
Manouchehr Farid, Gesicht der iranischen Nouvelle Vague, im Exil gestorben
Mit 89 Jahren starb der Bahai-Schauspieler in Melbourne, nachdem er 1979 Iran verlassen musste – seine Rollen in Filmen von Bahram Beizai bleiben unvergessen.
An einem Abend in den frühen 1960er Jahren saßen Ebrahim Golestan und Forough Farrokhzad im Publikum einer Teheraner Theateraufführung. Gespielt wurde „Die Toten ohne Begräbnis“, und auf der Bühne stand ein junger Schauspieler, dessen nuanciertes Spiel die beiden Filmemacher sofort überzeugte. Noch in derselben Nacht lud Golestan ihn zusammen mit Jamshid Mashayekhi und Mohammad Ali Keshavarz in sein Haus ein, um für Szenen seines Films „Khesht o Ayeneh“ (Ziegel und Spiegel) zu proben. Für Manouchehr Farid, der an diesem Abend entdeckt wurde, war es der Beginn einer kurzen, aber unauslöschlichen Leinwandkarriere. Am 11. Juli 2023 ist er im Alter von 89 Jahren in Melbourne gestorben, fast ein halbes Jahrhundert, nachdem er seine Heimat verlassen musste.
Farids Name ist untrennbar mit dem Regisseur Bahram Beizai verbunden, in dessen vier Filmen er zwischen 1971 und 1978 auftrat. In „Ragbar“ (Regenguss) spielte er den Metzger Agha Rahim, eine Figur, die auf den ersten Blick als Antagonist erscheinen mag, in Farids Interpretation jedoch eine stille Würde und eine unerwartete menschliche Nähe zum Lehrer der Geschichte entwickelte. Später, in „Cherike-ye Tara“ (Taras Ballade), verkörperte er den „Historischen Mann“ – eine mythische Gestalt, die aus dem Kaspischen Meer steigt und sich in die Titelheldin verliebt. Diese Rolle, in der sich Legende und Alltag durchdringen, gilt unter iranischen Cineasten als einer der kühnsten Auftritte des Neuen Iranischen Kinos. Farid selbst sah Beizai als einen Filmemacher, der „symbolisch“ arbeitete und die Grundfragen des Lebens stellte; er bestand darauf, in dessen Filmen stets seine eigene Sprechweise zu bewahren, statt die Tonlage des Regisseurs zu imitieren.
Geboren 1937 in Teheran, gehörte Farid einer Generation an, die das moderne iranische Theater und Kino formte – an der Seite von Schauspielern wie Ali Nassirian, Jamshid Mashayekhi, Parviz Fani-zadeh und Davoud Rashidi. Seine Ausbildung erhielt er bei Hamid Samandarian, der ihm riet, den damals üblichen deklamatorischen Tonfall abzulegen und eine natürliche Sprechweise zu finden. In nur vierzehn Jahren wirkte Farid in vierzehn Filmen mit, darunter „Gharibeh va Meh“ (Der Fremde und der Nebel) und „Kalagh“ (Die Krähe). Doch mit der Islamischen Revolution 1979 endete seine Laufbahn abrupt. Als Angehöriger der Bahai-Religion wurde ihm jede künstlerische Tätigkeit untersagt. Noch im selben Jahr verließ er den Iran, zunächst in die USA, später nach Australien, wo er in der Textilindustrie arbeitete und nie wieder professionell vor die Kamera trat. „Ich sehe mein Leben nach der Auswanderung wie eine lange Rolle“, sagte er später, „nur dass sie diesmal nicht auf der Bühne oder der Leinwand spielt, sondern im Alltag.“
In der Erinnerung des iranischen Kinos bleibt Farid vor allem als Gesicht einer verlorenen Epoche präsent. Ein nie realisiertes Projekt, Beizais „Ayyar-e Tanha“ (Der einsame Ritter), für das Farid bereits seinen Körper trainierte, scheiterte in den 1970er Jahren an der Forderung des Produzenten, die Hauptrolle mit einem bekannteren Star zu besetzen; Beizai zerriss daraufhin den Vertrag. Jahrzehnte später, im Exil, brach aus Farid ein Schmerz hervor, der die Wunde dieser abgebrochenen Biografie bloßlegte: „Sie wissen nicht, was sie mir angetan haben … welches Herz sie mir gebrochen haben.“ Es ist der Aufschrei eines Mannes, der nicht nur seine Heimat, sondern auch seine Kunst verlor – und der doch in den wenigen Filmen, die von ihm bleiben, für immer aus dem Meer der Legende steigt.
| Iranische & verwandte Presse | +0.50 | aligned |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
We Iranians honor Manuchehr Farid as a pillar of our cultural identity, a man of the sea who gave voice to the new wave.
Epic and sacred language is used, associating the artist with national and religious values, turning a cultural event into an act of resistance.
Criticism of the regime and personal controversies that could tarnish Farid's heroic image are omitted.
We denounce the regime's instrumental use of Farid to divert attention from its atrocities.
A parallel is drawn between the celebration of Farid and the regime's violence, creating a moral opposition that invalidates any positive aspect.
Farid's genuine artistic contributions and the historical context of the Iranian new wave are omitted.
We observe the Farid case as an example of how cultural memory is constructed in authoritarian contexts.
An academic tone is adopted, generalizing the case to a broader category of 'memory construction', reducing political specificity.
Immediate human rights implications and criticism of the regime are omitted to maintain neutrality.
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