
Hitzewelle in Europa: Dutzende Tote, Kind in Frankreich in überhitztem Auto gestorben
In weiten Teilen West- und Mitteleuropas herrschen weiterhin extreme Temperaturen; allein in Spanien werden binnen vier Tagen 212 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet.
In Saint-Gratien nahe Paris ist ein dreijähriger Junge ums Leben gekommen, nachdem er sich in einem in der prallen Sonne stehenden Auto eingeschlossen hatte. Nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Pontoise war das Kind am Mittwochnachmittag unbemerkt in das Fahrzeug gelangt, während die Mutter mit einem weiteren Kind ruhte und der Vater im Garten arbeitete. Es ist bereits der dritte derartige Todesfall in Frankreich innerhalb weniger Tage: Zuvor waren in Carpentras zwei Geschwister im Alter von zwei und vier Jahren in einem überhitzten Wagen gestorben. Frankreich erlebte am Mittwoch mit einer landesweiten Durchschnittstemperatur von 30 Grad den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen 1947; in Paris wurden 40,9 Grad gemessen.
In Spanien schreibt das nationale Mortalitäts-Monitoringsystem MoMo der Hitzewelle zwischen Sonntag und Mittwoch 212 zusätzliche Todesfälle zu, die über der statistisch erwartbaren Sterblichkeit liegen. Die höchste Zahl entfiel mit 95 Fällen auf den Mittwoch. Die spanische Wetterbehörde Aemet stufte Montag und Dienstag als die heißesten Juni-Tage seit mindestens 1950 ein. In Frankreich meldeten die Behörden zudem 48 Ertrunkene seit Beginn der Hitzewelle, die meisten in nicht überwachten Gewässern. Aus dem nordfranzösischen Département Pas-de-Calais wurden drei weitere Todesfälle gemeldet, bei denen die Hitze als mitursächlich gilt.
Die extreme Wärme, die durch ein blockierendes Hochdruckgebiet – einen sogenannten Omega-Block – verursacht wird, hat in mehreren Ländern zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt. In Frankreich blieben rund 3.500 Schulen geschlossen, 10.000 weitere passten ihre Stundenpläne an. Der Stromkonzern EDF musste drei Kernkraftwerke drosseln, weil die Flüsse zur Kühlung zu warm wurden. In Großbritannien, wo mit 36,4 Grad ein neuer Juni-Rekord aufgestellt wurde, verlängerte der Wetterdienst Met Office eine rote Hitzewarnung bis Freitagabend. In Deutschland sagte die Bahn Reisenden Kulanz bei Umbuchungen zu, nachdem für das Wochenende verbreitet Temperaturen um 40 Grad vorhergesagt wurden. Die Schweiz registrierte in Basel mit 38 Grad einen neuen Juni-Höchstwert.
Der UN-Klimachef Simon Stiell bezeichnete die Hitzewelle als „Preis für die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe“. Wissenschaftler des CNRS in Frankreich errechneten, dass der menschengemachte Klimawandel die aktuellen Temperaturen um bis zu vier Grad verschärft habe. Während die Hitze in Spanien allmählich nachlässt, verlagert sich der Schwerpunkt nach Osten: Für Österreich, Tschechien und das östliche Deutschland wurden für das Wochenende Spitzenwerte von teils über 40 Grad erwartet. Die Behörden in den betroffenen Ländern riefen die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf; die Ermittlungen zu den Todesfällen dauern an.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine rekordbrechende Hitzewelle erweist sich in Westeuropa als tödlich, wobei Frankreich besonders stark betroffen ist. Die Krise wird dadurch verschärft, dass die meisten französischen Haushalte keine Klimaanlage haben, wodurch Millionen Menschen gefährlichen Temperaturen ausgesetzt sind. Die Behörden bemühen sich um Notfallmaßnahmen, während die Hitze weiter zunimmt.
Europa ächzt unter einer Rekordhitzewelle, die wissenschaftliche Prognosen übertroffen hat und Temperaturen höher als in Teilen Ost- und Westafrikas mit sich bringt. Das Leid wird durch Gebäude und Infrastrukturen verschlimmert, die nie für solche Hitze ausgelegt waren, und offenbart einen Kontinent, der auf eine neue Klimarealität nicht vorbereitet ist. Das Extremwetter hat Gesundheitswarnungen ausgelöst und eine deutliche Umkehrung der klimatischen Verhältnisse aufgezeigt.
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