
Iraks Premier setzt Frist für Entwaffnung der Milizen – Washington gewährt Rückendeckung
Bei seinem Besuch im Weißen Haus sicherte US-Präsident Trump dem irakischen Regierungschef Ali al-Zaidi Unterstützung zu; bis Ende September sollen alle nichtstaatlichen Gruppen ihre Waffen abgeben.
Der irakische Ministerpräsident Ali al-Zaidi hat bei seinem ersten offiziellen Besuch in Washington eine Frist für die Entwaffnung aller nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen gesetzt. Vom Weißen Haus aus erklärte er, dass bis Ende September sämtliche Milizen ihre Waffen an den Staat abgeben müssten. US-Präsident Donald Trump bezeichnete al-Zaidi als „mutig“ und „entschlossenen Kämpfer“ und signalisierte damit eine persönliche Unterstützung, die nach Darstellung amerikanischer Regierungskreise an konkrete Fortschritte bei der Wiederherstellung des staatlichen Gewaltmonopols geknüpft ist. Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte Bagdad auf, die vom Iran unterstützten Milizen zu entwaffnen, die allein in diesem Frühjahr über 600 Angriffe auf US-Personal verübt hätten.
Aus Washingtoner Sicht ist die irakische Zusage Teil einer umfassenderen Neuausrichtung: Die US-geführte Militärmission gegen den Islamischen Staat wird heruntergefahren, während die irakischen Sicherheitskräfte – einschließlich der kurdischen Peschmerga – die Führung übernehmen sollen. Parallel dazu erhöhen die Staaten des Golfkooperationsrats laut einem Bericht des israelischen Senders Kan den Druck auf Bagdad. Deren Generalsekretär habe bei einem Besuch in der irakischen Hauptstadt Informationen über Angriffe vorgelegt, die von irakischen Milizen gegen Golfstaaten verübt worden seien. In Bagdad selbst stützt sich al-Zaidi auf eine fragile innenpolitische Allianz: Die sadristische Bewegung, die über eine breite Basis verfügt, unterstützt die Entwaffnung und den Kampf gegen Korruption, während andere Kräfte im sogenannten Koordinierungsrahmen befürchten, dass eine erfolgreiche Anti-Korruptionskampagne ihre eigenen Netzwerke gefährden könnte.
Die gesetzte Frist gilt Beobachtern in der Region als ambitioniert. Iran-nahe Gruppen wie die al-Nujaba-Bewegung haben bereits Widerstand signalisiert; ihre Führung griff Trump öffentlich an. Aus Teheraner Sicht, so wird in Bagdad vermerkt, habe sich der Einfluss auf die Milizen zuletzt jedoch gelockert – eine Folge des amerikanischen Drucks und der Spannungen um die Straße von Hormus. Gleichzeitig hat al-Zaidi eine Einladung zu einem baldigen Besuch in Teheran angenommen, was als Versuch gewertet wird, die Beziehungen zum Nachbarn nicht vollends zu kappen. Die Regierung in Bagdad betont, dass die Entwaffnung nicht nur eine sicherheitspolitische, sondern auch eine wirtschaftliche Dimension habe: Nur ein souveräner Staat könne ausländische Investitionen anziehen und Projekte wie die Ölpipeline Basra–Akaba oder den Stromverbund mit Jordanien vorantreiben.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob al-Zaidi die in Washington gewährte politische Rückendeckung in handfeste Ergebnisse ummünzen kann. Die US-Regierung hat klargemacht, dass sie die Partnerschaft an der Fähigkeit Bagdads misst, das Gewaltmonopol durchzusetzen und die Korruption einzudämmen. Ein Scheitern, so die Einschätzung in amerikanischen Regierungskreisen, würde nicht nur die militärische Zusammenarbeit gefährden, sondern auch die wirtschaftliche Öffnung des Landes. Al-Zaidi kehrt in den nächsten Tagen nach Bagdad zurück; die erste Bewährungsprobe wird sein, ob die Ankündigungen aus Washington in konkrete Schritte zur Entwaffnung und zur Stärkung der Justiz münden.
| Arabische Golfpresse | +0.60 | aligned |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.30 | critical |
| Israelische Presse | +0.70 | aligned |
Iraq has a historic chance: with Trump's support and the September deadline, Zaidi can finally impose the rule of law and disarm the militias, joining a new US-led regional axis.
The narrative presents Trump's support as external legitimacy that strengthens Zaidi's domestic position, turning an imposed deadline into an opportunity for reform.
Omits Zaidi's planned visit to Iran and the Gulf states' pressure for disarmament, which would complicate the narrative of exclusive alignment with the US.
External pressures for militia disarmament are a maneuver by Gulf states and Israel, while Iraq maintains its sovereignty by balancing relations with Iran.
Uses the mention of 'Hebrew media' to insinuate that disarmament demands are self-interested and not legitimate, and pre-announces the Iran visit to show Iraq is not aligned solely with Washington.
Does not mention Trump's public support for Zaidi nor the September deadline as an Iraqi commitment, which would show a willingness for internal reform.
The Trump-Zaidi meeting marks a historic turning point: after decades of conflict, the US and Iraq can build a strategic partnership based on personal trust and shared interest in stability.
Frames the event in a long historical narrative of ups and downs between the US and Iraq, presenting the meeting as a 'new leaf' that overcomes previous tensions, thanks to the personalization of the Trump-Zaidi relationship.
Omits the Gulf states' pressures and the Iran visit, which would show the complexity of Iraq's relations and the persistence of competing influences.
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