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Geopolitik & PolitikSonntag, 28. Juni 2026

Ugandischer Armeechef Muhoozi erzwingt Schließung von NTV, Spark TV und Daily Monitor

Die von Präsidentensohn Muhoozi Kainerugaba befohlenen Razzien und Sendeverbote lösen im In- und Ausland Besorgnis über die Zukunft unabhängiger Berichterstattung in Ostafrika aus.

Auf Befehl von Generalstabschef Muhoozi Kainerugaba haben Sicherheitskräfte in der Nacht zum Sonntag die Redaktionsräume der Nation Media Group (NMG) in Kampala besetzt und die Ausstrahlung der Fernsehsender NTV Uganda und Spark TV gestoppt; die Arbeit der unabhängigen Tageszeitung Daily Monitor wurde unterbunden. Der unter anderem von NMG betriebene Hörfunksender Dembe FM stellte seinen Betrieb ebenfalls ein. Soldaten hinderten Mitarbeiter am Betreten oder Verlassen des Gebäudes, wie die Tageszeitung auf ihrer Webseite berichtete.

General Kainerugaba, Sohn von Präsident Yoweri Museveni, begründete den Schritt in einer Serie von Posts auf X mit der Ankündigung, dass „ab sofort alle schlechten Geschichten über Uganda von meinem Büro genehmigt werden müssen“. Er erklärte, in Uganda nicht an eine freie Presse zu glauben, und betonte, die Macht zur Schließung jedes ihm genehmen Medienhauses bereits 2017 von seinem Vater erhalten zu haben. Die Anordnung erfolgte nach Darstellungen ugandischer Journalisten infolge kritischer Berichte über die politische und sicherheitspolitische Führung des Landes. Während die Regierung in Kampala bislang keine offizielle Stellungnahme abgab, werten Pressefreiheitsorganisationen den Vorgang als beispiellosen Angriff auf verfassungsrechtlich garantierte Grundrechte.

Die National Association of Broadcasters Ugandas zeigte sich in einer Mitteilung „zutiefst besorgt über diese Maßnahme und ihre Auswirkungen auf das Medienökosystem“. In Nairobi, dem Hauptsitz der NMG, warnen Beobachter vor einem Klima der Einschüchterung, das über Uganda hinaus die Pressefreiheit in Ostafrika gefährde. Die betroffenen Medien sind Teil eines der einflussreichsten Verlagshäuser der Region; ihre erzwungene Stille sendet nach Auffassung von Medienrechtlern ein fatales Signal an andere Redaktionen. Internationale Organisationen wie Human Rights Watch und das Committee to Protect Journalists verurteilten die Maßnahmen und sehen darin eine Fortsetzung der Repression, die bereits die Wahlen im Januar 2025 prägte.

Der jüngste Schlag gegen die Medien reiht sich ein in eine lange Geschichte von Konfrontationen zwischen dem Regime Yoweri Musevenis und unabhängigen Journalisten. Im Mai 2013 ließ die Regierung die Redaktion der Daily Monitor wegen der Veröffentlichung eines Briefes versiegeln, der Vorbereitungen für ein als „Muhoozi-Projekt“ bekannt gewordenes Nachfolgeszenario beschrieb. Bereits 2007 war NTV Uganda vorübergehend vom Netz genommen worden. Der heute 81-jährige Museveni, der das ostafrikanische Land seit 1986 beherrscht, hat den Daily Monitor mehrfach öffentlich als „Feind“ bezeichnet. General Kainerugaba, seit 2024 Oberkommandierender der Streitkräfte, untermauert mit dem Vorgehen seinen Anspruch auf die faktische Machtausübung neben dem alternden Präsidenten und festigt seine Stellung als wahrscheinlicher Nachfolger.

Die betroffenen Medien bleiben vorerst geschlossen; General Kainerugaba hat eine Wiedereröffnung nur mit seiner persönlichen Genehmigung in Aussicht gestellt. Das juristische Fundament der Schließung ist unklar, eine offizielle Erklärung steht weiterhin aus. Im Inland bereiten Menschenrechtler Klagen auf Aufhebung der Sperrung vor, während internationale Diplomaten – darunter Vertreter der Europäischen Union – in Kampala auf die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards drängen dürften. Beobachter in Berlin sehen in der Entwicklung einen weiteren Rückschlag für die ohnehin angeschlagene Pressefreiheit in Subsahara-Afrika und erwarten, dass die Bundesregierung den Fall in ihrem Menschenrechtsdialog mit der Regierung Museveni zur Sprache bringen wird.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Subsaharisch-afrikanische PresseAtlantische / angloamerikanische Presse
Subsaharisch-afrikanische Presse
EmpörungAlarm

Local media report the closure as a blatant attack on press freedom by the army chief, who is also the president's son. They highlight his public boast of having the power to shut any media house and his declaration that he does not believe in a free press. The narrative is one of outrage and concern for the future of independent journalism in Uganda.

Atlantische / angloamerikanische Presse
PragmatismusSkepsis

Western outlets report the closure as a major escalation in Uganda's crackdown on independent media, noting the army chief's assertion of authority as de facto ruler. They frame the event as part of a broader pattern of repression, but maintain a factual tone, quoting official justifications and international reactions. The coverage emphasizes the strategic implications for media freedom in East Africa.

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Sonntag, 28. Juni 2026

Ugandischer Armeechef Muhoozi erzwingt Schließung von NTV, Spark TV und Daily Monitor

Die von Präsidentensohn Muhoozi Kainerugaba befohlenen Razzien und Sendeverbote lösen im In- und Ausland Besorgnis über die Zukunft unabhängiger Berichterstattung in Ostafrika aus.

Auf Befehl von Generalstabschef Muhoozi Kainerugaba haben Sicherheitskräfte in der Nacht zum Sonntag die Redaktionsräume der Nation Media Group (NMG) in Kampala besetzt und die Ausstrahlung der Fernsehsender NTV Uganda und Spark TV gestoppt; die Arbeit der unabhängigen Tageszeitung Daily Monitor wurde unterbunden. Der unter anderem von NMG betriebene Hörfunksender Dembe FM stellte seinen Betrieb ebenfalls ein. Soldaten hinderten Mitarbeiter am Betreten oder Verlassen des Gebäudes, wie die Tageszeitung auf ihrer Webseite berichtete.

General Kainerugaba, Sohn von Präsident Yoweri Museveni, begründete den Schritt in einer Serie von Posts auf X mit der Ankündigung, dass „ab sofort alle schlechten Geschichten über Uganda von meinem Büro genehmigt werden müssen“. Er erklärte, in Uganda nicht an eine freie Presse zu glauben, und betonte, die Macht zur Schließung jedes ihm genehmen Medienhauses bereits 2017 von seinem Vater erhalten zu haben. Die Anordnung erfolgte nach Darstellungen ugandischer Journalisten infolge kritischer Berichte über die politische und sicherheitspolitische Führung des Landes. Während die Regierung in Kampala bislang keine offizielle Stellungnahme abgab, werten Pressefreiheitsorganisationen den Vorgang als beispiellosen Angriff auf verfassungsrechtlich garantierte Grundrechte.

Die National Association of Broadcasters Ugandas zeigte sich in einer Mitteilung „zutiefst besorgt über diese Maßnahme und ihre Auswirkungen auf das Medienökosystem“. In Nairobi, dem Hauptsitz der NMG, warnen Beobachter vor einem Klima der Einschüchterung, das über Uganda hinaus die Pressefreiheit in Ostafrika gefährde. Die betroffenen Medien sind Teil eines der einflussreichsten Verlagshäuser der Region; ihre erzwungene Stille sendet nach Auffassung von Medienrechtlern ein fatales Signal an andere Redaktionen. Internationale Organisationen wie Human Rights Watch und das Committee to Protect Journalists verurteilten die Maßnahmen und sehen darin eine Fortsetzung der Repression, die bereits die Wahlen im Januar 2025 prägte.

Der jüngste Schlag gegen die Medien reiht sich ein in eine lange Geschichte von Konfrontationen zwischen dem Regime Yoweri Musevenis und unabhängigen Journalisten. Im Mai 2013 ließ die Regierung die Redaktion der Daily Monitor wegen der Veröffentlichung eines Briefes versiegeln, der Vorbereitungen für ein als „Muhoozi-Projekt“ bekannt gewordenes Nachfolgeszenario beschrieb. Bereits 2007 war NTV Uganda vorübergehend vom Netz genommen worden. Der heute 81-jährige Museveni, der das ostafrikanische Land seit 1986 beherrscht, hat den Daily Monitor mehrfach öffentlich als „Feind“ bezeichnet. General Kainerugaba, seit 2024 Oberkommandierender der Streitkräfte, untermauert mit dem Vorgehen seinen Anspruch auf die faktische Machtausübung neben dem alternden Präsidenten und festigt seine Stellung als wahrscheinlicher Nachfolger.

Die betroffenen Medien bleiben vorerst geschlossen; General Kainerugaba hat eine Wiedereröffnung nur mit seiner persönlichen Genehmigung in Aussicht gestellt. Das juristische Fundament der Schließung ist unklar, eine offizielle Erklärung steht weiterhin aus. Im Inland bereiten Menschenrechtler Klagen auf Aufhebung der Sperrung vor, während internationale Diplomaten – darunter Vertreter der Europäischen Union – in Kampala auf die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards drängen dürften. Beobachter in Berlin sehen in der Entwicklung einen weiteren Rückschlag für die ohnehin angeschlagene Pressefreiheit in Subsahara-Afrika und erwarten, dass die Bundesregierung den Fall in ihrem Menschenrechtsdialog mit der Regierung Museveni zur Sprache bringen wird.

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EmpörungAlarm

Local media report the closure as a blatant attack on press freedom by the army chief, who is also the president's son. They highlight his public boast of having the power to shut any media house and his declaration that he does not believe in a free press. The narrative is one of outrage and concern for the future of independent journalism in Uganda.

Atlantische / angloamerikanische Presse
PragmatismusSkepsis

Western outlets report the closure as a major escalation in Uganda's crackdown on independent media, noting the army chief's assertion of authority as de facto ruler. They frame the event as part of a broader pattern of repression, but maintain a factual tone, quoting official justifications and international reactions. The coverage emphasizes the strategic implications for media freedom in East Africa.

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