
Nach harscher Kritik an Verbündeten: Trump lobt „enorme Geschlossenheit“ der NATO
Der US-Präsident bezeichnete die Atmosphäre beim Treffen der 32 Staats- und Regierungschefs in Ankara als von „unglaublicher Liebe“ geprägt, nachdem er zuvor Spanien und Dänemark scharf attackiert hatte.
Das Gipfeltreffen der NATO in Ankara endete am Mittwoch mit einer gemeinsamen Abschlusserklärung, in der die Verbündeten ihr Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 bekräftigten und der Ukraine für das laufende Jahr Militärhilfen in Höhe von 70 Milliarden Euro zusagten. US-Präsident Donald Trump, der noch am Vormittag mehrere Mitgliedstaaten öffentlich gerügt hatte, sprach im Anschluss an die Beratungen von einer „enormen Geschlossenheit“ und einer Atmosphäre „unglaublicher Liebe“ im Kreis der 32 Staats- und Regierungschefs. Nach seinen Worten hätten ihm die Anwesenden gesagt: „Sir, we love you.“
Zuvor hatte Trump Spanien mit einem vollständigen Handelsstopp gedroht und das Land als „schrecklichen Partner“ bezeichnet, weil es das Ziel von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben ablehnt und den USA die Nutzung von Stützpunkten für Militäraktionen gegen Iran verweigert. Die EU-Kommission in Brüssel verwies darauf, dass die Mitgliedstaaten ihre handelspolitischen Kompetenzen weitgehend an die Union abgegeben hätten, und forderte Washington auf, bestehende Handelsabkommen einzuhalten. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen wies Trumps erneuerte Forderung nach einer Übernahme Grönlands scharf zurück und betonte, das Königreich sei bereit, „jeden Zentimeter des NATO-Gebiets zu verteidigen“.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte wertete das Treffen als Beleg dafür, dass das Bündnis „stärker ist als je zuvor“. Laut der Abschlusserklärung wurden neue Beschaffungen im Wert von mehr als 50 Milliarden US-Dollar angekündigt; zudem soll die Rüstungszusammenarbeit durch den Abbau von Handelshemmnissen und den Einsatz leistungsfähiger KI-Modelle vertieft werden. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, Trump habe sich in der vertraulichen Sitzung versöhnlich gezeigt und klargemacht, dass er zur Allianz stehe. Bundeskanzler Friedrich Merz bestätigte diese Darstellung.
Ungeachtet der versöhnlichen Töne bleiben zentrale Streitpunkte bestehen. Die Forderung nach einer Anhebung der Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung wird von einer Reihe von Verbündeten nicht erfüllt. Die EU wird die handelspolitischen Schritte Washingtons gegenüber Spanien weiter beobachten. Die für 2027 zugesagte Fortführung der Ukraine-Hilfe in mindestens gleicher Höhe hängt von der Bereitschaft der europäischen Partner und Kanadas ab, die zugesagten Mittel auch tatsächlich bereitzustellen. Die nächsten NATO-Beratungen werden sich voraussichtlich mit der Umsetzung der Beschaffungszusagen und der weiteren Lastenteilung befassen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
Trump widerspricht sich selbst: Nachdem er Verbündete angegriffen hat, spricht er jetzt von Liebe.
Der Kontrast zwischen früheren und aktuellen Aussagen wird betont, um die Inkonsistenz hervorzuheben.
Erwähnt nicht Trumps spezifische Kritik an Dänemark und Spanien, die den Widerspruch deutlicher gemacht hätte.
Trump inszeniert ein Drehbuch: zuerst Drohungen, dann Happy End.
Das Ereignis wird als theatralische Aufführung beschrieben, die den Widerspruch zwischen Angriffen und Lob betont.
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