
Österreichs Last-Minute-Tor beendet Irans Traum – Team Melli scheidet ungeschlagen aus
Durch den Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit beim 3:3 gegen Algerien verwehrt Österreich dem Iran den erstmaligen Einzug in die K.-o.-Runde, während die Iraner selbst trotz eines aberkannten Tores und logistischer Hürden unbesiegt bleiben.
Die Nachspielzeit des Gruppenfinales zwischen Österreich und Algerien ließ Irans Hoffnungen in Sekunden zerschellen. Als Riyad Mahrez in der 93. Minute für Algerien das 3:2 erzielte, schien der Iran als einer der acht besten Gruppendritten erstmals in der Geschichte das WM-Achtelfinale erreicht zu haben. Doch Österreichs Sasa Kalajdzic köpfte den Ball in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum 3:3-Ausgleich – mit dem praktisch letzten Angriff des Spiels. Die Punkteteilung ließ beide Teams jubeln, während die iranische Mannschaft, die das Geschehen nur noch als Zuschauer verfolgen konnte, aus dem Turnier ausschied.
Iran hatte sich in der Gruppe G mit drei Unentschieden – gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten – eine solide Ausgangslage erarbeitet, die jedoch nicht für das direkte Weiterkommen reichte. Gegen Ägypten führte ein umstrittener VAR-Eingriff zur Annullierung eines späten Treffers von Shoja Khalilzadeh wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung. Zuvor hatte Kapitän Mehdi Taremi einen Strafstoß vergeben und per Kopf die Latte getroffen. So blieb es beim 1:1, und das Schicksal des Teams lag in den Händen anderer. Aus iranischer Sicht erfüllte sich die Befürchtung eines abgesprochenen Remis zwischen Österreich und Algerien nicht, doch das späte 3:3 erinnerte an ein solches Szenario.
Die WM-Teilnahme Irans war von Beginn an von bürokratischen und politischen Hürden überschattet. Wegen des Konflikts zwischen den USA und Iran musste die Mannschaft ihr Basislager in Tijuana, Mexiko, aufschlagen und durfte für die Spiele in den USA nur mit Sondervisa einreisen, die eine Anwesenheit von 24 Stunden erlaubten. US-Präsident Donald Trump hatte zwar Irans Teilnahme begrüßt, aber Sicherheitsbedenken geltend gemacht. Kapitän Taremi sprach von einer „logistischen Katastrophe“, Trainer Amir Ghalenoei sagte, sein Team sei „unterdrückt“ worden. In einem in der Kabine von Seattle hinterlassenen Brief beschwor die Mannschaft Fairplay und Ehre: „Vielleicht kann man Punkte auf viele Arten gewinnen, aber Respekt nicht.“ Das Schreiben, das auch auf die zivilen Opfer des Konflikts anspielte, wurde als feiner Hinweis auf die aus ihrer Sicht mangelnde sportliche Gerechtigkeit gedeutet.
Österreich, das durch den Last-Minute-Treffer dem Spanien-Duell im Achtelfinale entgeht und stattdessen auf die Schweiz trifft, beendet die Vorrunde als Gruppenzweiter. Algerien zieht als einer der besten Dritten ein und spielt gegen Spanien. Der Iran hingegen scheidet wie bei allen sieben WM-Teilnahmen nach der Gruppenphase aus – diesmal jedoch ohne eine einzige Niederlage und mit dem Gefühl, unter widrigen Umständen das Maximum gegeben zu haben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Irans WM-Traum endet in letzter Sekunde durch ein österreichisches Tor. Die Erleichterung über das Ausscheiden der iranischen Mannschaft ist spürbar, mit einer unverblümten Verabschiedung.
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