
Marokko hebt Wachstumsprognose an – Ghanas Opposition warnt vor Schuldenrisiken
Während Rabat dank Agrarerholung und Investitionen ein Wachstum von 5,3 Prozent prognostiziert, stellt die Opposition in Accra die Tragfähigkeit der Haushaltszahlen infrage.
Die marokkanische Wirtschafts- und Finanzministerin Nadia Fettah hat die Wachstumsprognose für 2026 auf 5,3 Prozent angehoben – 0,7 Prozentpunkte über dem Ansatz des Haushaltsgesetzes. Treiber sind eine Erholung der landwirtschaftlichen Wertschöpfung um voraussichtlich 15,1 Prozent nach mehreren Dürrejahren sowie eine robuste Binnennachfrage und Investitionsdynamik. Die Inflation blieb in den ersten sechs Monaten mit durchschnittlich 0,4 Prozent gedämpft, die Kerninflation drehte sogar leicht ins Negative. Für 2027 wird ein Anstieg auf 2 Prozent erwartet, getrieben von importierten Preisdrücken, doch die Regierung verweist auf Versorgungssicherungsmaßnahmen und Subventionen für Grundnahrungsmittel als stabilisierende Faktoren.
Aus Accra hingegen meldet sich die Opposition mit deutlicher Skepsis zu Wort. Der Vorsitzende des Politik-Koordinationsausschusses der New Patriotic Party, Kojo Oppong Nkrumah, warf der Regierung vor, das Erreichen eines Primärüberschusses von 2,6 Prozent des BIP im Jahr 2025 sei vor allem durch Ausgabenkürzungen von 13,8 Prozent und nicht durch höhere Einnahmen zustande gekommen. Zudem bezeichnete er das gegenwärtige Wachstumsmodell als „Galamsey-Ökonomie“, die übermäßig von hohen Goldpreisen profitiere, und forderte Aufklärung über einen Rückgang der Währungsreserven um 1,2 Milliarden Dollar. Die Regierung wird bei der an diesem Donnerstag anstehenden Halbjahresbilanz voraussichtlich auf gesunkene notleidende Kredite (NPL-Quote von 23,1 auf 16,1 Prozent) und eine gestiegene Kapitaladäquanz der Banken verweisen, doch die Zentralbank warnt vor anhaltend erhöhten Kreditrisiken.
In Brasilien hält der Industrieverband CNI an seiner moderaten Wachstumsprognose von 2 Prozent für 2026 fest, getragen von Rohstoffsektoren und einer widerstandsfähigen Dienstleistungswirtschaft. Gleichzeitig wurde die Inflationserwartung auf 5 Prozent angehoben, und die Aussicht auf Zinssenkungen trübt sich ein: Statt der bisher erwarteten Lockerung rechnet die CNI nur noch mit zwei Zinsschritten von je 0,25 Prozentpunkten, sodass der Leitzins Selic zum Jahresende bei 13,75 Prozent läge. Die hohen Realzinsen und fiskalische Fragilität gelten als Bremsklötze für eine kräftigere Erholung.
Die nächsten Wegmarken sind die Haushaltsrede des ghanaischen Finanzministers am 23. Juli, die Klarheit über Reservenverwendung und Schuldenentwicklung bringen soll, sowie die Ausarbeitung des marokkanischen Haushaltsplans 2027–2029, der auf einem Wachstum von 4,1 Prozent und einem Ölpreis von 70 Dollar je Barrel basiert. In Brasilien richtet sich der Blick auf die geldpolitischen Signale der Zentralbank angesichts der persistenten Inflation.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.70 | aligned |
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| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.60 | critical |
Die marokkanische Regierung verkündet zuversichtlich ein Wachstum von 5,3%, Ergebnis proaktiver Politik und der landwirtschaftlichen Erholung.
Sie präsentiert offizielle Zahlen als unwiderlegbaren Erfolgsbeweis, schließt jede externe Unsicherheit aus und erzeugt ein Bild unvermeidlicher Stabilität.
Die ghanaische Opposition prangert eine falsche Konsolidierung an: Der Überschuss kommt von Kürzungen, nicht von Einnahmen, und die Reserven sinken.
Sie interpretiert offizielle Daten als Schwächesignale, verwandelt behauptete Erfolge (Überschuss, Wachstum) in strukturelle Probleme und nutzt technische Analysen, um die Glaubwürdigkeit der Regierung zu untergraben.
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