
Kap Verdes Fußballhelden kehren nach WM-Drama als gefeierte Nationalhelden zurück
Die Nationalmannschaft von Kap Verde wurde nach ihrer historischen WM-Teilnahme am Unabhängigkeitstag von Tausenden Fans in Praia empfangen, während auch das Basketballteam für Jubel sorgte.
Am Morgen des 5. Juli landete die kapverdische Nationalmannschaft auf dem Nelson-Mandela-Flughafen in Praia – und wurde von einer Menschenmenge empfangen, die den Inselstaat in einen Ausnahmezustand versetzte. Die Ankunft fiel mit dem 51. Unabhängigkeitstag des Archipels zusammen, der sich 1975 von der portugiesischen Kolonialherrschaft gelöst hatte. Tausende Anhänger säumten die Straßen, schwenkten Fahnen und skandierten die Namen der Spieler, während Flughafenmitarbeiter auf dem Rollfeld in einer spontanen Geste der Ehrerbietung niederknieten. Ein Autokorso führte die Mannschaft durch die Hauptstadt, vorbei an Trommlern und Tanzgruppen, ehe Präsident José Maria Neves die Delegation im Palast empfing und von „Seelengröße, Talent und Tapferkeit“ sprach.
Die Begeisterung galt einem Team, das bei seiner ersten WM-Teilnahme alle Erwartungen übertroffen hatte. In der Gruppenphase blieb Kap Verde gegen Spanien (0:0), Uruguay (2:2) und Saudi-Arabien (0:0) ohne Niederlage in der regulären Spielzeit und zog als Gruppenzweiter in die K.-o.-Runde ein – als bevölkerungsärmstes Land, dem dies je gelang. Im Sechzehntelfinale gegen Titelverteidiger Argentinien erzwang die Mannschaft von Trainer Bubista nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit die Verlängerung und glich dort durch einen Treffer von Sidny Lopes Cabral erneut aus, ehe ein abgefälschter Kopfball von Cristian Romero das 2:3 und das Aus besiegelte. Torhüter Vozinha, mit 40 Jahren einer der ältesten Spieler des Turniers, avancierte mit zahlreichen Paraden zur prägenden Figur und verzeichnete nach der WM einen sprunghaften Anstieg seiner Social-Media-Reichweite.
In der internationalen Berichterstattung wurde der Auftritt der „Tubarões Azuis“ als eine der großen Überraschungen des Turniers gewertet. Afrikanische Medien hoben hervor, dass die Mannschaft den Respekt der Fußballwelt gewonnen habe, während europäische Beobachter die taktische Disziplin und die physische Widerstandskraft des Außenseiters betonten. Trainer Bubista erklärte nach der Landung: „Wir haben gezeigt, dass unsere Qualifikation kein Glück war. Wir haben hart gearbeitet und die USA mit erhobenem Haupt verlassen.“
Parallel zum Fußballmärchen sorgte auch die Basketballnationalmannschaft für einen sportlichen Erfolg: Am selben Wochenende sicherte sich das Team durch einen Sieg gegen Libyen vorzeitig den Einzug in die zweite Runde der WM-Qualifikation. Damit steht Kap Verde, ein Land mit rund einer halben Million Einwohnern, in zwei globalen Sportarten gleichzeitig im Fokus – ein doppelter Coup, der die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag zusätzlich befeuerte.
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