Anmelden
Ausgabe von 10:00 CETSamstag, 4. Juli 2026
311 Quellen · 17 Sprachen504 Briefings heute
Kriminalität & KatastrophenDonnerstag, 2. Juli 2026

Anschlag in Monaco: Fahndung nach ukrainischer Staatsbürgerin

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Geschäftsmann Vadym Yermolaiev sucht die Polizei eine etwa 30-jährige Ukrainerin; die Ermittler prüfen Verbindungen zu Kiew und zur organisierten Kriminalität.

Am späten Abend des 29. Juni detonierte im Eingangsbereich eines Wohnhauses im Fürstentum Monaco ein Sprengsatz. Dabei wurden der aus der Ukraine stammende Geschäftsmann Vadym Yermolaiev, seine Lebensgefährtin und sein 13-jähriger Sohn verletzt. Nach übereinstimmenden Berichten erlitt Yermolaiev Verbrennungen und Splitterverletzungen, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Frau, Anna Nasobina, verlor beide Beine und befindet sich in kritischem Zustand; der Junge wurde leicht verletzt.

Die monegassische Justiz fahndet nach einer etwa 30-jährigen Frau ukrainischer Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz in Deutschland. Nach Auswertung von Überwachungsvideos und Zeugenaussagen gehen die Ermittler davon aus, dass die Verdächtige sich als Mann verkleidet hatte, einen Rucksack mit Sprengstoff vor dem Gebäude ablegte und den Sprengsatz fernzündete, als die Familie das Haus betrat. Ein zunächst festgenommener Mann wurde noch am selben Tag wieder freigelassen. Die Gesuchte soll nach der Tat über die französische Grenze geflohen sein; französische Medien berichten, sie könnte sich nach Italien abgesetzt haben. Auf Ersuchen Monacos wurde die internationale polizeiliche Zusammenarbeit aktiviert, ein Interpol-Haftbefehl ist in Vorbereitung.

Zum Tatmotiv gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die Ermittler verfolgen nach Angaben aus Justizkreisen zwei Hauptspuren: eine Auseinandersetzung im Milieu der organisierten Kriminalität oder eine ausländische Einflussnahme. Französische Medien wie „Le Figaro“ und BFMTV berichten unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass eine Spur zum ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU führe. Aus russischer Sicht äußerten das Außenministerium und ein Sonderbotschafter, es bestünden keine Zweifel an einer Beteiligung ukrainischer Dienste. Die ukrainische Botschaft in Frankreich, die auch für Monaco zuständig ist, erklärte, sie stehe mit den örtlichen Behörden in Kontakt und leiste den Verletzten konsularische Hilfe.

Yermolaiev, Gründer der Alef-Gruppe und ehemaliges Mitglied der ukrainischen Forbes-Liste, hatte 2017 die ukrainische Staatsbürgerschaft abgelegt und besitzt einen zypriotischen Pass. Ende 2023 verhängte Kiew persönliche Sanktionen gegen ihn, weil er nach der Annexion der Krim dort über Strohmänner Geschäfte fortgeführt und Steuern an Russland gezahlt haben soll. Der Anschlag gilt als einer der schwersten Gewaltakte in der jüngeren Geschichte des Fürstentums, das für seine hohen Sicherheitsstandards bekannt ist. Die Untersuchung wegen versuchten Mordes dauert an; eine Festnahme steht weiterhin aus.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

50%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Sicherheit
AlarmSkepsis

Der Anschlag auf den ukrainischen Tycoon Vadym Yermolaiev in Monaco hat eine Reihe von Theorien ausgelöst, von ukrainischer Staatsbeteiligung über russische Sabotage bis hin zu einem Callcenter-Betrug. Die Behörden fahnden nach dem Verdächtigen, während Analysten die geopolitischen Folgen der Explosion abwägen.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
EmpörungAlarmSkepsis

Die Ermittler gehen nun davon aus, dass es sich bei der Hauptverdächtigen um eine in Deutschland lebende Ukrainerin in den Dreißigern handelt, was den Schatten der Kiewer Geheimdienste über den Anschlag vertieft. Ein Unternehmer behauptete, Jermolajew habe fünf Millionen Euro an den SBU gezahlt, um Sanktionen zu entgehen, was auf ein korruptes Motiv hinter dem Attentat hindeutet.

Erweitere deinen Horizont

Mehr lesen
Aktuell
Papst Leo XIV. besucht Lampedusa am US-Unabhängigkeitstag – ein Kontrapunkt zur Abschottungspolitik·Bundibugyo-Ebola-Ausbruch im Kongo erreicht historische Ausmaße·Trotz Massenprotesten: AfD-Parteitag in Erfurt beginnt planmäßig·Kolumbien bucht letztes Achtelfinalticket – WM 2026 geht in K.-o.-Phase·Rohölpreise sinken, Zapfsäulen bleiben teuer: Die globale Spritpreis-Kluft im Juli 2026·Hitzewelle und politische Vereinnahmung prägen 250. Unabhängigkeitstag der USA·Trump veröffentlicht Bild einer 100-Dollar-Note mit seiner Unterschrift·Tausend Tage Krieg: Gazas Tragödie im Schatten des US-iranischen Ringens·Papst Leo XIV. besucht Lampedusa am US-Unabhängigkeitstag – ein Kontrapunkt zur Abschottungspolitik·Bundibugyo-Ebola-Ausbruch im Kongo erreicht historische Ausmaße·Trotz Massenprotesten: AfD-Parteitag in Erfurt beginnt planmäßig·Kolumbien bucht letztes Achtelfinalticket – WM 2026 geht in K.-o.-Phase·Rohölpreise sinken, Zapfsäulen bleiben teuer: Die globale Spritpreis-Kluft im Juli 2026·Hitzewelle und politische Vereinnahmung prägen 250. Unabhängigkeitstag der USA·Trump veröffentlicht Bild einer 100-Dollar-Note mit seiner Unterschrift·Tausend Tage Krieg: Gazas Tragödie im Schatten des US-iranischen Ringens·
Akt. 23:571 Sprache · 6 Quellen
VorherigerKriminalität & KatastrophenNächster
6 Quellen|1 Sprache|2 Min. Lesezeit
Donnerstag, 2. Juli 2026

Anschlag in Monaco: Fahndung nach ukrainischer Staatsbürgerin

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Geschäftsmann Vadym Yermolaiev sucht die Polizei eine etwa 30-jährige Ukrainerin; die Ermittler prüfen Verbindungen zu Kiew und zur organisierten Kriminalität.

Am späten Abend des 29. Juni detonierte im Eingangsbereich eines Wohnhauses im Fürstentum Monaco ein Sprengsatz. Dabei wurden der aus der Ukraine stammende Geschäftsmann Vadym Yermolaiev, seine Lebensgefährtin und sein 13-jähriger Sohn verletzt. Nach übereinstimmenden Berichten erlitt Yermolaiev Verbrennungen und Splitterverletzungen, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Frau, Anna Nasobina, verlor beide Beine und befindet sich in kritischem Zustand; der Junge wurde leicht verletzt.

Die monegassische Justiz fahndet nach einer etwa 30-jährigen Frau ukrainischer Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz in Deutschland. Nach Auswertung von Überwachungsvideos und Zeugenaussagen gehen die Ermittler davon aus, dass die Verdächtige sich als Mann verkleidet hatte, einen Rucksack mit Sprengstoff vor dem Gebäude ablegte und den Sprengsatz fernzündete, als die Familie das Haus betrat. Ein zunächst festgenommener Mann wurde noch am selben Tag wieder freigelassen. Die Gesuchte soll nach der Tat über die französische Grenze geflohen sein; französische Medien berichten, sie könnte sich nach Italien abgesetzt haben. Auf Ersuchen Monacos wurde die internationale polizeiliche Zusammenarbeit aktiviert, ein Interpol-Haftbefehl ist in Vorbereitung.

Zum Tatmotiv gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die Ermittler verfolgen nach Angaben aus Justizkreisen zwei Hauptspuren: eine Auseinandersetzung im Milieu der organisierten Kriminalität oder eine ausländische Einflussnahme. Französische Medien wie „Le Figaro“ und BFMTV berichten unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass eine Spur zum ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU führe. Aus russischer Sicht äußerten das Außenministerium und ein Sonderbotschafter, es bestünden keine Zweifel an einer Beteiligung ukrainischer Dienste. Die ukrainische Botschaft in Frankreich, die auch für Monaco zuständig ist, erklärte, sie stehe mit den örtlichen Behörden in Kontakt und leiste den Verletzten konsularische Hilfe.

Yermolaiev, Gründer der Alef-Gruppe und ehemaliges Mitglied der ukrainischen Forbes-Liste, hatte 2017 die ukrainische Staatsbürgerschaft abgelegt und besitzt einen zypriotischen Pass. Ende 2023 verhängte Kiew persönliche Sanktionen gegen ihn, weil er nach der Annexion der Krim dort über Strohmänner Geschäfte fortgeführt und Steuern an Russland gezahlt haben soll. Der Anschlag gilt als einer der schwersten Gewaltakte in der jüngeren Geschichte des Fürstentums, das für seine hohen Sicherheitsstandards bekannt ist. Die Untersuchung wegen versuchten Mordes dauert an; eine Festnahme steht weiterhin aus.

Divergenz der Quellen

Kriminalität & Katastrophen · 6 Quellen · 1 Sprache

50%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Neutral50%
Kritisch50%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Sicherheit
AlarmSkepsis

Der Anschlag auf den ukrainischen Tycoon Vadym Yermolaiev in Monaco hat eine Reihe von Theorien ausgelöst, von ukrainischer Staatsbeteiligung über russische Sabotage bis hin zu einem Callcenter-Betrug. Die Behörden fahnden nach dem Verdächtigen, während Analysten die geopolitischen Folgen der Explosion abwägen.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
EmpörungAlarmSkepsis

Die Ermittler gehen nun davon aus, dass es sich bei der Hauptverdächtigen um eine in Deutschland lebende Ukrainerin in den Dreißigern handelt, was den Schatten der Kiewer Geheimdienste über den Anschlag vertieft. Ein Unternehmer behauptete, Jermolajew habe fünf Millionen Euro an den SBU gezahlt, um Sanktionen zu entgehen, was auf ein korruptes Motiv hinter dem Attentat hindeutet.

Diese Nachricht erschien in

6 Quellen · 1 Sprache

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Irans Machtdemonstration: Das Staatsbegräbnis für Ali Khamenei als geopolitische Bühne

10 Sprachen · 52 Quellen

Aus Economy & Markets

BYD vor Rückkehr an die Weltspitze – Europas Autobauer unter Druck

3 Sprachen · 13 Quellen

Aus Technology

Indien stoppt WhatsApps Nutzernamen-Funktion und weitet Prüfung auf Telegram und Signal aus

4 Sprachen · 16 Quellen

Mehr lesen