
Japan erhöht Visagebühren auf Fünffaches, Venedig plant zehnfachen Eintritt
Tokio beschließt erste Anhebung seit 1978 – Einreisevisa kosten ab Juli 2026 15.000 Yen, während Venedigs Bürgermeister Tagestickets auf bis zu 50 Euro verteuern will.
Japan hat am Freitag eine Neuregelung beschlossen, mit der die Gebühren für Visa ausländischer Besucher zum 1. Juli 2026 sprunghaft erhöht werden. Für ein Einreisevisum sind künftig 15.000 Yen (umgerechnet rund 90 Euro) zu entrichten, das Fünffache des bisherigen Satzes von 3.000 Yen. Die Kosten für ein Mehrfachvisum steigen von 6.000 auf 30.000 Yen. Es ist die erste Anhebung seit 1978; das Kabinett um Außenminister Toshimitsu Motegi begründet den Schritt mit der Inflationsentwicklung und dem Wertverfall des Yen. Man erwarte keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Einreisetourismus, hieß es in Tokio.
Parallel dazu sorgt in Venedig der Vorschlag des neuen Bürgermeisters Simone Venturini für Kontroversen, die Eintrittsgebühr für Tagesbesucher an stark frequentierten Tagen auf 30 bis 50 Euro zu erhöhen. Derzeit zahlen Kurzzeitgäste zehn Euro, bei Vorabbuchung drei Tage vor Anreise fünf Euro. Die Maßnahme, die der Bekämpfung des Massentourismus dienen soll, stößt auf verfassungsrechtliche Bedenken: Der ehemalige Bürgermeister Massimo Cacciari sprach von „Barbarei“, und Jurist Ludovico Mazzarolli sieht die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Allerdings ist die Obergrenze der Gebühr durch nationales Recht festgelegt, weshalb Venturini die Pläne mit der Regierung in Rom abstimmen muss.
In Japan wird die Visagebührenreform als Teil einer umfassenderen Überarbeitung der einwanderungsbezogenen Kosten eingeführt. Ein im Vormonat verabschiedetes Gesetz erlaubt der Regierung, auch die Gebühren für Aufenthaltsänderungen und Daueraufenthaltsanträge spürbar anzuheben. So sollen die Kosten für Letztere von derzeit 10.000 Yen auf bis zu 200.000 Yen steigen; die Neuregelungen werden schrittweise bis März 2027 eingeführt. Mit den Mehreinnahmen will Tokio die Bearbeitungsprozesse verbessern, japanische Sprachprogramme ausweiten und gegen Visaüberschreitungen vorgehen. Die ausländische Wohnbevölkerung Japans erreichte Ende 2025 mit 4,13 Millionen einen Höchststand.
Beide Vorhaben reflektieren einen internationalen Trend, tourismus- und migrationsbezogene Abgaben zu erhöhen. Japan verweist auf vergleichbare Gebührenniveaus in anderen G7-Staaten, während Venedig nicht zuletzt auf die Lenkungswirkung setzt. In der Lagunenstadt bleibt die Zustimmung Roms abzuwarten; in Japan gilt die neue Visagebührenordnung bereits ab dem 1. Juli 2026.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The reports highlight the sharp increase in Japanese visa fees, noting it is the first hike since 1978 due to inflation and yen depreciation. They convey a cautious tone, repeating the foreign minister's assurance that the move is not expected to immediately affect tourism. However, the substantial rise—from 3,000 to 15,000 yen—is presented as a significant change for travelers from the region.
Die europäische Berichterstattung konzentriert sich auf Venedigs Vorschlag, die Eintrittsgebühr für Tagesausflügler auf bis zu 50 Euro zu erhöhen, eine Verzehnfachung der aktuellen 5-10 Euro. Der Ton ist kritisch und alarmiert, wobei der umstrittene Vorschlag des Bürgermeisters und die hitzige öffentliche Debatte hervorgehoben werden. Die Darstellung betont die mögliche abschreckende Wirkung auf den Tourismus und die ethischen Fragen der Bepreisung des Zugangs zur Stadt.
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