
Rohölpreis sinkt unter 75 Dollar – Hormuz-Passagen wecken Normalisierungshoffnung
Die schrittweise Wiederaufnahme des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus und die US-Sanktionserleichterung für Iran lassen die Notierungen auf das Niveau von Ende Februar zurückfallen.
Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel am Mittwoch erstmals seit dem 27. Februar unter 75 Dollar je Barrel und notierte bei 74,7 Dollar. Auch die US-Sorte WTI gab auf 72,4 Dollar nach. Beide Benchmarks haben damit binnen einer Woche rund 10 Dollar verloren und liegen nahe ihren Tiefstständen seit Anfang März. Der Markt preist zunehmend die Erwartung ein, dass die kriegsbedingte Blockade der strategischen Wasserstraße aufgeweicht wird und iranisches Rohöl auf die Weltmärkte zurückkehrt.
Auslöser der Preisbewegung sind konkrete Anzeichen für eine Belebung der Schifffahrt im Persischen Golf. Nach dem Abschluss eines Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran passierten am Dienstag drei zuvor festsitzende Supertanker die Straße von Hormus; Präsident Trump sprach von 19 Millionen Barrel, die am Montag den Korridor durchquert hätten. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen leitete einen Evakuierungsplan für Hunderte Schiffe mit rund 11.000 Seeleuten ein. Gleichzeitig gewährte das US-Finanzministerium Iran eine 60-tägige Sanktionsausnahme für Ölgeschäfte. Das Verkehrsaufkommen bleibt allerdings deutlich unter dem Vorkrisenniveau, und Teheran dementierte Trumps Aussage, Iran habe unbegrenzten Inspektionen seines Nuklearprogramms zugestimmt.
Die Finanzmärkte reagieren mit einem Abbau der Risikoprämie, die Brent im Mai zeitweise über 116 Dollar getrieben hatte. Die australische Bank Macquarie senkte ihre Prognose für den durchschnittlichen WTI-Preis im laufenden Jahr von 89 auf 77 Dollar und erwartet eine schnellere Normalisierung als der Konsens. Am physischen Markt notieren nahöstliche Sorten wie Dubai, Oman und Murban bereits mit Abschlägen, nachdem sie im März noch Aufschläge von mehr als 60 Dollar verzeichnet hatten. Analysten von Sparta Commodities verweisen auf gut versorgte asiatische Raffinerien, die für die kommenden zwei Monate kaum zusätzliche Mengen nachfragen. In Russland rechnen Ökonomen der BCS mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von 80 Dollar im dritten und 70 Dollar im vierten Quartal, während die Finam-Gruppe eine vollständige Wiederherstellung der Routen binnen ein bis zwei Monaten für möglich hält.
Die Unsicherheit über die Dauerhaftigkeit der Vereinbarung bleibt hoch. Oman und Iran vereinbarten Gespräche über die künftige Verwaltung der Schifffahrtswege; US-Außenminister Rubio erklärte, iranische Transitgebühren würden gegen internationales Recht verstoßen. Die nächsten Impulse dürften von den offiziellen US-Lagerbestandsdaten der Energy Information Administration am Mittwoch sowie vom Fortgang der Nukleargespräche ausgehen. Sollte die Entspannung anhalten, rechnen Marktteilnehmer mit einer raschen Rückkehr zum Vorkriegsniveau – zugleich behält die OPEC+ die Möglichkeit, bei einem zu starken Preisverfall die Förderung zu drosseln.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Ölpreise setzten ihren Rückgang fort, da die Märkte zunehmend zuversichtlich waren, dass die Rohöllieferungen durch die Straße von Hormuz wieder normal verlaufen. Die Entspannung zwischen den USA und dem Iran trug dazu bei, Brent und WTI nach unten zu drücken, und verstärkte ein Gefühl der Erleichterung. Die vorherrschende Darstellung betont eine stetige Erholung der Versorgungswege und zerstreut frühere Ängste vor längeren Unterbrechungen.
Der Rückgang der Rohölpreise wurde durch anhaltende Zweifel am US-Iran-Abkommen gebremst, wobei Streitigkeiten über Nuklearinspektionen und neue israelische Angriffe auf den Libanon zur Vorsicht mahnten. Einige Analysten argumentieren, dass die nächste Bewegung der Ölmärkte mehr von der chinesischen Bevorratungsstrategie abhängen wird als von der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Die Darstellung bleibt zurückhaltend und warnt, dass die derzeitige Ruhe vorübergehend sein könnte.
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