
Hunderttausend Bewerber für 2843 Stellen: Jakartas Arbeitsprogramm als soziales Polster
Auch Dhaka und Teheran planen Neueinstellungen im öffentlichen Sektor, um Engpässe zu schließen und wirtschaftliche Härten abzufedern.
Ein von der Stadtverwaltung Jakarta aufgelegtes Arbeitsbeschaffungsprogramm hat binnen weniger Tage rund 100.000 Anmeldungen verzeichnet – bei lediglich 2.843 ausgeschriebenen Positionen. Das Missverhältnis von 35 Bewerbern je Stelle verdeutlicht den sozialen Druck in der indonesischen Hauptstadt, wo viele Einwohner angesichts einer sich eintrübenden Konjunktur auf zusätzliche Einkommen angewiesen sind. Die ausgeschriebenen Tätigkeiten in der Stadtpflege, im Wasserbau und in der Grünflächenunterhaltung sind befristet auf drei bis sechs Monate und werden mit dem regionalen Mindestlohn vergütet. Die Initiative dient den Behörden zufolge als soziales Polster und wird auf Anweisung von Gouverneur Pramono Anung in mehreren Tranchen durchgeführt.
Für die Teilnahme müssen Bewerber einen Wohnsitz in Jakarta nachweisen, zu den unteren Einkommensgruppen (Desil 1–5) zählen und zum Zeitpunkt der Bewerbung arbeitslos sein. Die Stellen verteilen sich auf vier kommunale Fachbereiche: Straßenbau, Grünflächenpflege, Wasserwirtschaft und Umweltschutz. Die Löhne entsprechen dem regionalen Mindestlohn, die Organisation erfolgt über private Auftragnehmer. Die Auswahl soll nach Behördenangaben transparent erfolgen, Vetternwirtschaft werde unterbunden. Die erste Registrierungsphase endet am 25. und 26. Juni, die Ergebnisse will man am 27. Juni bekannt geben und unmittelbar die zweite Bewerbungswelle starten.
In Südasien verfolgt die Regierung in Dhaka einen anderen Ansatz: Bangabandhus Verwaltung plant, binnen sechs Monaten 2.879 offene Stellen in der öffentlichen Verwaltung zu besetzen, innerhalb eines Jahres 4.459 und in fünf Jahren weitere 3.110. Landesweit sind den offiziellen Zahlen zufolge knapp 470.000 Planstellen unbesetzt, gut 68.000 davon im höheren Dienst. Die Besetzungspläne sind Teil einer mehrjährigen Personalstrategie zur Steigerung der Verwaltungseffizienz. Gleichzeitig räumte der Justizminister ein, dass an den Zivil- und Familiengerichten Hunderte Richter fehlen – von 2.620 Richterstellen sind derzeit nur 1.964 besetzt, bei rund 120.000 anhängigen Familiensachen. Die Regierung hat kürzlich 650 neue Zivilgerichte errichtet, deren Personalausstattung noch geprüft werde. Die Opposition aus BNP und Jamaat beziffert zudem die Zahl politisch motivierter Strafverfahren auf rund 143.000, von denen bislang 23.865 zurückgezogen wurden.
Im Iran wiederum bereitet das Bildungsministerium vor Beginn des neuen Schuljahrs die Rekrutierung von Lehrkräften vor. Minister Alireza Kazemi zufolge werden jährlich etwa 30.000 Absolventen der pädagogischen Hochschulen übernommen; zudem greift das Ministerium auf Pensionäre, Vertretungskräfte und noch nicht eingestellte Bewerber früherer Auswahlverfahren zurück. Trotz der angespannten Staatsfinanzen soll der Unterricht flächendeckend abgesichert werden. Beobachter in Teheran verweisen darauf, dass die Einstellungen die strukturelle Unterfinanzierung des Bildungssystems nicht beheben, während Forderungen nach höheren Gehältern für bereits tätige Lehrer laut werden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die bangladeschische Regierung hat im Parlament einen Stufenplan zur Besetzung tausender freier Stellen in der öffentlichen Verwaltung in den kommenden Jahren vorgestellt. Klare Fristen deuten auf ein pragmatisches und methodisches Personalmanagement hin.
Das intensive Arbeitsprogramm von Jakarta zog über 100.000 Bewerber für nur 2.800 Stellen an, was die große Einkommensnachfrage unter den Einwohnern unterstreicht. Das als soziales Sicherheitsnetz konzipierte Programm wird in mehreren Rekrutierungswellen durchgeführt.
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