
Nach Spionageaffäre: FA erhebt Anklage gegen Southamptons Trainer
Der englische Fußballverband wirft Tonda Eckert vor, das Ausspähen von Gegnertrainings angeordnet zu haben; der Klub war bereits aus den Aufstiegsspielen ausgeschlossen worden.
Die Football Association (FA) hat am Mittwoch Anklage gegen Tonda Eckert, den Cheftrainer des FC Southampton, erhoben. Dem Deutschen werden drei Verstöße gegen Regel E3.1 vorgeworfen, weil er zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 die Beobachtung von Trainingseinheiten der Ligakonkurrenten Oxford United, Ipswich Town und des FC Middlesbrough angeordnet oder genehmigt haben soll. Eckert hat bis zum 28. Juli Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.
Der Vorwurf reiht sich ein in eine Affäre, die den englischen Profifußball in der vergangenen Saison erschüttert hatte. Southampton hatte im Mai zugegeben, vor dem Play-off-Halbfinale der zweitklassigen Championship das Training von Middlesbrough ausgespäht zu haben. Die Mannschaft setzte sich sportlich in zwei Spielen durch (0:0, 2:1), wurde jedoch nach Bekanntwerden der Vorfälle von der English Football League (EFL) aus dem Finale um den Aufstieg in die Premier League ausgeschlossen. Middlesbrough rückte nach, unterlag im Endspiel aber Hull City. Zusätzlich verhängte eine unabhängige Disziplinarkommission einen Abzug von vier Punkten für die kommende Saison 2026/27. Der sportliche und wirtschaftliche Schaden ist erheblich: Der Aufstieg hätte dem Klub nach Schätzungen Einnahmen von rund 200 Millionen Pfund (etwa 235 Millionen Euro) gesichert.
Aus Londoner Verbandskreisen verlautete, die Kommission habe die Spionage als einen „von oben gesteuerten, durchdachten Plan“ bezeichnet. Eckert selbst räumte seine Verantwortung ein und entschuldigte sich öffentlich. Der Klub, der in einer Stellungnahme volle Kooperation mit der FA zusagte, stärkte seinem Trainer den Rücken. Eigentümer Dragan Solak sprach von einem Fehler, für den der Verein bereits ausreichend bestraft sei. In israelischen Medienberichten wurde indes darauf hingewiesen, dass Southampton die Zusammensetzung der unabhängigen Kommission wegen angeblicher historischer Verbindungen zweier Mitglieder zu Middlesbrough in Frage gestellt hatte – ein Einwand, der die Debatte um Verfahrensgerechtigkeit nährte. In russischen Kommentaren wird der Fall als Teil einer breiteren Entwicklung zu strengeren Sanktionen bei unsportlichem Verhalten gesehen. Verwiesen wird auf den Fall Leeds United, das 2019 für ähnliche Spionage noch mit einer Geldstrafe von 200.000 Pfund davongekommen war, weil das Verbot damals noch nicht im Regelwerk verankert war. Auch der Drohneneinsatz der kanadischen Frauen-Olympiamannschaft gegen Neuseeland wird als Beispiel für eine zunehmend härtere Gangart der Verbände angeführt.
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens bereitet sich Southampton auf die neue Championship-Saison vor, die am 16. August mit einem Auswärtsspiel beim FC Watford beginnt. Der Punktabzug und die Hypothek der Affäre lasten auf dem Verein, der dennoch das Ziel Premier-League-Rückkehr nicht aufgegeben hat.
| Russische & GUS-Presse | −0.10 | neutral |
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| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.40 | critical |
| Israelische Presse | 0.00 | neutral |
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