
Kuba versinkt im dritten totalen Stromausfall des Jahres
Die nationale Netzbetreiberin untersucht die Ursachen des Zusammenbruchs, während die Insel unter einer schweren Treibstoffkrise leidet.
Am Montagmittag (Ortszeit) brach das gesamte kubanische Stromnetz zusammen und stürzte die rund zehn Millionen Einwohner der Karibikinsel in Dunkelheit. Die staatliche Unión Eléctrica (UNE) meldete eine „vollständige Trennung des nationalen Elektroenergiesystems“ und leitete eine Untersuchung der Ursachen ein. Es ist der dritte landesweite Blackout im Jahr 2026 und der achte seit Ende 2024.
Bereits vor dem Kollaps waren nach Angaben der Behörden fast zwei Drittel des Landes ohne Strom. In der Hauptstadt Havanna summieren sich die täglichen Abschaltungen auf mehr als 30 Stunden am Stück, in ländlichen Gebieten auf über 70 Stunden. Der öffentliche Nahverkehr kam weitgehend zum Erliegen, und nach übereinstimmenden Berichten lokaler und internationaler Medien wurden Zehntausende chirurgische Eingriffe abgesagt. Das Energieministerium aktivierte Notfallprotokolle und versorgte zunächst lebenswichtige Dienste wie Krankenhäuser und Lebensmittelzentren über Mikrosysteme mit Strom.
Die kubanische Regierung unter Präsident Miguel Díaz-Canel macht die seit Januar von Washington verhängte „genozidale Energieblockade“ für die Krise verantwortlich. Die USA hatten mit der Androhung von Strafzöllen Lieferungen aus Venezuela und Mexiko unterbunden; lediglich ein russischer Tanker durfte Ende März rund 730.000 Barrel Rohöl löschen, dessen Vorräte nach Regierungsangaben Ende April erschöpft waren. Aus Washingtoner Sicht wird Kuba als „außergewöhnliche Bedrohung“ der nationalen Sicherheit eingestuft, und die Sanktionen zielen auf einen politischen Wandel ab. Die kubanische Führung wies dies zurück und kündigte an, sich jedem äußeren Druck militärisch zu widersetzen.
Die Stromerzeugung der Insel stützt sich auf sieben veraltete thermoelektrische Kraftwerke, von denen einige seit mehr als 40 Jahren in Betrieb sind und immer wieder wegen Pannen oder Wartungsarbeiten stillstehen. Die wichtigste Anlage, Antonio Guiteras im Westen der Insel, war am Montag wegen einer Reparatur außer Betrieb – bereits die fünfzehnte Abschaltung in diesem Jahr. Parallel hat Havanna mit chinesischer Hilfe den Ausbau von Solarenergie vorangetrieben; 56 neue Photovoltaikparks decken inzwischen rund zehn Prozent des Bedarfs. Die Ursache des aktuellen Netzzusammenbruchs blieb zunächst ungeklärt. Die UNE teilte mit, die Ermittlungen dauerten an, während die schrittweise Wiederherstellung der Versorgung im Gange sei.
| Iranische & verwandte Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.70 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
Der Iran verurteilt das US-Embargo als Ursache des kubanischen Blackouts.
Der Iran betont die historische Kontinuität des Embargos und zitiert kubanische Quellen, um die USA als Angreifer und Kuba als Opfer darzustellen.
Der Iran lässt die Rolle des veralteten kubanischen Stromnetzes aus, die andere Quellen hervorheben.
Die US-Ölblockade ist die Hauptursache des kubanischen Blackouts. Moskau verurteilt die Sanktionen und unterstützt Kuba.
Russland schiebt die Schuld auf die USA, minimiert Kubas interne Probleme und stellt den Blackout als direkte Folge der US-Außenpolitik dar.
Der kubanische Blackout ist auf veraltete Infrastruktur und Treibstoffknappheit zurückzuführen, wobei die US-Blockade ein verschärfender Faktor ist. Die Behörden ermitteln.
Der Westen gleicht interne und externe Ursachen aus und präsentiert ein sachliches Bild, ohne einseitige Schuld zuzuweisen.
Das heruntergekommene Netz und die Treibstoffknappheit, verschärft durch die US-Blockade, verursachten den Blackout. Europa beobachtet mit Besorgnis.
Europa universalisiert die Krise als strukturelles Problem, vermeidet exklusive Schuldzuweisungen und betont die Notwendigkeit multilateraler Lösungen.
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