
Iran weist Inspektionspläne für beschädigte Atomanlagen zurück – Washington und IAEA beharren auf vereinbarten Kontrollen
Während die USA und die IAEA auf sofortige Inspektionen drängen, knüpft Teheran den Zugang an ein endgültiges Abkommen und die vollständige Aufhebung der Sanktionen.
Die widersprüchlichen Signale aus Teheran und Washington über den Umfang internationaler Atominspektionen im Iran haben sich binnen weniger Tage zu einem zentralen Hindernis für die Umsetzung des jüngsten Waffenstillstandsabkommens verdichtet. Während US-Präsident Donald Trump am Mittwoch erklärte, amerikanische Inspektoren würden sich den Kontrollen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) anschließen und Iran habe dem zugestimmt, wies der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi jegliche Pläne für einen Zugang zu den im vergangenen Jahr bombardierten Nuklearanlagen zurück. In einem Beitrag auf der Plattform X betonte er, solche Fragen würden ausschließlich im Rahmen eines endgültigen Abkommens und nach vollständiger Aufhebung aller Sanktionen geklärt. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi hatte zuvor in Japan bekräftigt, die Inspektionen seien ein ausdrücklicher Bestandteil der von beiden Präsidenten unterzeichneten Absichtserklärung und würden „in allen Punkten“ durchgeführt.
Aus Washingtoner Sicht ist die Überwachung der iranischen Nuklearaktivitäten ein unverzichtbarer Pfeiler der am 28. Khordad unterzeichneten Vereinbarung. Trump und sein Vizepräsident J.D. Vance betonten, Teheran habe dauerhaften und umfassenden Inspektionen zugestimmt – Vance sprach von einem „großen Meilenstein“. Außenminister Marco Rubio stellte zugleich eine mögliche Normalisierung der Beziehungen in Aussicht, falls die iranische Führung sich entscheide, „ein Land zu sein statt einer revolutionären Bewegung, die Terrorismus exportiert“. Die IAEA beruft sich auf Klausel acht des Memorandums, wonach sämtliche nuklearen Tätigkeiten unter ihrer Aufsicht stehen. Grossi räumte ein, der genaue Zeitpunkt der Inspektionen sei noch offen, doch ihr Stattfinden stehe außer Frage.
Teheran hingegen beharrt auf einer strikten Trennung zwischen den derzeit geltenden Übergangsregelungen und einem künftigen umfassenden Vertrag. Außenamtssprecher Esmail Baghaei erklärte, die Zusammenarbeit mit der IAEA erfolge weiterhin gemäß den bestehenden Safeguards-Abkommen und den Beschlüssen des iranischen Sicherheitsrats. Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf bezeichnete die bisherige Einigung gar als „Erklärung der amerikanischen Niederlage“ und führte sie auf den „Widerstand und die Autorität der iranischen Nation“ zurück. Die iranische Seite macht zudem geltend, dass die Aufnahme detaillierter Nukleargespräche an die vollständige Umsetzung bestimmter Klauseln des Memorandums gebunden sei – darunter die faktische Aussetzung der Sanktionen, die Washington für 60 Tage gewährt hat.
Die Kontroverse gewinnt ihre Brisanz aus dem Zustand des iranischen Nuklearprogramms. Seit dem zwölftägigen Krieg im Juni 2024 hat die IAEA keinen Zugang mehr zu den beschädigten Anreicherungsanlagen; westliche Schätzungen gehen davon aus, dass Iran dort genügend auf 60 Prozent angereichertes Uran gelagert hat, um im Falle einer politischen Entscheidung Material für mehrere Atomwaffen zu besitzen. Die nun vereinbarte Verdünnung dieser Bestände ist ein Kernstück der Abmachung. Parallel dazu drängt Katar als Vermittler auf einen direkten Kommunikationskanal zwischen Iran und den USA, um bei der Minenräumung in der Straße von Hormus Störmanöver „eigenmächtiger Akteure“ zu unterbinden.
Die technischen Gespräche unter pakistanischer Vermittlung sollen nach Angaben Islamabads in der kommenden Woche – möglicherweise am Dienstag – wieder aufgenommen werden; ein Ort steht noch nicht fest. Rubio setzt derweil seine Regionalreise in die Golfstaaten fort, um mit den Verbündeten die nächsten Schritte abzustimmen. Die 60-Tage-Frist für eine umfassende Einigung läuft, und die Inspektionsfrage wird sich kaum länger ausklammern lassen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Irans Vizeaußenminister erklärte, es gebe keinen Plan, Zugang zu den angegriffenen Atomanlagen zu gewähren, und trotz der Bitte des IAEA-Chefs habe kein Treffen stattgefunden. Inspektionen würden nur im Rahmen einer endgültigen Vereinbarung und nach Aufhebung aller Sanktionen erörtert. Die Medienkampagne wird als Versuch zurückgewiesen, vollendete Tatsachen zu schaffen.
Der Generaldirektor der IAEA bestätigte, dass das von beiden Präsidenten unterzeichnete Memorandum ausdrücklich Inspektionen der Atomanlagen vorsieht. Trotz politischer Äußerungen einiger Beamter wird die Behörde ihre Verifikationstätigkeiten wie vereinbart durchführen. Die Inspektionen sind ein Kernbestandteil der Verständigung zwischen Washington und Teheran.
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