
Finale der Gruppe C: Brasilien und Marokko ringen um die Spitze, Schottland kämpft ums Überleben
Am letzten Spieltag der WM-Gruppe C treffen Brasilien und Schottland in Miami sowie Marokko und Haiti in Atlanta aufeinander – mit weitreichenden Folgen für die K.-o.-Runde.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (MESZ) fällt in der Gruppe C der Weltmeisterschaft 2026 die Entscheidung über den Einzug in die Runde der letzten 32. Zeitgleich um 19 Uhr Ortszeit (0 Uhr MESZ) stehen sich im Hard Rock Stadium von Miami Brasilien und Schottland sowie im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta Marokko und Haiti gegenüber. Die Ausgangslage ist von einer seltenen Dichte geprägt: Brasilien und Marokko führen die Tabelle mit jeweils vier Punkten an, getrennt allein durch die Tordifferenz (+3 gegenüber +1). Schottland folgt mit drei Zählern und benötigt mindestens einen Punkt, um als einer der besten Gruppendritten erstmals in der Verbandsgeschichte die Vorrunde zu überstehen. Haiti ist nach zwei Niederlagen bereits ausgeschieden.
Brasilien reist mit gemischten Gefühlen nach Florida. Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Auftakt gegen Marokko stabilisierte ein 3:0 über Haiti die Lage, doch das Spiel der Seleção blieb hinter den Erwartungen zurück. Aus brasilianischer Sicht lastet der Druck auf Trainer Carlo Ancelotti, der auf den verletzten Flügelstürmer Raphinha (Oberschenkel) verzichten muss. Dafür kehrt Neymar nach überstandener Wadenverletzung in den Kader zurück; sein Einsatz dürfte sich auf eine Jokerrolle beschränken. Die offensive Last ruht damit auf Vinícius Júnior, der mit zwei Treffern und einer Vorlage bislang überzeugte, sowie auf Mittelstürmer Matheus Cunha. Ancelotti ließ offen, ob er die gelbverwarnten Douglas Santos und Casemiro schonen wird – ein Risiko, das in den südamerikanischen Medien aufmerksam registriert wird.
Schottland hat den umgekehrten Weg genommen: Einem 1:0-Auftaktsieg gegen Haiti folgte ein 0:1 gegen Marokko, bei dem die Mannschaft von Steve Clarke keine einzige Torchance aufs Gehäuse brachte. Die schottische Defensive um Kapitän Andrew Robertson und Mittelfeldmotor John McGinn gilt als diszipliniert, doch die offensive Durchschlagskraft blieb limitiert. Clarke wird voraussichtlich auf eine kompakte Fünferkette setzen, um Brasiliens Tempo über die Flügel zu neutralisieren. In der Heimat wird die Partie als „schwerste Prüfung“ (Antara News) beschrieben; ein Remis wäre ein historischer Erfolg, eine Niederlage mit einem Tor Unterschied ließe die Tür zu den besten Dritten noch offen.
Marokko, das in Katar 2022 bis ins Halbfinale vorstieß, geht als Favorit in das Duell mit Haiti. Die Nordafrikaner benötigen einen Sieg, um aus eigener Kraft die Spitze zu übernehmen, sofern Brasilien nicht gewinnt. Spielmacher Brahim Díaz blieb in den ersten Partien blass, doch die defensive Stabilität um Achraf Hakimi und Torhüter Bono war tragend. Haiti, das nach 52 Jahren erstmals wieder an einer WM teilnimmt, will sich mit einem achtbaren Ergebnis verabschieden. Trainer Sébastien Migné kündigte an, sein Team werde „kämpferisch auftreten“, doch die karibische Auswahl blieb in beiden Spielen torlos und ist in der Offensive limitiert.
Die Sieger der Gruppe C treffen im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe F, in der die Niederlande, Japan und Schweden um den Einzug streiten. Der Gruppenzweite bekommt es mit dem Ersten dieser Staffel zu tun. Für Brasilien, das in der Verbandsgeschichte noch nie in der Vorrunde scheiterte, wäre ein zweiter Platz ein ungewohnter Umweg. Schottland wiederum hofft auf ein kleines Wunder: Noch nie überstand die „Tartan Army“ die Gruppenphase einer Weltmeisterschaft. Die parallelen Anpfiffe in Miami und Atlanta werden zur präzisen Gleichung – jede Aktion auf beiden Plätzen kann die Reihenfolge im Klassement verschieben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Mexiko steht vor einer perfekten Gruppenphase, bereits qualifiziert mit zwei souveränen Siegen. Das Spiel gegen Tschechien wird als Feier gesehen, das Team strebt erstmals in 17 WM-Teilnahmen eine makellose Bilanz an.
Marokko geht als klarer Favorit gegen Haiti ins Spiel, ein Sieg ist nötig, um den zweiten Gruppenplatz zu sichern. Haiti wird trotz defensiver Schwächen versuchen, sich würdevoll zu verabschieden, doch die Atlas-Löwen dürften das Spiel mit ihrer soliden Struktur kontrollieren.
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