
200 Ökonomen und Tech-Führer warnen vor massiven Jobverlusten durch KI
Ein offener Brief, unterzeichnet von Nobelpreisträgern und KI-Pionieren, fordert rasches Handeln, um die wirtschaftliche Transformation zu steuern.
Mehr als 200 Ökonomen, KI-Forscher und Technologieführer – darunter 15 Nobelpreisträger sowie die früheren Google- und LinkedIn-Chefs Eric Schmidt und Reid Hoffman – haben sich in einem ungewöhnlich knappen Aufruf zusammengeschlossen, um vor den wirtschaftlichen Folgen künstlicher Intelligenz zu warnen. Das vom Digital Economy Lab der Stanford University organisierte Schreiben mit dem Titel „We Must Act Now“ prognostiziert, dass KI innerhalb des nächsten Jahrzehnts eine Transformation auslösen könnte, die grösser sei als die Industrielle Revolution, sich aber in wesentlich kürzerer Zeit vollziehe. Bemerkenswert ist die Liste der Unterzeichner: Mit dem MIT-Professor Daron Acemoglu, der noch vor zwei Jahren vor KI-Hype gewarnt hatte, finden sich nun auch prominente frühere Skeptiker unter den Absendern.
Die Erklärung benennt sowohl Risiken – darunter „grossflächige Arbeitsplatzverlagerungen“ – als auch Chancen wie deutliche Wohlstandsgewinne. Sie fordert den Aufbau von Anreizen, Leitplanken und Institutionen, um KI in eine Richtung zu lenken, die den Menschen ergänzt, statt ihn zu ersetzen. Die Sorge speist sich aus der Geschwindigkeit und Breite der Diffusion: Generative KI kann zunehmend komplexe kognitive Aufgaben eigenständig ausführen und betrifft potenziell weite Teile der Arbeitswelt. Erste Daten aus der Schweiz deuten darauf hin, dass Berufe mit hoher KI-Exposition – etwa in der IT, im Marketing und in der Kommunikation – bereits unter Druck geraten, während in anderen exponierten Bereichen wie Rechtswesen oder Callcentern noch kaum Effekte messbar sind. Von einem flächendeckenden Beschäftigungsabbau könne daher noch keine Rede sein, betont Michael Siegenthaler von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich.
Die Koalition der Unterzeichner vereint Akteure, die sonst selten gemeinsam auftreten: KI-Entwickler wie Anthropic-Mitgründer Jack Clark und OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar stehen neben Ökonomen, die die Technologie kritisch begleiten. Der nur 88 Wörter umfassende Text enthält keine konkreten politischen Forderungen, setzt aber ein Signal an die Adresse der Politik, die wirtschaftlichen Verwerfungen nicht allein den Marktkräften zu überlassen. Parallel dazu vollzieht sich in den Unternehmen ein Kurswechsel: Nach einer Phase, in der die Nutzung von KI-Werkzeugen aktiv belohnt und in Leistungsbeurteilungen verankert wurde, rücken nun Produktivitätsgewinne und Geschäftsergebnisse in den Vordergrund. Amazon etwa hat interne Ranglisten zur KI-Nutzung wieder abgeschafft, nachdem Mitarbeiter das System durch unnötige Anwendungen zu optimieren versuchten.
Für den deutschsprachigen Raum erhöht der Appell den Druck auf die politischen Akteure, die soziale Absicherung und die Weiterbildungssysteme an die erwartete Dynamik anzupassen. Die EU hat mit dem AI Act zwar einen Regulierungsrahmen geschaffen, doch die Frage, wie mit beschleunigtem Strukturwandel am Arbeitsmarkt umzugehen ist, bleibt weitgehend unbeantwortet. Der Ökonom Anton Korinek, der die Initiative mitorganisierte, warnte, das Zeitfenster für vorausschauendes Handeln schliesse sich rasch. Die nächste Wegmarke wird sein, ob und wie Regierungen in Berlin, Wien und Bern die Warnung in konkrete Massnahmen für Umschulung, soziale Sicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik übersetzen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | +0.10 | neutral |
The Atlantic bloc reports the warning as a factual event, relying on the authority of the signatories to lend credibility.
The Atlantic makes the warning plausible by presenting it as a consensus of respected experts, avoiding emotional language.
The Atlantic omits the historical comparison to the industrial revolution and the accelerated timeline emphasized by other blocs.
South Asia celebrates the rare unity between tech and economics, using the star-studded signatory list to elevate the letter's importance.
South Asia makes the warning credible by highlighting the unprecedented agreement among rival camps, turning brevity into a sign of consensus.
South Asia omits the specific policy recommendations and the historical speed comparison, focusing instead on the prestige of signatories.
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