
Iran beansprucht Kontrolle über Hormuz-Straße – Washington beharrt auf Öffnung
Nach der ersten Verhandlungsrunde in der Schweiz erklärte Teherans Chefunterhändler, die strategische Wasserstraße werde unter iranischer Verwaltung bleiben, während die USA eine bedingungslose Durchfahrt fordern.
Unmittelbar nach Abschluss der ersten hochrangigen Gespräche zwischen den USA und Iran im schweizerischen Bürgenstock hat der iranische Parlamentssprecher und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärt, die Straße von Hormuz werde „niemals zu den Vorkriegsbedingungen zurückkehren“ und künftig „von der Islamischen Republik Iran in Übereinstimmung mit internationalem Recht verwaltet“. Die Verhandlungen, vermittelt durch Katar und Pakistan, hatten zuvor eine vorläufige Einigung auf eine 60-tägige Roadmap für ein dauerhaftes Kriegsende sowie die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Vermeidung von Zwischenfällen in der Meerenge erbracht.
Aus Washingtoner Sicht besteht die Forderung nach einer bedingungslosen Wiedereröffnung der für den globalen Ölhandel zentralen Passage. US-Präsident Donald Trump sprach von „totaler Kontrolle“ der USA über die Straße und verwies auf die Wirksamkeit der Seeblockade. Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Gespräche als „gute Grundlage“ für ein finales Abkommen, betonte jedoch, dass eingefrorene iranische Vermögenswerte noch nicht freigegeben seien und gegebenenfalls für den Kauf von US-Agrargütern verwendet würden. Teheraner Vertreter wiesen dies zurück: Ghalibaf bekräftigte, Iran habe den Amerikanern „nie vertraut“ und werde dies auch künftig nicht tun; die Verwaltung der Straße sei unwiderruflich verändert. Gleichzeitig räumte er ein, dass bei Problemen in der Umsetzung sowohl „Raketen als auch Verhandlungen“ als Antwort dienten.
Die Vermittlerstaaten Katar und Pakistan meldeten „ermutigende Fortschritte“, darunter die Vereinbarung einer direkten Kommunikationslinie, die Handelsschiffen bei Unklarheiten oder Konflikten eine Kontaktaufnahme ermöglichen soll. Als Teil der Zwischenvereinbarung setzte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen iranisches Öl für 60 Tage aus und erlaubt Produktion, Verkauf und Lieferung von Rohöl bis zum 21. August. Iranischen Staatsmedien zufolge wurde zudem die Freigabe von zwölf Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Guthaben vereinbart. Zum Nukleardossier erklärte Vance, Iran werde UN-Inspektoren wieder ins Land lassen; das iranische Außenministerium sprach dagegen lediglich von einer „sehr kurzen Diskussion“ ohne Details. Die 2015 vereinbarten und nach israelisch-amerikanischen Angriffen im Juni 2025 ausgesetzten IAEA-Inspektionen bleiben damit ein ungelöster Punkt.
Die faktischen Auswirkungen zeigen sich auf den Ölmärkten und im Schiffsverkehr: Brent-Rohöl fiel um 3,2 Prozent auf 77,52 Dollar, liegt aber noch über dem Vorkriegsniveau von rund 70 Dollar. Laut Tracking-Daten passierten am Wochenende 71 Schiffe die Straße, verglichen mit 100 bis 130 pro Tag vor dem Krieg. Die zentrale Fahrrinne ist weiterhin vermint, sodass Schiffe auf die nördliche Route durch iranische Gewässer oder die südliche durch omanische Gewässer ausweichen. Die Straße war nach der vorläufigen Einigung kurzzeitig geöffnet, wurde aber nach israelischen Angriffen im Libanon erneut von Iran geschlossen. Die nächsten diplomatischen Schritte umfassen technische Arbeitsgruppen zu Nuklearfragen und Sanktionen, eine Reise des iranischen Präsidenten nach Pakistan sowie eine Golfreise von US-Außenminister Marco Rubio. Die Frist für ein umfassendes Abkommen beträgt 60 Tage, verlängerbar.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trotz des amerikanischen Optimismus nach den Gesprächen in der Schweiz hat der Iran eine klare rote Linie in Bezug auf die Straße von Hormus gezogen und besteht darauf, dass sie dauerhaft unter Teherans Verwaltung bleibt und nicht zu den Vorkriegsregelungen zurückkehrt. Die Aussage des iranischen Parlamentspräsidenten stellt Washingtons Darstellung eines Durchbruchs direkt infrage und unterstreicht, dass die Zukunft der Wasserstraße ein zentraler Streitpunkt bleibt.
Irans Chefunterhändler behauptete über staatliche Medien, dass die Straße von Hormus dauerhaft von der Islamischen Republik verwaltet werde und nicht zu ihrem Vorkriegszustand zurückkehren werde. Die Aussage erfolgt nach ersten Gesprächen mit den USA, doch die genaue Bedeutung der 'Vorkriegsbedingungen' bleibt unklar, was Raum für Skepsis lässt.
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