
Paraguays Blitz und die Uhr des Schiedsrichters: Ein WM-Abend mit zwei Gesichtern
Ein Rekordtor nach 64 Sekunden und eine rote Karte ebnen Paraguay den Weg, doch ein virales Video entfacht eine Debatte jenseits des Rasens.
Das entscheidende Signal setzte Matías Galarza Fonda nach nur 64 Sekunden: Der Mittelfeldspieler von River Plate erzielte mit einem wuchtigen Schuss von außerhalb des Strafraums das schnellste Tor dieser WM 2026 und bescherte Paraguay einen 1:0-Sieg über die Türkei. Fortan verteidigte die Albirroja im kalifornischen San Francisco mit zehn Mann – Miguel Almirón sah kurz vor der Pause Rot, weil er sich im Wortgefecht mit einem Gegenspieler den Mund zuhielt, eine neue, von der FIFA eingeführte Sanktion, die in Südamerika als „Ley Prestianni“ bekannt wurde. Trotz Unterzahl und türkischem Aluminium-Pech (Çalhanoğlus Freistoß fand in Müldürs Kopfball Latte und Pfosten) hielt das Team von Gustavo Alfaro dem Druck stand – auch dank einer Glanzparade von Torhüter Orlando Gill gegen Can Uzun in der Schlussphase.
Noch vor der Pause aber hatte sich eine Szene zugetragen, die in den sozialen Netzwerken weit mehr Kreise zog als die sportlichen Ereignisse. Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador verlor bei einer Rudelbildung sein Armbandschaltgerät, das für die Kommunikation mit dem Videoassistenten dient. Fernsehbilder zeigen, wie Galarza das Objekt vom Rasen aufhebt und sich an die rechte Hand streift, ohne es unmittelbar zurückzugeben. Auf Plattformen wie X und TikTok wurde der Paraguayer daraufhin des Diebstahls bezichtigt; andere Stimmen mutmaßten, der Profi habe die Uhr lediglich in Sicherheit gebracht, um sie später zu retournieren. Aus Lateinamerika verlautete, der Verband und die FIFA würden den Vorfall prüfen – eine offizielle Stellungnahme gab es bis Redaktionsschluss nicht.
Ungeachtet der Kontroverse katapultierte der Sieg Paraguay auf drei Punkte und in eine Ausgangslage, die am letzten Gruppenspieltag alles offenhält. Die USA, nach zwei Erfolgen bereits Gruppensieger, stehen ebenso fest wie das Aus der Türkei. Um den zweiten Platz und das damit verbundene Achtelfinal-Ticket duellieren sich die Südamerikaner mit Australien, das ebenfalls drei Zähler aufweist. Bei einem Unentschieden würde dank der besseren Tordifferenz Australien weiterkommen; für Paraguay ist ein Sieg daher zwingend erforderlich. Lokale Medien aus Sydney verweisen darauf, dass selbst eine knappe Niederlage den Socceroos noch über die Drittplatzierten-Wertung eine Chance böte – insbesondere bei einem Resultat mit nur einem Tor Differenz.
Sollte Paraguay die Hürde nehmen, winkt eine Achtelfinalpartie in Dallas gegen den Zweiten der Gruppe G, womöglich Ägypten, Iran oder Neuseeland. Die Australier wiederum würden als Gruppendritter auf Deutschland oder andere Gruppensieger treffen. Derweil bleibt das Video des Schiedsrichter-Fauxpas, befeuert durch die ungewöhnliche Regelauslegung gegen Almirón, ein weltweit diskutiertes Kuriosum dieser Gruppenphase – und eine Erinnerung daran, wie sehr der moderne Fußball längst auch auf dem zweiten Bildschirm stattfindet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russian press frames the watch incident as theft, highlighting that the Paraguayan player allegedly picked up the referee's dropped watch. The tone is critical and questions sportsmanship, with notes of indignation.
Latin American media split focus between the fastest goal record and the watch scandal. Some articles celebrate the sporting triumph, while others accuse the player of theft, fueling a heated debate on social media. Tone ranges from triumphant to ironic-skeptical.
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