
Perus Wahlbehörde proklamiert Keiko Fujimori zur Präsidentin – Sánchez ruft interamerikanische Instanz an
Nach wochenlanger Auszählung erklärte das Jurado Nacional de Elecciones die konservative Kandidatin mit 50,14 Prozent der Stimmen zur Siegerin der Stichwahl vom 7. Juni.
Das oberste Wahlgericht Perus, das Jurado Nacional de Elecciones (JNE), hat Keiko Fujimori am Freitag offiziell zur gewählten Präsidentin des Landes proklamiert. Die Kandidatin der Partei Fuerza Popular erhielt demnach 9.223.396 Stimmen (50,135 Prozent), ihr linksgerichteter Gegenkandidat Roberto Sánchez von Juntos por el Perú 9.173.755 Stimmen (49,865 Prozent). Die Differenz von 49.641 Stimmen markiert einen der knappsten Wahlausgänge in der jüngeren Geschichte des Andenstaates. Fujimori, die nach drei gescheiterten Anläufen erstmals die Präsidentschaft erringt, soll das Amt am 28. Juli antreten und wird die neunte Person an der Staatsspitze binnen eines Jahrzehnts sein.
Die Reaktionen auf das Ergebnis folgen der tiefen politischen Spaltung des Landes. Fujimori selbst erklärte in einer Mitteilung auf der Plattform X, sie nehme das Mandat „mit Verantwortung, Demut und einem tiefen Pflichtbewusstsein“ an und räumte ein, Peru sei „praktisch zweigeteilt“. Sánchez hingegen erkennt die Proklamation nicht an. Er wirft der Wahlbehörde vor, die Regeln für die Stimmabgabe im Ausland während des laufenden Verfahrens geändert zu haben, und hat Beschwerde bei der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) eingelegt. Beobachtermissionen der Organisation Amerikanischer Staaten und der Europäischen Union hatten zuvor keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Aus Washington ließ Außenminister Marco Rubio verlauten, die Regierung Trump sehe einer Vertiefung der Sicherheitskooperation und der Handelsbeziehungen mit der künftigen Regierung Fujimori entgegen.
Mit dem Amtsantritt Fujimoris setzt sich in Südamerika ein Rechtsruck fort, der nach Einschätzung regionaler Analysten die bilateralen Beziehungen neu gewichten dürfte. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gratulierte der Gewählten und bot eine „ehrgeizige bilaterale Agenda“ an, die von Handelserleichterungen über den Schutz des Amazonas bis zur Bekämpfung transnationaler Kriminalität reiche. Argentiniens Staatschef Javier Milei, der ebenso wie der chilenische Politiker José Antonio Kast und der designierte kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella seine Glückwünsche übermittelte, sprach von einem „Block von Ländern, die sich dem Sozialismus entgegenstellen“. In europäischen Hauptstädten wurde das Ergebnis zurückhaltend aufgenommen; die EU-Außenbeauftragte betonte die gemeinsamen Werte und das Interesse an einer Fortsetzung der Investitions- und Handelskooperation.
Fujimori übernimmt ein Land, das nach Angaben der Wahlbehörde vor enormen Herausforderungen steht. Die Kriminalität, insbesondere Schutzgelderpressung durch organisierte Banden, hat laut einer Erhebung von Ipsos im Wahljahr 45 Prozent der Bevölkerung dazu veranlasst, Geschäftsschließungen oder Betriebseinschränkungen zu beobachten. Die designierte Präsidentin hat einen harten Kurs gegen das von ihr als „urbanen Terrorismus“ bezeichnete Phänomen angekündigt und beruft sich dabei auf das Vermächtnis ihres Vaters Alberto Fujimori, der in den 1990er Jahren die Guerillagruppen Sendero Luminoso und MRTA militärisch besiegte, später jedoch wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurde. Die nächsten formalen Schritte sehen die Übergabe der Beglaubigungsschreiben am 15. Juli vor; die Vereidigung im Kongress ist für den 28. Juli angesetzt. Sánchez hat unterdessen angekündigt, den Rechtsweg weiter zu beschreiten.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
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| Südostasiatische Presse | +0.60 | aligned |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.10 | neutral |
Der knappe Sieg von Keiko Fujimori, Tochter eines in Ungnade gefallenen Ex-Präsidenten, wirft Fragen zur Legitimität und Stabilität der neuen Regierung auf.
Der Block betont den schmalen Vorsprung und das umstrittene familiäre Erbe, um Zweifel an der Solidität des Ergebnisses zu wecken, und verwendet einen vorsichtigen und kritischen Ton.
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Die offizielle Proklamation durch die Wahlbehörde beendet die Unsicherheit, und die neue Präsidentin wird ihr Amt am 28. Juli antreten, ein von politischer Instabilität geprägtes Land erbend.
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