
Neymar-Comeback bei Brasiliens 3:0 gegen Schottland von Kontroverse um Davide Ancelotti überschattet
Ein Kopfschütteln des Co-Trainers Davide Ancelotti beim Neymar-Wechsel sorgt für hitzige Debatten in Brasilien, während die Seleção souverän ins Achtelfinale einzieht.
Brasiliens 3:0-Sieg über Schottland am dritten Spieltag der Gruppe H sicherte der Seleção den Einzug in die K.-o.-Runde der Weltmeisterschaft 2026. Überschattet wurde der sportlich ungefährdete Erfolg jedoch von einer Szene an der Seitenlinie: Fernsehbilder zeigten Davide Ancelotti, Assistenztrainer und Sohn von Cheftrainer Carlo Ancelotti, wie er den Kopf schüttelte, während Neymar vor seiner Einwechslung letzte Anweisungen erhielt. In brasilianischen sozialen Netzwerken verbreitete sich die Deutung, der Co-Trainer habe damit Missbilligung gegenüber der Hereinnahme des 34-jährigen Angreifers ausgedrückt.
Auf dem Platz war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Neymar betrat in der 77. Minute beim Stand von 3:0 das Feld und absolvierte damit seine ersten Minuten bei diesem Turnier, nachdem ihn eine Wadenverletzung zurückgeworfen hatte. Der Stürmer, der mit seiner vierten WM-Teilnahme zu einem Kreis von nur acht Brasilianern um Ronaldo und Cafú aufschließt, setzte in der Schlussphase einige offensive Akzente, darunter einen Schuss aufs Tor, blieb aber ohne entscheidende Szene. Seine Ehefrau Bruna Biancardi sprach später von der emotionalen Bedeutung dieses Comebacks nach einem langen Heilungsprozess.
Die Welle der Empörung in den Kommentarspalten richtete sich unmittelbar gegen Davide Ancelotti, dem vorgeworfen wurde, den Rekordtorschützen der Nationalmannschaft nicht zu respektieren. Der Assistenztrainer wies die Vorwürfe am Freitag in einer Stellungnahme zurück: Das Kopfschütteln sei Teil eines parallelen Gesprächs mit dem technischen Mitarbeiter Paul Clement gewesen und habe in keinerlei Zusammenhang mit der Auswechslung gestanden. Auch seine Ehefrau Ana Galocha meldete sich zu Wort und beklagte, sie erhalte aufgrund der ihrer Ansicht nach völlig falschen Interpretation des Bildmaterials zahllose Beleidigungen. Aus italienischen Medien wurde zudem darauf verwiesen, dass Carlo Ancelotti vor dem Turnier erklärt hatte, sein Sohn habe ihn von der Nominierung Neymars überzeugt.
Brasilien trifft im Achtelfinale am kommenden Montag, den 29. Juni, auf Japan. Die sportliche Leitung steht vor der Aufgabe, die Aufmerksamkeit von der Begleitkontroverse zurück auf den Platz zu lenken, wo Neymar nach überstandener Verletzung weitere Einsatzzeiten erhalten dürfte.
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