
Kiews Parlament bestätigt Energiemanager Koretskyi als neuen Ministerpräsidenten
Die Ernennung des Naftogaz-Chefs ist Teil einer Kabinettsumbildung, die wegen der Entlassung des Verteidigungsministers Proteste auslöste.
Das ukrainische Parlament hat am Donnerstag Serhij Koretskyj, den bisherigen Leiter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, mit 289 von 318 Stimmen zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Die Vereidigung erfolgte unmittelbar nach der Abstimmung. Vor dem Parlamentsgebäude in Kiew versammelten sich hunderte Demonstranten, die gegen die im Zuge derselben Regierungsumbildung vollzogene Abberufung des Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow protestierten. Die bisherige Amtsinhaberin Julija Swyrydenko hatte am Dienstag ihren Rücktritt eingereicht, der nach ukrainischem Recht den Rücktritt des gesamten Kabinetts nach sich zog.
Präsident Wolodymyr Selenskyj begründete die Nominierung Koretskyjs mit dessen Erfahrung im Energiesektor. Nach Darstellung des Präsidialamtes sei Koretskyj die am besten vorbereitete Person, um das Land auf einen weiteren Kriegswinter vorzubereiten, in dem russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur erwartet werden. Koretskyj selbst verwies vor dem Parlament auf die unter seiner Führung bei Naftogaz trotz schwerer Produktionsverluste sichergestellte Gasversorgung und erklärte, er wolle Prinzipien der Verantwortung, Professionalität und fairer Regeln in die Regierungsarbeit einbringen. Der 48-Jährige verfügt über keine nennenswerte politische Erfahrung, was in Kiewer politischen Kreisen Überraschung auslöste.
Die gleichzeitige Entlassung Fedorows, der erst seit sechs Monaten im Amt war und als Architekt des massiven Ausbaus von Drohnenbeschaffung und der Modernisierung des Verteidigungssektors gilt, hat innenpolitische Spannungen ausgelöst. Aus Kreisen der ukrainischen Zivilgesellschaft und von Abgeordneten wird gewarnt, der Schritt könne die Verteidigungsreformen während des Krieges gefährden. In westlichen Hauptstädten wird die Ablösung mit Zurückhaltung aufgenommen, da Fedorow nach Darstellung von Nato-Diplomaten das Vertrauen der Partner genoss und eine Schlüsselrolle bei der Integration westlicher Waffensysteme spielte. Ukrainische Medien berichten zudem von Spannungen zwischen Fedorow und dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj. Als designierter Nachfolger gilt Innenminister Ihor Klymenko, dessen Bestätigung durch das Parlament noch aussteht.
Die Kabinettsumbildung ist die umfassendste seit Beginn der russischen Invasion. Selenskyj hatte am Sonntag eine Erneuerung der Führung und eine aktualisierte politische Strategie angekündigt, ohne die genauen Beweggründe für die einzelnen Personalentscheidungen öffentlich darzulegen. Die Ernennung Koretskyjs verlagert den Schwerpunkt der Regierungsarbeit kurzfristig auf die Sicherung der Energieversorgung, während die Neubesetzung des Verteidigungsressorts in einer kritischen Phase der militärischen Auseinandersetzung erfolgt. Das Parlament wird voraussichtlich noch am Donnerstag über weitere Kabinettsposten abstimmen.
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The Ukrainian government acts pragmatically to ensure energy stability during the wartime winter.
The narrative institutionalizes the reshuffle as a normal parliamentary procedure, downplaying protests and focusing on the new premier's technical qualifications.
It does not mention that President Zelensky did not publicly explain the reasons for the reshuffle, nor that the dismissed defense minister was popular.
Ukraine chooses a technocrat to lead the government in wartime.
The narrative emphasizes the new premier's non-political background, suggesting that managerial competence outweighs political career.
It completely omits the popular protests and the lack of transparency about the reasons for the reshuffle.
President Zelensky acts without transparency, sparking public discontent in the midst of war.
The narrative highlights the lack of official explanations and the popularity of the dismissed minister, creating a contrast between the government's decision and public sentiment.
It does not emphasize Koretsky's energy experience as preparation for winter, unlike other accounts.
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