
Polare Kaltluftwelle legt weite Teile Argentiniens lahm – Schulen geschlossen, Schnee bis an die Küste
Eine antarktische Luftmasse bringt extreme Minusgrade, Schneefälle und Überschwemmungen; in Mendoza fiel der Unterricht aus, in Brasilien stiegen Flüsse über die Ufer.
Eine massive Kaltluftfront antarktischen Ursprungs hat am Donnerstag in weiten Teilen Argentiniens und im Süden Brasiliens zu extremen Minustemperaturen, Schneefällen und regionalen Überschwemmungen geführt. In der argentinischen Provinz Mendoza blieben nach Behördenangaben sämtliche Schulen aller Stufen geschlossen, nachdem die Zivilschutzbehörde wegen vereister Straßen und anhaltender Schneefälle eine Ausweitung der bereits am Vortag verhängten Maßnahmen empfohlen hatte. In der brasilianischen Grenzstadt São Borja musste eine Familie ihre Wohnung verlassen, nachdem der Uruguay-Fluss die Hochwassermarke von neun Metern überschritten hatte; zwei Personen wurden als obdachlos gemeldet.
Der argentinische Wetterdienst (SMN) gab für 18 Provinzen eine gelbe Warnung vor extremer Kälte heraus, darunter die Hauptstadt Buenos Aires und die umliegende Metropolregion. In der Stadt selbst wurden am frühen Morgen 1,8 Grad Celsius gemessen, im Umland sanken die Werte auf bis zu minus 3 Grad. Die Behörden riefen dazu auf, vor allem Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke vor der Kälte zu schützen. In der Küstenstadt Mar del Plata fielen nach Angaben des SMN die Temperaturen auf minus 3 Grad; örtliche Medien berichteten von Schneefällen, die in dieser Intensität zuletzt vor 22 Jahren registriert worden seien. In mehreren Ortschaften der Provinz Buenos Aires, darunter Tres Arroyos und Sierra de los Padres, bildete sich eine dünne Schneedecke, während in Necochea und Miramar eher Graupel oder kleinkörniger Hagel beobachtet wurde.
Uneinigkeit herrscht unter den meteorologischen Diensten über die Dauer der Kältewelle. Während das SMN und der private Anbieter Meteored davon ausgehen, dass der Kaltluftkern bis Anfang nächster Woche ortsfest bleibt und die Temperaturen teils um bis zu zehn Grad unter den jahreszeitlichen Mittelwerten liegen werden, deuten andere Prognosen auf eine allmähliche Milderung bereits ab Freitag hin. Auch die Frage, ob es in der Hauptstadt Buenos Aires schneien könne, wird unterschiedlich beantwortet: Das SMN sieht mangels ausreichender Feuchtigkeit keine Voraussetzungen für Schneefall, während einige Medien unter Berufung auf frühere Extremereignisse wie 2007 die Möglichkeit nicht völlig ausschließen.
Im Süden Brasiliens konzentrierten sich die Auswirkungen auf die Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina. Die Zivilschutzbehörde von Rio Grande do Sul meldete Schäden in acht Gemeinden, darunter überschwemmte Häuser, abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume. In Porto Alegre wurde vorsorglich eine hydrologische Warnung für das Guaíba-Becken herausgegeben, da die in den nördlichen Landesteilen gefallenen Regenmengen in den kommenden Tagen zu einem Anstieg des Seespiegels führen könnten. Eine unmittelbare Hochwassergefahr bestehe nach Behördenangaben derzeit jedoch nicht. Die Temperaturen sollen in der Nacht zum Freitag in den Hochlagen der Serra Gaúcha und Catarinense unter den Gefrierpunkt sinken, örtlich wird mit gefrierendem Regen gerechnet.
Nach gegenwärtigem Stand sind keine Todesopfer oder Schwerverletzte zu beklagen. Die argentinischen und brasilianischen Behörden halten die Warnstufen aufrecht und beobachten die Lage fortlaufend. In Mendoza wurden die Schulschließungen auf den Nachmittags- und Abendunterricht ausgedehnt; für Freitag soll je nach Wetterentwicklung neu entschieden werden. Die Notunterkünfte für Obdachlose in der Provinz sind nach offiziellen Angaben weiterhin aufnahmebereit.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine polare Kältewelle trifft Argentinien und Brasilien, bringt Schnee in ungewöhnliche Gebiete wie die Provinz Buenos Aires, Schulschließungen und einen außertropischen Zyklon vor der Küste. Behörden warnen vor extremer Kälte und Überschwemmungen.
Irans Wetterdienst gibt eine gelbe Warnung vor Regen, Gewitter und starkem Wind in mehreren südlichen und zentralen Provinzen heraus. Die widrigen Bedingungen werden in den kommenden Tagen erwartet.
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