
Roboter in der Favela, Korallen vor Makassar: Die neuen Weltmeister der Bildung
Von Rio de Janeiro bis Sulawesi prämiert eine globale Rangliste nicht mehr nur akademische Exzellenz, sondern den konkreten gesellschaftlichen und ökologischen Fußabdruck von Schulen und Universitäten.
In einer öffentlichen Schule mitten im Complexo da Maré, einem der dichtesten Favela-Komplexe Rio de Janeiros, sitzen Kinder vor 3D-Druckern. Sie entwerfen Modelle, die reale Probleme ihrer Nachbarschaft lösen sollen – ein Teil des Programms „Fábrica de Sonhos“, das Robotik, virtuelle Realität und sozioemotionale Förderung verbindet. Die Escola Municipal GET IV Centenário hat eine Abbrecherquote von null, eine Alphabetisierungsrate von 97 Prozent und ist nun eine von zehn Finalisten in der Kategorie „Überwindung von Widrigkeiten“ der World’s Best School Prizes 2026.
Der Wettbewerb, 2022 von der britischen Organisation T4 Education ins Leben gerufen und gern als „Weltmeisterschaft der Schulen“ bezeichnet, zeichnet in fünf Kategorien aus: Innovation, Umweltaktion, Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft, Überwindung von Widrigkeiten und Förderung gesunder Lebensweisen. In diesem Jahr stehen 50 Schulen aus über 90 Ländern auf den Shortlists. Neben der Einrichtung in der Maré sind drei weitere brasilianische Schulen nominiert – darunter die Escola Baniwa Kalipana im Amazonasgebiet, die indigene Umweltbildung mit der Zucht von einheimischen Bienen verbindet, und ein Kindergarten in Cuiabá, der feste Klassenzimmer durch thematische Lernlandschaften ersetzt. Aus Argentinien schafften es das Northfield School in Escobar mit einem datengestützten Modell zur individuellen Lernbegleitung und das Colegio San Pedro Apóstol in Córdoba, dessen Schüler ökologische Schädlingsbekämpfung mit natürlichen Repellentien betreiben. In den Vereinigten Arabischen Emiraten überzeugten eine staatliche Schule in Schardscha mit einem von Schülern entwickelten intelligenten Lebensmittelautomaten, der vor Allergenen warnt, sowie eine Privatschule in Dubai mit ihrer partizipativen Gemeindekultur.
Parallel zu dieser Auszeichnung für Schulen veröffentlichte Times Higher Education die Sustainability Impact Ratings 2026, die den Beitrag von Universitäten zu den UN-Nachhaltigkeitszielen messen. Die indonesische Universitas Gadjah Mada (UGM) in Yogyakarta sprang von Rang 82 auf 41 weltweit, getragen von starken Ergebnissen in den Bereichen menschenwürdige Arbeit, sauberes Wasser und hochwertige Bildung. Die Universitas Hasanuddin (Unhas) in Makassar auf Sulawesi erreichte im selben Ranking den 31. Platz global für das Ziel „Leben unter Wasser“ – ein Spiegel ihrer jahrzehntelangen Forschung zu Korallenriffen, Mangroven und nachhaltiger Fischerei. Die Abu Dhabi University wiederum platzierte sich unter den besten 400 und erzielte mit Rang 14 weltweit bei der Reduzierung von Ungleichheiten ihr bestes Einzelergebnis.
Aus lateinamerikanischer Perspektive unterstreichen die Nominierungen einen Wandel: Nicht mehr allein die traditionelle akademische Reputation, sondern die Fähigkeit, Bildung mit konkreter Lebensverbesserung zu verknüpfen, wird zum globalen Maßstab. In den Golfstaaten sehen Beobachter die Auszeichnungen als Beleg für eine gezielte Strategie, über Bildungsinnovationen gesellschaftliche Resilienz zu fördern. Die Jury des Schulpreises, besetzt mit internationalen Experten, wird die Sieger im November küren; parallel läuft eine öffentliche Abstimmung über den Community Choice Award. Alle Finalisten sind zum World Schools Summit im Januar 2027 nach London eingeladen.
Im Nordwesten des Amazonas, in São Gabriel da Cachoeira, unterrichten Lehrer der Escola Baniwa Kalipana nach einem Lehrplan, der die Zucht stachelloser Bienen, die Wiederaufforstung degradierter Flächen und die Kartierung heiliger Stätten umfasst. Die Bienenstöcke stehen am Rand des Regenwaldes, und ihr leises Summen begleitet den Unterricht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Indonesische Universitäten haben in den globalen Impact-Rankings einen deutlichen Sprung gemacht: Die UGM stieg auf Platz 41 weltweit, und Unhas führt die nationale Rangliste im Bereich Leben unter Wasser an. Die Ergebnisse werden als Beleg dafür präsentiert, dass sich der Hochschulsektor des Landes an nachhaltiger Entwicklung und maritimer Identität ausrichtet. Die Erzählung betont messbare Fortschritte und institutionelles Engagement für soziale und ökologische Ziele.
Argentinische und brasilianische Schulen werden als Finalisten der 'Schul-Weltmeisterschaft' gefeiert, einem globalen Wettbewerb, der Bildungsinnovation auszeichnet. Die Berichterstattung zieht eine direkte Parallele zum Fußballruhm und rahmt den Erfolg als Quelle nationalen Stolzes und als Zeichen, dass die Region auch jenseits des Spielfelds brilliert. Der Ton ist festlich und selbstbeglückwünschend, wobei Projekte hervorgehoben werden, die Gemeinschaften verändern.
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