
Iran droht mit Gewalt gegen Schiffe, die Routen in der Straße von Hormus missachten
Teheran verschärft den Ton gegenüber der US-Marine und kündigt Transitgebühren an, während Gewerkschaften das Seegebiet weiterhin als Kriegszone einstufen.
Die iranische Militärführung hat am Donnerstag eine Warnung an alle Handelsschiffe und Öltanker in der Straße von Hormus ausgesprochen. Demnach müssen sämtliche Wasserfahrzeuge die von Iran festgelegten Schifffahrtsrouten nutzen; jede Abweichung werde mit einer „sofortigen und entschlossenen Reaktion“ der Streitkräfte beantwortet. Die anhaltende Präsenz amerikanischer Kampfflugzeuge und Drohnen über der Meerenge gefährde die regionale Sicherheit, erklärte das Khatam-al-Anbiya-Hauptquartier. Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des globalen Öltransits verläuft, ist damit erneut zum Brennpunkt der Spannungen zwischen Washington und Teheran geworden.
Aus Teheraner Sicht handelt es sich bei der Wasserstraße um souveränes iranisches Hoheitsgebiet, dessen Sicherheit eine „rote Linie“ darstelle. Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani kündigte zudem an, dass nach Ablauf einer 60-tägigen Übergangsfrist Transitgebühren für die Passage erhoben würden. Die Verwaltung der Straße obliege ausschließlich Iran und Oman. Teheran wirft Washington vor, die Diplomatie zu untergraben, und verweist auf einen US-Luftschlag vom 27. Juni, der trotz eines am 18. Juni unterzeichneten Memorandums of Understanding erfolgt sei. In Washingtoner Regierungskreisen wiederum wird die Freiheit der Schifffahrt betont; das US-Zentralkommando hatte zuvor bei einem Treffen mit Vertretern nahöstlicher Staaten in Bahrain das gemeinsame Bekenntnis zum freien Handelsverkehr bekräftigt – eine Erklärung, die in Teheran als Provokation gewertet wurde.
Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITWF) und die Reeder-Dachorganisation Joint Negotiating Group halten unterdessen an der Einstufung der Straße von Hormus als Kriegsgebiet fest. Diese Entscheidung, die mindestens bis zum 9. Juli wöchentlich überprüft wird, begründen die Gewerkschaften mit der weiterhin erheblichen Gefahr für Leib und Leben der Seeleute. Der Status als Kriegszone berechtigt die Besatzungen zu doppelter Heuer und weiteren Zulagen, was die Betriebskosten der Reedereien spürbar erhöht. Nach Angaben des italienischen Verteidigungsministeriums befinden sich zudem noch Hunderte moderne Minen in der Meerenge, deren Räumung voraussichtlich zwei Monate in Anspruch nehmen wird.
Die jüngste Zuspitzung fällt in eine Phase fragiler Waffenruhe-Verhandlungen. Das am 18. Juni unter Vermittlung Katars und Pakistans erzielte Memorandum sieht eine 60-tägige Verlängerung der Feuerpause, die Aufhebung der US-Seeblockade und die vollständige Wiedereröffnung der Straße vor. Technische Gespräche über ein dauerhaftes Abkommen, das auch den Status des iranischen Nuklearprogramms umfassen soll, dauern an. Für die europäischen Volkswirtschaften, insbesondere Deutschland, das einen erheblichen Teil seiner Energieimporte über den Seeweg bezieht, bleibt die Lage an der strategischen Wasserstraße ein erhebliches Risiko für Versorgungssicherheit und Preisstabilität. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die diplomatischen Kanäle eine weitere Eskalation verhindern können, während die Übergangsfrist für die gebührenfreie Passage abläuft und die Minenräumung erst begonnen hat.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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After the war with the US, Iran asserts control over the Strait of Hormuz as a legitimate sovereign right, warning that any violation will be met with force. It is framed as a defensive measure against ongoing aggression, demonstrating Iranian resolve and strategic importance.
The US and allies view Iran's Strait threat as a dangerous escalation jeopardizing freedom of navigation and global energy supplies, coming after a direct military conflict. The response emphasizes military readiness and the need to curb Iran's aggressive ambitions.
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