
Iran beansprucht alleinige Kontrolle über Straße von Hormus und warnt vor Eskalation
Außenminister Araghchi erklärte bei Besuch in Bagdad, die Seepassage bleibe 30 Tage unter Teherans Aufsicht – jede Umgehung der vereinbarten Route gefährde die Waffenruhe.
Die Spannungen um die strategisch zentrale Wasserstraße des Persischen Golfs spitzen sich weiter zu: Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghchi vom Sonntag wird die Islamische Republik die Straße von Hormus für die nächsten 30 Tage unter ihre alleinige Kontrolle stellen und jede Nutzung einer nicht mit Teheran abgestimmten Passage als Verstoß gegen die getroffene Waffenruhe werten. Dies erklärte Araghchi bei einem Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad, bei dem er zugleich die Einrichtung eines regionalen Sicherheitsrahmens ohne Beteiligung außerregionaler Mächte forderte. Der Schritt folgt auf eine Serie wechselseitiger militärischer Schläge zwischen Iran und den Vereinigten Staaten, die den unter pakistanischer Vermittlung ausgehandelten Waffenstillstand vom April zunehmend untergraben.
Die Positionen der Konfliktparteien verhärten sich. Aus Teheraner Sicht weist das zwischen Iran und den USA geschlossene Memorandum of Understanding (MoU) der iranischen Führung die Verantwortung für das Management der Meerenge zu – ein Anspruch, den Revolutionsgarden (IRGC) mit der Ankündigung untermauern, Verstöße mit größerer Härte zu ahnden. Der Berater des iranischen Obersten Führers, Mohammad Mokhber, erklärte laut iranischen Staatsmedien, solange Iran die Straße kontrolliere, würden sich die „hegemonialen Träume“ Washingtons nicht verwirklichen. Derweil verurteilte Washington die jüngsten iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain als eklatante Verletzung der Feuerpause; beide Golfstaaten sprachen von „heimtückischer Aggression“ und fingen nach eigenen Angaben Raketen und Drohnen ab. Präsident Donald Trump drohte über Truth Social, Iran werde „nicht mehr existieren“, sollten die USA gezwungen sein, den Krieg wiederaufzunehmen. Gleichzeitig wertet Teheran die amerikanischen Luftschläge auf iranische Raketen- und Radaranlagen als Bruch des Abkommens.
Faktisch hat sich die Lage auf dem Wasser bereits verändert. Maritime Tracking-Daten zeigen, dass in den vergangenen Tagen zahlreiche Handelsschiffe einen südlichen Korridor entlang der omanischen Küste nutzten – eine Route, die die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und Oman ohne Abstimmung mit Iran bekannt gaben. Teheran betrachtet dies als unzulässige Alternative und warnt vor einer weiteren Verzögerung der vollständigen Wiedereröffnung der Straße. Das MoU sieht eine zollfreie Passage für Handelsschiffe über 60 Tage vor, doch Kern des Konflikts bleibt die Frage, wer die Hoheit über die Wasserstraße ausübt, durch die im Normalbetrieb rund ein Fünftel des globalen Ölhandels und ein Großteil der Flüssiggas-Exporte transportiert werden. Analysten des Londoner Royal United Services Institute weisen laut Medienberichten darauf hin, dass Iran aus einer Kombination von kontrolliertem Druck und langwierigen Verhandlungen strategischen Vorteil ziehen könnte.
Das irakische Außenministerium, das sich als Vermittler positioniert, sprach sich gegen eine Ausweitung des Krieges aus und verurteilte Angriffe auf Iran. Bagdad hat eine regionale Gipfelkonferenz der Golfstaaten, Irans und Iraks vorgeschlagen, um einen Sicherheitsdialog ohne Einmischung von außen zu etablieren. Parallel dazu bereitet der Irak für den 8. Juli Trauerfeierlichkeiten für den iranischen Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei vor, der nach Teheraner Darstellung am ersten Kriegstag durch amerikanisch-israelische Angriffe getötet wurde. Ob die Diplomatie eine weitere Eskalation verhindern kann, bleibt offen – der Fahrplan des MoU wird von beiden Seiten unterschiedlich ausgelegt, während die militärischen Spannungen jederzeit neu aufflammen können.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Iran's foreign minister asserted full Iranian control over the Strait of Hormuz for the next 30 days, warning that any outside interference would delay reopening. The statement frames Iran as the sole legitimate manager of the strait, with the deal with the US seen as a victory. Any challenge is portrayed as a threat to regional stability, implying Iran's dominant position.
Russian state media reports Iran's exclusive responsibility for restoring shipping in the Strait of Hormuz, presenting the deal as a matter of fact. The tone is neutral, without criticism or endorsement, aligning with Iran's position. The focus is on the technical details of the 30-day period and the resumption of normal operations.
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