als jüngere Generationen, die mit der Erwartung permanenter Stimulation aufgewachsen sind. Die American Psychological Association beobachtete bei älteren Erwachsenen seltener Langeweile, während jüngere Probanden Stille eher als bedrohliche Leere empfinden. In dieselbe Richtung weist eine Untersuchung der University of California, wonach das bewusste Ertragen von Langeweile Hirnareale für Kreativität und emotionale Regulation aktiviert. Die Psychologen Peter Gray und Diana Baumrind wiesen bereits früher auf die entwicklungspsychologische Bedeutung unstrukturierter Freiräume für die Resilienz von Kindern hin.

Die geplante grosse Probandenstudie für den Speicheltest wird zeigen, ob sich die Laborergebnisse auf heterogene Bevölkerungsgruppen übertragen lassen. Unabhängig davon unterstreichen die vorliegenden Daten, dass Schlaf und der Umgang mit Reizarmut zentrale, bislang unterschätzte Faktoren für das psychische Wohlbefinden sind – und dass einfache Fragen oder Proben künftig helfen könnten, chronische Übermüdung frühzeitig zu erkennen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

41%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseSüdostasiatische Presse
Lateinamerikanische Presse
PragmatismusPaternalismus

Developmental psychology shows that those who grew up in the 60s and 70s developed remarkable mental resilience thanks to boredom and silence. This generation learned to solve problems without technological distractions, which today marks a difference compared to young people accustomed to constant stimuli. Silence and pause, far from being empty, were formative tools.

Südostasiatische Presse
PragmatismusDistanz

Psychology suggests that introverts and those with an 'old soul' possess a unique ability to enjoy solitude and silence, which strengthens their mental resilience. In a digital age full of noise, these individuals draw energy from quiet moments and deep reflection. This perspective challenges the modern glorification of constant activity and social engagement.

Verwandte Artikel

Mehr lesen
Aktuell
Washington setzt Ölsanktionen gegen Iran befristet aus – Inspektionen und freie Schifffahrt zugesagt·Trumps Verbündete dämpfen in Jerusalem israelische Besorgnis über Iran-Deal·Tödliche Gewalt im Westjordanland und in Gaza: Jugendliche und Studentin unter den Opfern·Tau auf den Minaretten, Staub über dem Hochland: Ein Dienstag im Spiegel der Wetterämter·Die Geduldsprobe: Was das Reisen heute über unsere Gesellschaft verrät·Sicherheitsarchitektur und emotionale Bindung: Die zwei Gesichter der Mensch-Roboter-Interaktion·Trump verschärft Konflikt mit Italien: Vorwürfe mangelnder Bündnistreue und persönliche Angriffe auf Meloni·Tarantino in Wales, Ortega als künstliche Freundin: Kinoprojekte jenseits der Erwartung·Washington setzt Ölsanktionen gegen Iran befristet aus – Inspektionen und freie Schifffahrt zugesagt·Trumps Verbündete dämpfen in Jerusalem israelische Besorgnis über Iran-Deal·Tödliche Gewalt im Westjordanland und in Gaza: Jugendliche und Studentin unter den Opfern·Tau auf den Minaretten, Staub über dem Hochland: Ein Dienstag im Spiegel der Wetterämter·Die Geduldsprobe: Was das Reisen heute über unsere Gesellschaft verrät·Sicherheitsarchitektur und emotionale Bindung: Die zwei Gesichter der Mensch-Roboter-Interaktion·Trump verschärft Konflikt mit Italien: Vorwürfe mangelnder Bündnistreue und persönliche Angriffe auf Meloni·Tarantino in Wales, Ortega als künstliche Freundin: Kinoprojekte jenseits der Erwartung·
Akt. 23:561 Sprache · 2 Quellen
VorherigerWissenschaft & GesundheitNächster
2 Quellen|1 Sprache|2 Min. Lesezeit
Sonntag, 21. Juni 2026

Schlafdefizit im Speichel: Test mit 94 Prozent Treffsicherheit und das Rätsel des gefühlten Alters

Eine Speichelprobe könnte künftig gefährliche Schläfrigkeit objektiv anzeigen; gleichzeitig belegt eine grosse Studie den engen Zusammenhang zwischen subjektivem Alter und tatsächlicher Schlafqualität.

Ein internationales Forscherteam hat einen ersten biochemischen Fingerabdruck für Schlafentzug im Speichel identifiziert. In einer Studie mit 20 gesunden jungen Männern, publiziert im Journal of Proteome Research, zeigten sich nach 24 Stunden Wachheit markante Unterschiede im Stoffwechselprofil. Ein maschinelles Lernmodell konnte die übermüdeten Proben mit 94-prozentiger Genauigkeit erkennen – ein Meilenstein auf dem Weg zu einem objektiven Test, der etwa im Strassenverkehr oder bei sicherheitskritischen Tätigkeiten vor gefährlicher Müdigkeit warnen soll. Die Forscher um Thomas Kraemer planen nun eine grössere internationale Validierungsstudie mit mehr als tausend Teilnehmern.

Parallel dazu belegt eine US-amerikanische Untersuchung mit 3'100 Erwachsenen, publiziert in Sleep, wie sehr die subjektive Alterswahrnehmung mit der Schlafqualität korreliert. Wer sich älter fühlt als sein chronologisches Alter, berichtet signifikant häufiger von Schlaflosigkeit, unregelmässigen Schlafmustern und Tagesmüdigkeit. Laut Jonathan Alpert, einem New Yorker Psychotherapeuten, führen chronischer Schlafmangel und die daraus resultierenden kognitiven Einbussen oft dazu, dass Betroffene diese Erschöpfung fälschlich als unvermeidliche Alterserscheinung deuten. Das gefühlte Alter könnte damit ein praktischer Frühindikator sein, bevor messbare Leistungseinbussen auftreten.

Diese Erkenntnisse treffen auf eine Gesellschaft, in der ständige digitale Reizüberflutung die Fähigkeit zu psychischer Erholung untergräbt. Psychologische Studien zeigen, dass Menschen über 55 Stille oft besser tolerieren als jüngere Generationen, die mit der Erwartung permanenter Stimulation aufgewachsen sind. Die American Psychological Association beobachtete bei älteren Erwachsenen seltener Langeweile, während jüngere Probanden Stille eher als bedrohliche Leere empfinden. In dieselbe Richtung weist eine Untersuchung der University of California, wonach das bewusste Ertragen von Langeweile Hirnareale für Kreativität und emotionale Regulation aktiviert. Die Psychologen Peter Gray und Diana Baumrind wiesen bereits früher auf die entwicklungspsychologische Bedeutung unstrukturierter Freiräume für die Resilienz von Kindern hin.

Die geplante grosse Probandenstudie für den Speicheltest wird zeigen, ob sich die Laborergebnisse auf heterogene Bevölkerungsgruppen übertragen lassen. Unabhängig davon unterstreichen die vorliegenden Daten, dass Schlaf und der Umgang mit Reizarmut zentrale, bislang unterschätzte Faktoren für das psychische Wohlbefinden sind – und dass einfache Fragen oder Proben künftig helfen könnten, chronische Übermüdung frühzeitig zu erkennen.

Divergenz der Quellen

Wissenschaft & Gesundheit · 2 Quellen · 1 Sprache

41%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig71%
Neutral29%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseSüdostasiatische Presse
Lateinamerikanische Presse
PragmatismusPaternalismus

Developmental psychology shows that those who grew up in the 60s and 70s developed remarkable mental resilience thanks to boredom and silence. This generation learned to solve problems without technological distractions, which today marks a difference compared to young people accustomed to constant stimuli. Silence and pause, far from being empty, were formative tools.

Südostasiatische Presse
PragmatismusDistanz

Psychology suggests that introverts and those with an 'old soul' possess a unique ability to enjoy solitude and silence, which strengthens their mental resilience. In a digital age full of noise, these individuals draw energy from quiet moments and deep reflection. This perspective challenges the modern glorification of constant activity and social engagement.

Diese Nachricht erschien in

2 Quellen · 1 Sprache

Verwandte Artikel

Kriminalität & Katastrophen

Zwei Kinder in Frankreich bei extremer Hitzewelle in Auto tot aufgefunden

10 Sprachen · 35 Quellen

Kriminalität & Katastrophen

Tödliche Schüsse in jüdisch geprägtem Viertel Montreals: Drei Tote, darunter ein Polizist

10 Sprachen · 29 Quellen

Medien & Unterhaltung

Der Mann mit dem goldenen Ohr: Zum Tod des Musikmoguls Clive Davis

9 Sprachen · 30 Quellen

Mehr lesen