
Messi trifft erstmals auf England – ein Halbfinale mit historischen Schatten
Im WM-Halbfinale 2026 kommt es zur Premiere: Lionel Messi bestreitet sein erstes Länderspiel gegen die Three Lions, während Argentinien den Titel verteidigen will.
Es ist eine Begegnung, die mehr als zwei Jahrzehnte auf sich warten ließ: Wenn Lionel Messi am Mittwochabend im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta das Spielfeld betritt, wird der 39-jährige Argentinier zum ersten Mal in seiner Länderspielkarriere auf England treffen. Der achtfache Weltfußballer, der bei diesem Turnier bereits acht Tore erzielt hat und mit insgesamt 21 Treffern der erfolgreichste Schütze der WM-Geschichte ist, hatte die Three Lions stets verpasst – zuletzt 2005, als eine Sperre nach einem Platzverweis bei seinem Debüt gegen Ungarn den Einsatz im Freundschaftsspiel in Genf verhinderte.
Argentinien erreichte das Halbfinale als Titelverteidiger mit einer Serie von zwölf ungeschlagenen WM-Partien. Im Viertelfinale setzte sich die Mannschaft von Lionel Scaloni nach Verlängerung mit 3:1 gegen die Schweiz durch, nachdem zuvor bereits Ägypten, Kap Verde und Jordanien bezwungen worden waren. England zog durch ein 2:1 nach Verlängerung gegen Norwegen in die Runde der letzten Vier ein, wobei Jude Bellingham beide Treffer erzielte. Aus Londoner Sicht lastet auf dem Duell jedoch eine Hypothek: Von drei WM-Halbfinals gewann England nur jenes 1966 gegen Portugal, während man 1990 im Elfmeterschießen an Deutschland scheiterte.
Das Aufeinandertreffen weckt unweigerlich Erinnerungen an das Viertelfinale 1986, als Diego Maradona mit der «Hand Gottes» und einem Jahrhunderttor die Geschicke beider Nationen verknüpfte. Messi, der Maradona 2022 in Katar durch den Titelgewinn emulierte, könnte nun ebenfalls einen bleibenden Eindruck gegen England hinterlassen. In argentinischen Medien wird zudem auf seine beeindruckende Bilanz gegen englische Klubs verwiesen: 27 Tore in 36 Champions-League-Partien gegen Teams der Premier League, darunter neun gegen den FC Arsenal.
«Ich habe gegen fast alle großen Nationen gespielt, nur nicht gegen England», sagte Messi nach dem Viertelfinalsieg. Der englische Außenverteidiger Nico O’Reilly bezeichnete die Partie als «einmalige Gelegenheit» und nannte Messi den besten Spieler, der je einen Fußballplatz betreten habe. In asiatischen Medien wird Argentinien aufgrund der konstanten Offensivleistung und der Erfahrung in K.-o.-Spielen als Favorit gehandelt, während englische Kommentatoren die Chance betonen, nach 60 Jahren wieder einen WM-Titel zu gewinnen.
Der Sieger dieses Duells trifft im Finale in New York auf den Gewinner der zweiten Halbfinalpartie zwischen Frankreich und Spanien. Für Argentinien geht es um die Möglichkeit, als erste Mannschaft seit Brasilien 1962 den Titel zu verteidigen; für Messi wäre es die dritte Finalteilnahme binnen vier Weltmeisterschaften – ein Kunststück, das selbst Maradona nicht gelang.
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Lateinamerika verweist auf Messis Bilanz gegen englische Vereine, um das Vertrauen in den Sieg zu stärken.
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