
IISS-Bericht: Russland spähte mit Drohnen von Schattenflotte aus Nuklearanlagen in Europa aus
Eine Studie des Londoner Instituts dokumentiert 144 Drohnenvorfälle über militärischen und nuklearen Einrichtungen – die Kampagne habe eine strategische Lücke in der NATO-Luftverteidigung offengelegt.
Der Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London hat einen Bericht vorgelegt, demzufolge Russland über einen Zeitraum von 18 Monaten eine koordinierte Drohnenüberwachungskampagne gegen nukleare und militärische Anlagen in Europa durchgeführt hat. Die 144 erfassten Vorfälle zwischen August 2024 und Februar 2026 ereigneten sich in mehr als zehn Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und die Niederlande. Keiner der unbemannten Flugkörper wurde nach Darstellung des IISS von westlichen Streitkräften abgefangen oder zum Absturz gebracht.
Die Autoren der Studie sehen in den Vorfällen eine von Moskau gesteuerte Operation, die mit „erheblicher Straflosigkeit“ operiert habe. Die Drohnen seien mutmaßlich von Handelsschiffen des sogenannten russischen Schattenflotte gestartet worden, die auch zur Umgehung von Ölsanktionen genutzt wird. Konkret werden die Frachter „Hav Dolphin“ und der Tanker „Seasons 1“ mit Sichtungen über britischen und deutschen Militärbasen in Verbindung gebracht. Der Kreml weist die Vorwürfe als unbegründet zurück. Westliche Regierungen hatten bislang offiziell keine Beweise für eine russische Urheberschaft vorgelegt, wenngleich Frankreich im Jahr 2025 ein Schiff der Schattenflotte enterte und zwei russische Staatsangehörige an Bord identifizierte.
Aus Sicht des IISS offenbart die Kampagne eine strategische Schwachstelle der NATO-Luftverteidigung, die auf konventionelle Bedrohungen ausgelegt sei und nicht auf kleine, langsame Drohnen. Zudem hätten die bestehenden Einsatzregeln den Abschuss über zivilem Gebiet erschwert. Die Vorfälle führten wiederholt zur zeitweisen Schließung von Flughäfen – etwa in Kopenhagen und München – und untergruben das Vertrauen in die Sicherheit des europäischen Luftraums. Deutschland war mit 58 registrierten Fällen am stärksten betroffen, gefolgt von Belgien und Dänemark.
Die mutmaßliche Drohnenkampagne reiht sich ein in eine Serie hybrider Operationen, die europäische Sicherheitsbehörden Russland zuschreiben, darunter Sabotageakte und Brandanschläge auf kritische Infrastruktur. Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, da die europäischen NATO-Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und über eine Anpassung der Abschreckungsdoktrin beraten. Nach Angaben des IISS haben europäische Marinen inzwischen begonnen, verdächtige Schiffe der Schattenflotte aufzubringen, woraufhin die Zahl der Drohnensichtungen zurückgegangen sei. Die NATO prüft derzeit eine gemeinsame Initiative zur Drohnenabwehr, die nach Einschätzung des Europäischen Parlaments jedoch noch an mangelnder Kohärenz leidet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der IISS-Bericht, zitiert von The Guardian, dokumentiert, dass Russland Drohnen von Tankschiffen der Schattenflotte aus eingesetzt hat, um europäische Nuklearstandorte auszuspionieren. Der Bericht zählt 144 Vorfälle in mehr als zehn Ländern seit Ende 2024 und stellt fest, dass keine Drohne abgeschossen wurde. Die Darstellung ist sachlich und vermeidet direkte Verurteilung, konzentriert sich auf die Beweise.
Der IISS-Bericht enthüllt eine vom Kreml organisierte Überwachungskampagne gegen NATO-Militärstandorte in Europa unter Einsatz von Drohnen der russischen Schattenflotte. Russische Geheimdienste operierten nahezu straflos, so die Analyse. Der Bericht unterstreicht die Bedrohung durch die verdeckten Aktivitäten Russlands und fordert eine Reaktion.
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