
Peking warnt vor Hintertür in Anthropic-KI – Alibaba verhängt Nutzungsverbot
Die chinesische Aufsichtsbehörde meldet eine Sicherheitslücke in Claude Code, die sensible Daten abfließen lasse; Alibaba reagiert mit einem unternehmensweiten Verbot – ein neuer Höhepunkt im technologischen Grabenkrieg zwischen Washington und Peking.
Die chinesische Nationale Schwachstellendatenbank (NVDB) hat am Mittwoch eine Warnung vor einer „Sicherheits-Hintertür“ in Versionen des KI-Programmierwerkzeugs Claude Code des US-Unternehmens Anthropic herausgegeben. Betroffen seien die Versionen 2.1.91 bis 2.1.196, die ohne Zustimmung des Nutzers sensible Informationen wie Standortdaten und Identitätsmerkmale an entfernte Server übermitteln könnten. Als unmittelbare Folge untersagte der Internetkonzern Alibaba seinen Mitarbeitern mit Wirkung zum 10. Juli die Nutzung von Claude Code. Die Behörde empfahl betroffenen Nutzern, die Software zu deinstallieren oder auf eine bereinigte Version zu aktualisieren.
Aus Sicht des NVDB, das dem Ministerium für Industrie und Informationstechnologie untersteht, handele es sich um ein „ernstes Risiko“. Anthropic selbst erklärte über einen Ingenieur, der beanstandete Code sei Teil eines im März gestarteten Experiments gewesen, um Kontomissbrauch durch nicht autorisierte Wiederverkäufer und die unerlaubte Destillation von Modellen zu unterbinden. Die entsprechenden Überwachungsmechanismen sollten mit dem nächsten Update entfernt werden. Der Vorgang reiht sich in eine Serie gegenseitiger Vorwürfe: Anthropic hatte zuvor chinesische KI-Labore – darunter Alibaba – beschuldigt, seine Modelle mittels Destillation nachzubauen.
Die Eskalation fällt in eine Phase verschärfter geopolitischer Spannungen um Künstliche Intelligenz. Washington hatte bereits am 12. Juni den Zugang ausländischer Nutzer zu einigen der fortschrittlichsten Anthropic-Modelle beschränkt. Ein am 7. Juli veröffentlichter Bericht des Future of Life Institute bescheinigt der globalen KI-Industrie unzureichende Sicherheitsstandards; Anthropic erreichte mit der Note C+ die höchste Bewertung, kein Unternehmen erhielt ein A. Parallel dazu warnte ein vorläufiger Bericht des unabhängigen wissenschaftlichen KI-Panels der Vereinten Nationen auf dem Genfer Dialog zur KI-Governance vor einer „beschleunigten und asymmetrischen“ Einführung von KI: Die USA verfügen über 75 Prozent der Rechenkapazität der 500 leistungsstärksten Supercomputer, China über 15 Prozent. Zudem erleichtere KI die massenhafte Verbreitung irreführender Inhalte und untergrabe die Integrität von Informationen.
Für europäische Unternehmen und Regulierungsbehörden gewinnt der Vorgang an Bedeutung, weil Claude Code und vergleichbare Werkzeuge auch in der deutschsprachigen Wirtschaft zunehmend zum Einsatz kommen. Die Genfer Gespräche, die am 7. Juli endeten, dürften in die Erarbeitung internationaler Leitlinien münden. Der nächste greifbare Schritt ist die angekündigte Bereinigung des Claude-Codes durch Anthropic; zugleich bleibt zu beobachten, ob weitere chinesische Technologiekonzerne dem Beispiel Alibabas folgen und wie die zuständigen Aufsichtsbehörden in Brüssel und Berlin auf die wachsenden Sicherheitsbedenken reagieren.
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Latin America places China's accusation within a context of US technological hegemony and global safety failures, calling for a more balanced AI ecosystem.
The bloc universalizes the Chinese claim by linking it to UN data and global safety reports, turning a bilateral incident into a matter of global governance.
It omits that Anthropic already blocks access from China, which could undermine the credibility of the accusation.
Russia reports the Chinese discovery as a technical fact, defining the backdoor as an intentional loophole, without taking a stance.
The bloc adopts a dry, technical report, citing authoritative sources (CNNVD, WSJ) to present the news as neutral and verified.
It omits any geopolitical context or Anthropic's response, isolating the fact from the broader dispute.
Southeast Asia highlights the irony: China denounces a backdoor in a tool it already blocks, yet the tool is still accessible via VPN.
The bloc adds the VPN detail, creating an implicit tension between access restrictions and security accusations, without explicit judgment.
It omits the UN data on AI asymmetry or global safety reports, which would lend more weight to China's position.
The Atlantic reports the Chinese warning as an official statement, without adding context or skepticism, maintaining a detached observer stance.
The bloc adopts a neutral news tone, presenting the claim as a fact without questioning its validity, but also without endorsing it.
It omits that China itself has restrictions on access to Claude Code, which could make the accusation appear politically motivated.
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