
Martinellis Last-Minute-Tor rettet Brasilien gegen Japan – Ancelotti setzt auf Geduld und einen Plan für Neymar
Ein Tor in der fünften Minute der Nachspielzeit bewahrt die Seleção vor der Verlängerung und lässt den vorbereiteten Joker Neymar auf der Bank.
Als Gabriel Martinelli in der 95. Minute den Ball im Tor der japanischen Auswahl unterbrachte, blieb Carlo Ancelotti regungslos. Während die brasilianischen Spieler den eingewechselten Flügelstürmer umarmten, wandte sich der italienische Trainer seinem Assistenten zu – ein Bild der Kühle, das den Abend im NRG Stadium von Houston prägte. Brasilien hatte soeben das Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 erreicht, mit einem 2:1 gegen ein taktisch diszipliniertes Japan, das durch Kaishu Sano in Führung gegangen war und die Seleção über weite Strecken vor Probleme stellte.
Der Weg zum Sieg war eine Abfolge von Korrekturen. In der ersten Halbzeit fand Brasilien kaum Räume, weil Japan das Zentrum kompakt hielt und die Passwege zwischen den Linien versperrte. Ancelotti reagierte zur Pause: Er brachte Endrick für Lucas Paquetá, öffnete das Spiel über die Flügel und forcierte Flanken. Der Ausgleich fiel folgerichtig nach einem Hereingabe – Casemiro köpfte in der 56. Minute ein. Zuvor hatte der Mittelfeldspieler, der bereits verwarnt war, eine umstrittene Rolle beim Gegentor gespielt, doch Ancelotti nahm ihn ausdrücklich in Schutz: „Das Tor Japans war kein Fehler von Casemiro, sondern ein Fehler im Spielaufbau.“
Die größte Aufmerksamkeit galt jedoch einem Spieler, der das Feld nicht betrat. Neymar, von einer Wadenverletzung genesen und im letzten Gruppenspiel gegen Schottland erstmals wieder eingesetzt, blieb die gesamte Partie auf der Bank. Ancelotti erklärte nach dem Abpfiff, er habe den Angreifer für eine mögliche Verlängerung aufgespart. „Ich habe mit ihm gesprochen: Wenn wir nicht ausgleichen, kommt er in der 60. oder 65. Minute. Nach dem 1:1 wollte ich die Struktur nicht verändern, weil wir das Spiel kontrollierten.“ Der Plan wurde nie aktiviert, weil Martinelli, der frische Impulse brachte und Vinícius Júnior mehr Raum auf der linken Seite verschaffte, die Entscheidung in der regulären Spielzeit erzwang.
Brasilianische Medien hoben nach der Partie die mentale Widerstandsfähigkeit hervor, die Ancelotti als „normal“ bezeichnete: „Leiden ist nichts Neues im Fußball, genauso normal wie die Erleichterung am Ende.“ Der Trainer lobte die Geduld seiner Mannschaft, die trotz Rückstands nicht hektisch wurde, und verwies auf die Breite des Kaders. Neben Martinelli überzeugte auch Endrick mit Intensität, während Casemiro zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Physische Fragezeichen bleiben: Paquetá und Casemiro beendeten die Partie mit Schmerzen und werden untersucht.
Brasilien trifft im Achtelfinale am kommenden Sonntag in New Jersey auf den Sieger der Partie zwischen der Elfenbeinküste und Norwegen. Der fünfmalige Weltmeister hat eine schwierige Prüfung überstanden, doch Ancelotti stellte klar: „Wir dürfen nie zufrieden sein. Wir wollen auf einem höheren Niveau spielen.“
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Brasilien litt, zeigte aber mentale Stärke, um das Spiel zu drehen. Ancelotti erklärte, er habe Neymar für eine mögliche Verlängerung auf der Bank gelassen, und der Sieg macht das Team abgehärteter für den weiteren Turnierverlauf.
Ancelottis Ruhe und taktische Entscheidungen waren der Schlüssel zur Aufholjagd Brasiliens gegen Japan; der Trainer lobte die Geduld und die Optionen des Teams.
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