
Iran lehnt US-Eingriffe in der Straße von Hormus ab – Absprache mit Oman unter Waffenstillstandsabkommen
Bei einem Trauerbesuch in Teheran bekräftigte Parlamentspräsident Ghalibaf, dass die Verwaltung der Meerenge allein Iran und Oman zustehe und Israel das Abkommen mit Washington sabotieren wolle.
Während der Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Revolutionsführer Ali Khamenei hat der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf am Freitag in Teheran erklärt, die Islamische Republik werde „keinerlei amerikanische Einmischung in der Straße von Hormus zulassen“. Gegenüber dem anwesenden Vizevorsitzenden des Ständigen Ausschusses des chinesischen Nationalen Volkskongresses, He Wei, fügte Ghalibaf hinzu, Iran und Oman hätten sich bei seinem kürzlichen Besuch in Maskat auf Grundlage von Artikel 5 des Waffenstillstands-Memorandums mit den USA auf eine Regelung des Schiffsverkehrs verständigt. Zugleich warf er Israel vor, „ohne Zweifel“ die iranisch-amerikanische Übereinkunft stören zu wollen; die Abschreckungskraft Irans werde jedoch eine Wiederaufnahme des Krieges verhindern.
Aus Sicht Teherans ist die Verwaltung der strategischen Wasserstraße nach internationalem Recht Sache der beiden Anrainerstaaten Iran und Oman. Ghalibaf kündigte an, man werde auch die übrigen Golfanrainer – darunter ausdrücklich den Irak – konsultieren. Der irakische Parlamentspräsident Mohammed al-Halbousi, der ebenfalls zu den Trauerzeremonien angereist war, begrüßte die erwartete Wiedereröffnung der Meerenge, die dem Irak wieder Ölexporte ermöglichen und wirtschaftliche Kriegsschäden ausgleichen solle. Nach Darstellung Teherans wurden für chinesische Schiffe bereits Erleichterungen geschaffen, da China dem Iran „in schwierigen Tagen“ beigestanden habe.
Demgegenüber wies das Außenministerium in Maskat Darstellungen zurück, wonach eine verbindliche Transitgebühr geplant sei. Stattdessen gehe es um freiwillige Beiträge der Reedereien für Unterhalt, Umweltschutz und Seenotrettung – ein Modell, das sich an der Praxis in der Straße von Malakka orientiere. Aus Washingtoner Sicht bleibt die Straße von Hormus eine internationale Wasserstraße, auf der keinerlei Maut oder Gebühren erhoben werden dürften. Einem Regionalvertreter zufolge hat Oman bislang lediglich Konsultationen über Verwaltungsmechanismen geführt, jedoch noch keinen förmlichen Vorschlag an die USA übermittelt.
Unterdessen haben die iranischen Revolutionsgarden nach Informationen von Iran International Spezialeinheiten entlang der Golfküste stationiert, um Schiffe auf der südlichen Transitroute frühzeitig zu identifizieren und über omanische Quellen an Fahrpläne zu gelangen. Damit bestehen derzeit drei faktische Passagen: eine südliche nahe der omanischen Küste, eine nördliche unter iranischer Kontrolle und eine mittlere, die wegen Seeminen noch gesperrt ist. Die laufenden Verhandlungen in Doha über eine dauerhafte Ordnung der Meerenge, die auf einem neuen omanischen Vermittlungsvorschlag beruhen, sind noch nicht abgeschlossen. Die zunächst vereinbarte einwöchige Beruhigung läuft aus; eine Normalisierungsphase von 60 Tagen nach Annahme des Vorschlags ist im Gespräch.
| Iranische & verwandte Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
Der Iran proklamiert sein unveräußerliches Recht auf die Straße von Hormus und fordert jede äußere Einmischung heraus.
Die Wiederholung des Begriffs 'ausschließlich' und der Verweis auf ein Abkommen mit China schaffen einen Rahmen internationaler Legitimität, während die implizite Drohung, den Seeverkehr zu blockieren, die Verhandlungsposition stärkt.
Der Kontext internationaler Sanktionen und Anschuldigungen von Angriffen auf Handelsschiffe wird ausgelassen, was den Anspruch auf bloße Verteidigung schwächen würde.
Der Westen verurteilt die iranischen Ansprüche als Bedrohung der Freiheit der Schifffahrt und der regionalen Stabilität.
Die Verwendung anonymer Geheimdienstquellen und der Rahmen der 'unmittelbaren Bedrohung' erzeugen ein Gefühl der Dringlichkeit, während der Verweis auf israelische Attentatspläne den Fokus auf die Gefahr des iranischen Regimes lenkt.
Ausgelassen wird der iranische Standpunkt zur legitimen Verteidigung und der Kontext der US-Provokationen in der Region.
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