
Ölpreise steigen nach neuen US-iranischen Angriffen – Gespräche in Katar bremsen Anstieg
Die erneute militärische Eskalation und die Behinderung der Tankerpassagen durch die Straße von Hormuz ließen die Rohölnotierungen steigen, doch die vereinbarte Waffenruhe und die Ankündigung technischer Verhandlungen dämpften die Aufschläge.
Die Rohölpreise sind am Montag gestiegen, nachdem sich die Vereinigten Staaten und der Iran am Wochenende erneut militärische Schläge zugefügt hatten. Die Nordseesorte Brent notierte im asiatischen Handel 0,8 Prozent fester bei 72,57 Dollar je Barrel, die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 1,3 Prozent auf 70,11 Dollar zu. In der Vorwoche war Brent noch um 10,6 Prozent eingebrochen, den dritten Wochenverlust in Folge, weil die Rohöltransporte durch die Straße von Hormuz nach der Unterzeichnung eines vorläufigen Friedensabkommens am 17. Juni sprunghaft zugenommen hatten.
Die jüngsten Angriffe auf Schiffe in der Meerenge, darunter ein mit Katar verbundener Tanker, sowie die darauffolgenden US-Luftschläge auf iranische Radar- und Überwachungsanlagen und die iranischen Vergeltungsangriffe auf amerikanische Stützpunkte in Kuwait und Bahrain ließen den Schiffsverkehr erneut stocken. Aus Washingtoner und Teheraner Sicht warf man sich gegenseitig vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Die Vorgänge unterstrichen die Fragilität des 14-Punkte-Memorandums, das neben der Öffnung der Wasserstraße auch eine Beendigung der Kampfhandlungen im Libanon und Gespräche über das iranische Nuklearprogramm vorsieht.
Am Sonntagabend einigten sich beide Seiten nach Angaben eines US-Beamten darauf, die Feindseligkeiten einzustellen und die technischen Gespräche am Dienstag in Doha fortzusetzen. Diese Nachricht deckelte die Preisgewinne. Analysten der niederländischen Bank ING warnten, der Markt sei zu selbstgefällig von einer raschen Normalisierung der Öllieferungen ausgegangen; ein langsameres Wiederanlaufen der Exporte berge erhebliches Aufwärtspotenzial. Die australische ANZ verwies auf anhaltende physische Engpässe: Rückstaus bei Tankern, beschädigte Infrastruktur und stillgelegte Förderanlagen ließen eine Rückkehr des Angebots auf Vorkriegsniveau frühestens zum Jahresende erwarten. Unterdessen hat der saudische Ölkonzern Aramco die Verladungen am Terminal Ras Tanura nach fast viermonatiger Unterbrechung wieder aufgenommen, wobei ein Hubschrauberabsturz mit 14 Todesopfern den Betrieb nicht stoppte.
Für die weitere Preisentwicklung richtet sich der Blick nun auf die katarische Hauptstadt. Der Ausgang der technischen Verhandlungen und die Frage, ob die vereinbarte Feuerpause hält, werden kurzfristig über die Risikoprämie am Ölmarkt entscheiden. Parallel dazu stützt die Aussicht auf weitere Leitzinsanhebungen in den USA den Dollar, der nahe seinem Einjahreshoch notiert und Rohöl für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Vereinigten Staaten haben das vorläufige Friedensmemorandum durch neue Angriffe verletzt, was die Ölpreise in die Höhe trieb. Washingtons Aggression untergräbt den fragilen Waffenstillstand und bedroht die Stabilität der Energieschifffahrt durch die Straße von Hormus. Die Marktreaktion spiegelt das Risiko wider, das der amerikanische Unilateralismus schafft.
Die erneuten Angriffe zwischen den USA und dem Iran haben die Fragilität des vorläufigen Friedensabkommens offengelegt und die Ölpreise steigen lassen. Das im Juni unterzeichnete Memorandum sah die Aufhebung von Sanktionen und die Beendigung der Seeblockade vor, doch die jüngste Eskalation hat den Tankerverkehr durch Hormus erneut verlangsamt. Die Märkte bleiben trotz wiederaufgenommener technischer Gespräche skeptisch gegenüber der Dauerhaftigkeit des Waffenstillstands.
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