
Von Guerrero bis Ontario: Internationale Schläge gegen Kokainschmuggel
In Mexiko, Argentinien, Brasilien und Kanada haben Sicherheitskräfte binnen weniger Tage grosse Mengen Kokain beschlagnahmt und mehrere Tatverdächtige festgenommen.
Vor der Pazifikküste des mexikanischen Bundesstaates Guerrero hat die Marine ein Boot ohne Kennzeichnung aufgebracht und dabei mehr als 1,3 Tonnen Kokain sichergestellt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft (FGR) mitteilte, wurden zwei Männer ausländischer Herkunft festgenommen; ein Richter ordnete Untersuchungshaft an und setzte eine Frist von vier Monaten für die ergänzenden Ermittlungen. Die 1.296 Pakete mit Kokainhydrochlorid waren in 26 Bündeln verpackt und befanden sich an Bord eines Bootes mit drei Aussenbordmotoren, das in der Nähe der Gemeinde Arroyo Seco gestoppt worden war.
Nahezu zeitgleich meldeten argentinische Behörden einen Fund im Norden des Landes. Auf der Provinzstrasse 30 bei Joaquín V. González entdeckten Gendarmen in einer Volkswagen Amarok 57,7 Kilogramm Kokain, die in 76 Paketen im Treibstofftank versteckt waren. Der Fahrer, ein 40-jähriger Mann, wurde festgenommen und wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt; ein Bundesrichter verhängte 60 Tage Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft schliesst die Beteiligung weiterer Personen nicht aus und ordnete die Auswertung von Mobiltelefonen sowie die Aufhebung des Bankgeheimnisses an. Bereits zuvor war auf der Nationalstrasse 9 in La Candelaria ein ähnlicher Fall bekannt geworden, bei dem 71,6 Kilogramm Kokain in einem doppelten Boden eines Lastwagens entdeckt worden waren.
In Brasilien nahm die Polícia Civil in Areal im Bundesstaat Rio de Janeiro einen Mann fest, der mehr als 13.800 einzeln verpackte Portionen Kokain in seinem Wagen transportierte. Die Drogen stammten nach ersten Erkenntnissen aus dem Stadtteil Manguinhos im Norden Rios und sollten in die Nachbarstadt Três Rios gebracht werden. Der Fahrer versuchte zu fliehen, wurde jedoch gestellt. In Kanada wiederum führte eine gemeinsame Operation der Polizei von York Region und der Grenzbehörde CBSA unter dem Namen «Project Golden Frog» zur Beschlagnahmung von 260 Kilogramm Kokain mit einem geschätzten Strassenverkaufswert von 20 Millionen kanadischen Dollar. Sechs Personen aus Kitchener, Ontario, wurden festgenommen; ihnen werden Drogenhandel, Geldwäsche und in drei Fällen auch die unerlaubte Einfuhr einer Substanz der Liste I zur Last gelegt. Die Ermittler stellten zudem 2,5 Millionen Dollar Bargeld sicher.
Unabhängig von diesen Rauschgiftfunden verdeutlicht ein Vorfall im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo die anhaltende Unsicherheit auf den Transportkorridoren des Landes. Unbekannte raubten auf der Bundesstrasse México–Tuxpan einen Sattelzug mit 64 Tonnen Wein, liessen das Fahrzeug jedoch wenig später zurück, als Polizeikräfte in der Nähe auftauchten. Die Ladung wurde sichergestellt, Festnahmen gab es zunächst nicht. In allen genannten Fällen dauern die Ermittlungen an; zu den Hintermännern und Logistiknetzwerken machten die Behörden zunächst keine weiteren Angaben.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Die lateinamerikanischen Polizeikräfte schlagen gegen den Drogenhandel mit Beschlagnahmen und Festnahmen und demonstrieren die Wirksamkeit des Staates.
Die Gerichtsberichterstattung verwandelt jede Beschlagnahme in einen rechtlichen Sieg, wobei sie die Sicherungsmaßnahmen und Anklagen betont.
Die Rolle der Konsumentenländer bei der Finanzierung des Handels wird nicht erwähnt, noch die internationalen Routen, die diese lokalen Operationen verbinden.
Die kanadischen Behörden fangen eine Kokainlieferung aus Panama ab und schützen die nationalen Grenzen.
Die Operation wird als Erfolg der behördenübergreifenden Zusammenarbeit dargestellt, wobei der Fokus auf die externe Bedrohung verlagert wird.
Es wird nicht auf die sozioökonomischen Bedingungen eingegangen, die die Kokainproduktion in Lateinamerika antreiben.
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