
Internationale Kondolenzbesuche in Doha nach dem Tod von Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani
Hochrangige Delegationen aus der arabischen Welt und darüber hinaus erweisen Katar die letzte Ehre; die Trauerfeierlichkeiten dauern bis Mittwoch an.
Nach dem Tod des früheren Emirs von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani, haben am Dienstag zahlreiche Staatsgäste und hochrangige Abordnungen in Doha ihr Beileid bekundet. Der amtierende Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani empfing im Lusail-Palast unter anderem den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun, den mauretanischen Präsidenten Mohamed Ould Ghazouani und den Vorsitzenden des libyschen Präsidialrats Mohamed al-Menfi. Die Beisetzung des 74-jährig Verstorbenen, der Katar von 1995 bis zu seiner freiwilligen Abdankung 2013 regiert hatte, war bereits am Vortag erfolgt; die offizielle Trauerzeit mit Kondolenzempfängen ist noch bis zum 15. Juli angesetzt.
Aus den arabischen Hauptstädten trafen Delegationen ein, deren Zusammensetzung die enge Verflechtung Katars mit seinen Nachbarn und Partnern unterstreicht. Die Vereinigten Arabischen Emirate entsandten gleich mehrere hochrangige Vertreter: Neben Vize-Staatschef Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan und Außenminister Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan kondolierte auch Innenminister Scheich Saif bin Zayed Al Nahyan. In den Beileidsbekundungen wurde der Verstorbene als „großer Verlust“ gewürdigt. Aus algerischer Sicht wiederum stand die persönliche Verbundenheit des Emirs mit dem Land im Vordergrund. Ein von Präsident Abdelmadjid Tebboune beauftragtes Spitzengremium um Parlamentspräsident Azzouz Naceri, Innenminister Said Sayoud und den Generalstabssekretär des Verteidigungsministeriums reiste nach Doha. In Algier trug sich Ministerpräsident Saifi Gharib im Namen des Präsidenten in das Kondolenzbuch der katarischen Botschaft ein und verwies auf die „weise Führung“ des Verstorbenen, die Katar zu einem internationalen Zentrum für Dialog und Mediation gemacht habe.
Aus libanesischer Perspektive wurde die Trauer um Scheich Hamad mit konkreten politischen Wegmarken verknüpft. Präsident Aoun würdigte ihn als „Freund des Libanon“, der das Land in schwierigsten Phasen unterstützt habe. Der libanesische Verteidigungsminister Michel Mounsi erinnerte im Kondolenzbuch der Botschaft in Beirut an die „weißen Hände“ des Emirs nach dem Krieg von 2006 und an seine Vermittlerrolle beim Doha-Abkommen von 2008, das eine innenpolitische Krise beendete. Eine Delegation der schiitischen Amal-Bewegung unter Führung von Parlamentspräsident Nabih Berri betonte, der Verstorbene habe „dem widerständigen Süden in den dunkelsten Stunden“ beigestanden – eine Formulierung, die auf die Unterstützung für den Wiederaufbau nach israelischen Militäroperationen anspielt. In Teheran wiederum übermittelte der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, über seinen Berater ein Kondolenzschreiben an die katarische Botschaft. Die iranische Seite würdigte die Verdienste des Emirs um sein Land, ohne auf regionale Konfliktlinien einzugehen.
Der Tod Scheich Hamads, der 1995 durch einen unblutigen Palastwechsel an die Macht gekommen war und Katar mit einer eigenständigen Außenpolitik sowie massiven Investitionen in Gasförderung und globale Medienpräsenz neu positionierte, löst eine breite, aber in Nuancen unterschiedliche Resonanz aus. Während die arabischen Golfstaaten die familiären Bande und die staatliche Souveränität in den Mittelpunkt stellen, heben maghrebinische und levantinische Akteure die Rolle des Emirs als Vermittler und Unterstützer in Krisen hervor. Die Trauerfeierlichkeiten werden am Mittwoch mit weiteren Empfängen im Lusail-Palast fortgesetzt; mit zusätzlichen Kondolenzbesuchen aus Asien und Afrika wird gerechnet.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | +0.20 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | +0.30 | aligned |
Lebanon and Algeria pay homage to the father emir as a protector and mediator, highlighting his crucial role in times of crisis.
Delegates invoke specific historical events (2006, 2008) to create a personal bond of gratitude, turning a news item into a moral tribute that legitimizes their closeness to Qatar.
The United Arab Emirates sends a high-ranking representative to attest dynastic and institutional solidarity, adding no personal commentary.
The news is reduced to a ceremonial act: the dignitary's presence and the signature in the register suffice to demonstrate the alliance, without need for words or interpretation.
Iran offers official condolences through its parliament, keeping a low profile with no political emphasis.
The message merely acknowledges the deceased's role in Qatar's development, avoiding any mention of bilateral relations or regional conflicts, so as not to create commitments or expectations.
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