
Moskau verlängert Benzin-Exportstopp bis Jahresende
Während die Ausfuhrsperre für Ottokraftstoff über den Juli hinaus bestehen bleibt, soll das Dieselverbot bei Markterholung gelockert werden.
Russland hält den Export von Benzin bis mindestens Ende 2024 unter Verschluss. Vizeministerpräsident Alexander Nowak gab am Samstag bekannt, dass die bereits geltende Ausfuhrsperre für Ottokraftstoff über den 31. Juli hinaus verlängert wird – und zwar sowohl für produzierende Unternehmen als auch für reine Händler. Damit reagiert Moskau auf anhaltende Engpässe im Inland, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerieanlagen sowie durch Störungen in den Logistikketten ausgelöst wurden. Bereits im Frühjahr und Frühsommer hatte die Regierung schrittweise Exportbeschränkungen verhängt, zuletzt auch für Diesel und Flugkerosin.
Anders als beim Benzin könnte die Dieselsperre jedoch bald wieder aufgehoben werden. Nowak stellte in Aussicht, das Ausfuhrverbot für den Kraftstoff "nach Maßgabe der Markterholung" zu lockern, um ein Überangebot und einen Rückgang der Raffinerieauslastung zu verhindern. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass sich die Versorgungslage bei Diesel entspannen könnte, während die Benzinknappheit fortbesteht. Nach Angaben des Energieministeriums aus der zurückliegenden Woche zeichnete sich in Regionen wie Transbaikalien, Kaliningrad, Irkutsk und Krasnodar eine gewisse Stabilisierung ab, doch in weiten Teilen des Landes stehen Tankstellen weiterhin vor Engpässen und Rationierungen.
Für die globalen Märkte und insbesondere für Westeuropa bleiben die direkten Auswirkungen begrenzt, da die EU bereits weitgehende Importverbote für russische Ölprodukte erlassen hat. Indirekt könnten jedoch Preisverwerfungen bei Diesel und Benzin auftreten, falls andere Abnehmerländer um frei werdende Mengen konkurrieren. Moskau selbst betont, dass nach Sicherstellung der Inlandsversorgung die Ausfuhr von Diesel wieder volle Priorität erhalten solle, um die Auslastung der eigenen Raffinerien zu sichern.
Als nächster entscheidender Schritt gilt die konkrete Aufhebung des Diesel-Exportstopps, deren Zeitpunkt Nowak offenließ. Zudem kündigte er an, dass Russland bei normalisierten Verhältnissen zur Produktion von Benzin der Sorte Euro-5 zurückkehren werde – ein Hinweis darauf, dass derzeit teilweise auf niedrigere Qualitätsklassen ausgewichen wird. Marktbeobachter werden die Entwicklung der russischen Treibstofflieferungen in den kommenden Wochen genau verfolgen.
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