
Micron-Ausblick entfacht KI-Rally in Asien – Tokio und Seoul mit Rekorden
Die überraschend starke Umsatzprognose des US-Speicherchipherstellers löst eine breite Erholung im Technologiesektor aus und treibt asiatische Leitindizes auf neue Höchststände.
Die Quartalszahlen des US-Chipherstellers Micron Technology haben am Donnerstag eine kräftige Rally an den asiatischen Aktienmärkten ausgelöst. Der südkoreanische Kospi stieg um 5,4 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 8.930 Punkten, der japanische Nikkei 225 gewann 4,6 Prozent auf 72.366 Zähler. Auslöser war die nach US-Börsenschluss veröffentlichte Prognose des Konzerns, die mit einem erwarteten Quartalsumsatz von rund 50 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen weit übertraf. Die Aktie von Micron legte im nachbörslichen Handel um 15 Prozent zu, auch Qualcomm verzeichnete nach einer Anhebung der Jahresprognose und der Ankündigung eines neuen Rechenzentrums-Chips zweistellige Kursgewinne.
Die Bewegung speist sich aus einer Neubewertung der Nachhaltigkeit des KI-Booms. Microns Ausblick signalisiert, dass die Nachfrage nach konventionellen DRAM- und NAND-Speichern sowie nach High-Bandwidth-Memory, einer Schlüsselkomponente für KI-Systeme, das Angebot weiterhin übersteigt. In Seoul sprangen die Aktien von Samsung Electronics um 5,3 Prozent und SK Hynix um 13 Prozent. SK Hynix profitierte zusätzlich von der Ankündigung, sich mit einem Volumen von rund 29 Milliarden Dollar an der US-Technologiebörse Nasdaq listen zu lassen. In Tokio zogen Papiere von Advantest um 15 Prozent und Tokyo Electron um 7,8 Prozent an. Die Marktreaktion deutet darauf hin, dass Investoren die strukturellen Angebotsengpässe im Speichersektor als tragfähigen Boden für die Bewertungen betrachten.
Entlastung kam auch von den Rohstoffmärkten. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um weitere 1,3 Prozent auf 72,90 Dollar je Barrel und notiert damit nur noch knapp über dem Vorkriegsniveau von Ende Februar. Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein dauerhaftes Friedensabkommen nährten die Erwartung eines nachlassenden geopolitischen Risikoaufschlags. Für energieimportierende Volkswirtschaften wie Japan und Südkorea verringert dies den Kostendruck, während es in den USA die Aktien von Energiekonzernen wie Exxon Mobil und Chevron belastete.
Nicht alle asiatischen Märkte folgten dem positiven Trend. Der Hang Seng in Hongkong gab 1,4 Prozent nach, der australische S&P/ASX 200 verlor 0,7 Prozent. In Shanghai und Taiwan fielen die Aufschläge mit 0,2 beziehungsweise 0,5 Prozent moderat aus. An der Wall Street hatte der breite S&P 500 am Mittwoch noch 0,1 Prozent nachgegeben, belastet von Kursverlusten bei Microsoft und Oracle. Die asiatische Sitzung profitierte nun von der Erholung der US-Futures, die die Verluste des regulären Handels mehr als wettmachten.
Der nächste richtungsweisende Impuls wird am Donnerstag von den US-Preisdaten erwartet. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve, dürfte nach Schätzungen auf 4,1 Prozent gestiegen sein. Die Daten werden Aufschluss darüber geben, ob die jüngste Erholung am Anleihemarkt – die Rendite zehnjähriger Treasuries fiel zuvor um 11 Basispunkte – Bestand hat und wie sich der Zinspfad der Notenbank nach dem Führungswechsel an ihrer Spitze entwickelt.
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Die asiatischen Märkte erholten sich kräftig, nachdem die Prognose von Micron die Schätzungen übertraf und den Händlern nach zwei Tagen mit Verlusten Erleichterung verschaffte. Das Narrativ des KI-getriebenen Wachstums bleibt intakt, die Nachfrage nach Chips zeigt keine Abschwächung.
Tokio und Seoul brachen Rekorde, nachdem die Blockbuster-Ergebnisse von Micron eine Tech-Euphorie in ganz Asien auslösten. Die Ergebnisse werden als entscheidender Test dafür gelesen, ob die KI-Rallye wirklich tragfähig ist, während der regionale Riese SK hynix massive Investitionspläne vorstellte, um die Welle zu reiten.
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