
Irans WM-Aus nach drei Remis: Dank an Tijuana, Kritik an Washington
Nach dem knappen Scheitern in der Gruppenphase verabschiedet sich die iranische Mannschaft mit einer Mischung aus Stolz, Dankbarkeit und deutlicher Kritik an den Turnierbedingungen.
Es war ein Tor in der Nachspielzeit, das Irans Schicksal besiegelte – doch nicht das eigene. Während die Spieler von Team Melli im Hotel in Tijuana gebannt den Parallelpartien folgten, glich Österreich in der 93. Minute gegen Algerien aus und raubte den Iranern den Achtelfinalplatz. Zuvor hatte der Schiedsrichterassistent ein Tor von Shoja Khalilzadeh gegen Ägypten wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung aberkannt, das den direkten Einzug ins Achtelfinale bedeutet hätte. So blieb es bei drei Unentschieden in der Gruppe G – gegen Neuseeland (2:2), Belgien (0:0) und Ägypten (1:1) – und dem undankbaren dritten Rang, der nicht für die K.o.-Runde reichte.
Die sportliche Enttäuschung wurde von außersportlichen Spannungen überlagert. Wegen des bewaffneten Konflikts zwischen den USA und Iran sowie israelischen Luftangriffen im Februar hatte die iranische Delegation ihr Basislager kurzfristig von Tucson (Arizona) ins mexikanische Tijuana verlegt. Aus Washingtoner Sicht bestanden Sicherheitsbedenken: Elf Mitgliedern des Betreuerstabs, darunter der Verbandspräsident, wurden Visa verweigert, da sie Verbindungen zu den Revolutionsgarden aufweisen sollen. Die Einreise in die USA war der Mannschaft zunächst nur einen Tag vor den Spielen gestattet, später für die Partie in Seattle immerhin zwei Tage. In einer schriftlichen Botschaft, die das Team nach jedem Spiel in der Kabine hinterließ, dankte es Mexiko und Tijuana überschwänglich – „unser zweites Zuhause, unser zweites Team“ – und stellte die Frage, ob alle Mannschaften unter gleichen Bedingungen angetreten seien. Von einer „Serie von Entscheidungen, logistischen Vorkehrungen und Umständen, die das Gefühl der Fairness untergruben“, war die Rede.
Die Reaktionen auf das Ausscheiden fielen entlang der geopolitischen Gräben aus. In Tijuana verabschiedeten mehr als 150 mexikanische Fans die Mannschaft mit Sprechchören wie „Iran, mein Bruder, du bist jetzt Mexikaner!“ und Autogrammwünschen. Trainer Amir Ghalenoei bedankte sich auf Spanisch: „Das Volk und das Land Mexiko sind ein Teil von uns.“ In Washington hingegen erklärte Heimatschutzminister Markwayne Mullin, er habe „einen Freudentanz aufgeführt“, als die Visa-Angelegenheiten geklärt waren und das Team die USA verlassen habe. Mullin bekräftigte, fast die Hälfte der iranischen Delegation habe direkte Verbindungen zu den Revolutionsgarden. Aus Kreisen der iranischen Diaspora in Nordamerika war unterdessen zu hören, dass der sportliche Auftritt vielen Menschen Hoffnung gegeben habe, auch wenn die Unterstützung des Teams in der Exilgemeinde umstritten blieb.
Die iranische Abschiedsnote schloss mit einem Verweis auf die Beständigkeit von Zivilisationen: „Weltmeisterschaften enden. Funktionäre wechseln. Doch Zivilisationen wie der Iran, Ägypten und Mexiko – gebaut auf Wahrheit, Respekt und menschlicher Würde – überdauern.“ Für die Mannschaft von Team Melli endet das Turnier ohne Niederlage, aber auch ohne den ersehnten ersten Achtelfinaleinzug der Verbandsgeschichte. Die Spieler kehren in ein Land zurück, das weiterhin unter den Folgen des Konflikts leidet. Die nächste sportliche Bewährungsprobe steht mit der Asien-Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2030 an.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die iranische Mannschaft verließ Tijuana unter dem Applaus mexikanischer Fans und dankte der Stadt für die Gastfreundschaft, nachdem politische Spannungen mit Washington sie gezwungen hatten, ihr Basislager in Arizona aufzugeben. Das Team bezeichnete Mexiko als zweite Heimat und versprach, die mexikanische Nationalmannschaft zu unterstützen. Die Erzählung betont interkulturelle Solidarität und pragmatische Anpassung an geopolitische Hindernisse.
Irans WM-Kampagne endete mit dem Vorwurf, dass US-amerikanische Logistikentscheidungen und ein feindseliges politisches Klima das Fairnessgefühl untergraben hätten. Ein hochrangiger US-Beamter feierte offen das Ausscheiden der Mannschaft, während die Spieler wiederholten Reisebeschränkungen ausgesetzt waren. Die Geschichte wird als Bühne für diplomatische Reibungen dargestellt, wobei der Iran als Opfer amerikanischer Kleinlichkeit erscheint.
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