
Misshandlungsvorwürfe in Bengaluru: Videos aus Kita lösen Ermittlungen aus
In Indien wurden fünf Betreuerinnen festgenommen, nachdem Aufnahmen von Misshandlungen an Kleinkindern aufgetaucht waren. Ähnliche Fälle aus Brasilien und Argentinien zeigen die Rolle von Videoaufnahmen bei der Aufdeckung von Gewalt.
In der südindischen Metropole Bengaluru sind fünf Betreuerinnen einer Kindertagesstätte auf dem Gelände eines IT-Unternehmens wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung festgenommen worden. Auslöser waren Videoaufnahmen, die über den Nachrichtendienst WhatsApp verbreitet wurden und nach Angaben der örtlichen Polizei zeigen sollen, wie Kleinkinder im Alter von zwei bis drei Jahren körperlich und seelisch misshandelt werden. Die Behörden registrierten eine Anzeige nach dem Jugendstrafrecht und nahmen die beschuldigten Frauen in Gewahrsam. Das Unternehmen Capgemini, auf dessen Campus sich die Einrichtung befindet, erklärte, die Kita vorübergehend zu schließen und mit den Ermittlern zu kooperieren.
Die Ermittler prüfen derzeit die Echtheit der Aufnahmen und versuchen zu klären, wann die Vorfälle stattfanden und ob weitere Kinder betroffen sind. In den Videos, die von den Behörden noch nicht öffentlich bestätigt wurden, sollen die Betreuerinnen Kinder in eine Waschmaschine gesetzt, mit einem Toilettenduschkopf bespritzt und in Badezimmer eingesperrt haben. Die Polizei von Bengaluru betonte, dass die Ermittlungen noch am Anfang stünden und weitere Zeugenaussagen gesammelt würden. Parallel dazu hat sich die Kinderschutzkommission des Bundesstaates Karnataka eingeschaltet und eine unabhängige Prüfung angekündigt.
Der Fall reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, bei denen Videoaufnahmen als Beweismittel für Gewalt gegen Kinder und Frauen dienen. Im brasilianischen Cerquilho wurde eine Kita-Mitarbeiterin, die zuvor wegen Misshandlung eines sechs Monate alten Säuglings angezeigt und vom Dienst suspendiert worden war, tot aufgefunden; die Polizei hatte zuvor ihre Festnahme beantragt. In der argentinischen Provinz Santiago del Estero nahm die Polizei eine 23-jährige Mutter fest, nachdem der Vater des vierjährigen Mädchens Videos vorgelegt hatte, die körperliche Gewalt und Drohungen zeigen sollen. Ebenfalls in Argentinien, in der Provinz San Juan, wurde ein Mann festgenommen, der seine schwangere Partnerin eine Treppe hinuntergestoßen haben soll – auch hier sicherten Überwachungskameras die Tat.
Zugleich verdeutlicht eine Faktenprüfung des bangladeschischen Mediums Prothom Alo, wie schnell sich solche Aufnahmen verselbstständigen: Ein Video, das ein Kind in einer Kita im indischen Bundesstaat Maharashtra zeigt und dort zu einer Anzeige gegen sechs Mitarbeiter führte, wurde in sozialen Netzwerken fälschlich als Beleg für Missstände in Bangladesch verbreitet und millionenfach angesehen. In einem weiteren Fall aus Bengaluru erstattete eine 28-jährige Frau Anzeige, weil intime Videos von ihr ohne Einwilligung auf einer Dating-Plattform aufgenommen und Jahre später auf Erwachsenenseiten veröffentlicht worden seien. Die Polizei hat in allen genannten Fällen Ermittlungen eingeleitet; belastbare Ergebnisse stehen noch aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine Kita auf einem Tech-Campus in Bengaluru wurde zum Schauplatz unvorstellbarer Grausamkeiten: Fünf Betreuerinnen misshandelten Kleinkinder, steckten sie in Waschmaschinen und sperrten sie in Badezimmer. Die viralen Videos lösten öffentliche Empörung und sofortige Strafanzeigen aus.
Eine Welle des Entsetzens erfasste Indiens Tech-Zentrum, nachdem Kameras in einer Betriebskita systematische Misshandlungen von Zweijährigen aufgezeichnet hatten. Der Vorfall wirft beunruhigende Fragen zur Sicherheit der Kinderbetreuung für Angestellte in einem Land auf, das der Moderne entgegenstrebt.
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