
Jürgen Klopp übernimmt die deutsche Nationalmannschaft – und setzt klare Grenzen
Nach dem erneuten WM-Debakel soll der 59-Jährige die DFB-Elf zurück in die Weltspitze führen, doch er droht bereits bei mangelndem Respekt mit sofortigem Rücktritt.
Am 24. Juli 2026 präsentierte die Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Frankfurt Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer. Der 59-Jährige, der von der globalen Sportdirektion bei Red Bull vorzeitig freigestellt wurde, erhielt einen Vertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030 und tritt die Nachfolge von Julian Nagelsmann an. Dessen Amtszeit endete nach dem frühen Ausscheiden im Achtelfinale der WM 2026 gegen Paraguay – der dritten aufeinanderfolgenden Enttäuschung bei einem großen Turnier. DFB-Präsident Bernd Neuendorf sprach von einer einstimmigen Entscheidung und betonte, Klopp sei von Beginn an die bevorzugte Lösung gewesen. Zum Trainerstab zählen mit Peter Krawietz, Pepijn Lijnders und Sven Bender langjährige Vertraute, während Per Mertesacker als neuer Sportdirektor die strukturelle Erneuerung untermauert.
Klopp übernimmt die „Mannschaft“ in einer Phase der sportlichen Sinnkrise. Seit dem Halbfinaleinzug bei der EM 2016 gelang dem DFB-Team nur ein einziger Sieg in einer K.o.-Runde; bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 schied man bereits in der Gruppenphase aus. Der in der deutschen Öffentlichkeit als leidenschaftlicher Motivator bekannte Coach soll die fußballerische Identität wiederbeleben und setzt dabei auf aggressive Pressingintensität und eine klare Leistungshierarchie. „Es werden nur die spielen, die gut genug sind und Hunger haben“, stellte er klar. Die Entscheidung für das Amt hatte sich nach eigener Aussage über zwei Jahre der Regeneration geformt – Zeit, die er als Red-Bull-Manager weitgehend abseits der Öffentlichkeit verbrachte.
Bei seiner Vorstellung überraschte Klopp mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Er nannte den Posten zwar die Krönung seiner Karriere, machte aber zugleich unmissverständlich klar, dass sein Engagement mit sofortiger Wirkung ende, falls das Arbeitsumfeld toxisch werde. Sollten die Verantwortlichen des DFB oder die Medien „über die Stränge schlagen“ und namentlich seine Familie ins Visier nehmen, werde er unverzüglich und ohne Abfindung zurücktreten. Dabei verwies er explizit auf die öffentliche Behandlung seiner Vorgänger Nagelsmann und Thomas Tuchel. Diese klare Grenzziehung wurde in deutschen Fachkreisen als kalkulierter Schachzug gewertet, der die Rahmenbedingungen des Amtes von Beginn an definieren soll.
Für den Neustart sieht der Spielplan unmittelbare Prüfungen vor: Im September stehen vier Partien der Nations League an, darunter Auswärtsspiele gegen die Niederlande und Griechenland. Klopp hat nach eigenen Angaben bereits 57 Spieler gesichtet und will in den kommenden Wochen eine belastbare Hierarchie formen. Die sportliche Leitung in Frankfurt hofft, dass der charismatische Coach die Kräfte bündelt und die Nationalmannschaft wieder zu einem ernsthaften Titelanwärter formt – nicht zuletzt mit Blick auf die Europameisterschaft 2028 und die WM 2030, die den Rahmen des langfristig angelegten Projekts bilden.
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