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Wirtschaft & MärkteFreitag, 24. Juli 2026

Hongkongs Finanzplatz zieht an – Leerstand in Moskaus Coworking-Büros verdreifacht sich

Während Hongkong mit Börsenreformen und Rekordversicherungsgeschäften glänzt, steigen in Moskaus flexiblen Büros die Leerstände drastisch und das Bestattungsgewerbe formalisiert sich.

Die Hongkonger Börse (HKEX) hat unmittelbar die größte Reform seit acht Jahren in Kraft gesetzt. Anträge auf Börsenzulassung können nun vertraulich eingereicht werden, die Mindestanforderungen an die Marktkapitalisierung für Start-ups und internationale Firmen sinken – für Unternehmen mit gewichteten Stimmrechten von 40 auf 20 Milliarden HK-Dollar. Damit öffnet der Handelsplatz die Schleusen für weitere Börsengänge, während die Stadt ohnehin eine Renaissance als Finanzzentrum erlebt. Die Leerstandsquote in Premium-Büros des Distrikts Central fiel im ersten Halbjahr 2026 laut JLL auf 8,8 Prozent, den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren, die Mieten zogen um 7,3 Prozent an. Parallel verzeichnete die Lebensversicherungsbranche im ersten Quartal mit Policenverkäufen über 141 Milliarden HK-Dollar (plus 51 Prozent zum Vorjahr) einen abermaligen Rekord, getrieben von vermögender Kundschaft vom chinesischen Festland und aus Übersee sowie wachsendem Bedarf an Vermögensübertragung und Vorsorge.

Doch der Aufschwung ist gespalten. Außerhalb der Spitzenlagen leidet der Markt weiter unter Überangebot: Stadtweit liegt die Leerstandsquote bei 13,1 Prozent, in weniger prestigeträchtigen Kategorien stiegen die Mieten nur marginal. Während sich vermögende Anleger und Family Offices auf die begehrten Adressen wie One und Two IFC konzentrieren, drängen neue Anbieter in das Geschäft. Die Allianz etwa übernimmt für 2,1 Milliarden US-Dollar den Lebensversicherer von HSBC in Singapur und sichert sich eine 15-jährige Vertriebskooperation – ein Schritt, der den Stadtstaat zu einem ihrer größten asiatischen Märkte im Leben- und Krankensegment macht (Abschluss erste Hälfte 2027 erwartet). Gleichzeitig richtet Hongkongs Trade Development Council seinen Blick auf neue Horizonte: Innerhalb der nächsten neun Monate soll ein Büro in Kairo eröffnet werden, um den afrikanischen Markt zu erschließen, denn der Handel mit Afrika erreichte im Vorjahr 6,53 Milliarden US-Dollar, und die kürzlich ausgeweitete Nullzollregelung Pekings für 53 afrikanische Staaten schafft neue Anreize.

Ganz anders stellt sich die Lage in Moskau dar. In den Coworking-Flächen der russischen Hauptstadt hat sich der Leerstand binnen Jahresfrist mehr als verdreifacht. Nach Berechnungen der Immobilienberater CMWP, IBC Real Estate und Ricci stieg die Quote auf 17,9 bis 20,1 Prozent, während die Nachfrage im Mai um über die Hälfte einbrach. Ursache ist ein starker Zuwachs an Neuflächen – allein im ersten Quartal kamen fast fünfmal so viele Quadratmeter auf den Markt wie ein Jahr zuvor. Gleichzeitig zwingen um 30 Prozent gestiegene Mieten viele Interessenten zur Zurückhaltung, und da die klassischen Büromieten, die als Basis für Coworking-Preise dienen, weiter steigen, rechnen Analysten nicht mit sinkenden Angeboten. Unabhängig davon wächst in Russland die Zahl der registrierten Bestattungsunternehmen sprunghaft: plus 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 995 Firmen mit Kerngeschäft, insgesamt sind 11.500 Organisationen registriert. Marktteilnehmer erklären dies gegenüber „Kommersant“ mit einem erzwungenen Schritt aus der Schattenwirtschaft – um Zahlungsterminals nutzen und staatliche Kompensationen erhalten zu können – und mit steuerlichen Anpassungen, die zur Aufspaltung von Unternehmen führen. Ein Zusammenhang mit dem Krieg, so die Befragten, bestehe nicht.

Für die Finanzplätze in Asien stehen die nächsten Etappen bereits fest. Die HKEX-Reform greift sofort und soll innovative Unternehmen weltweit anziehen. Die Übernahme der HSBC-Tochter in Singapur durch die Allianz bedarf noch der behördlichen Genehmigungen und dürfte in der ersten Jahreshälfte 2027 vollzogen sein. In Moskau bleiben die Coworking-Betreiber unter dem Druck hoher Basiskosten und einer verhaltenen Nachfrage, ohne Aussicht auf kurzfristige Entspannung.

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Hongkongs Finanzplatz zieht an – Leerstand in Moskaus Coworking-Büros verdreifacht sich

Während Hongkong mit Börsenreformen und Rekordversicherungsgeschäften glänzt, steigen in Moskaus flexiblen Büros die Leerstände drastisch und das Bestattungsgewerbe formalisiert sich.

Die Hongkonger Börse (HKEX) hat unmittelbar die größte Reform seit acht Jahren in Kraft gesetzt. Anträge auf Börsenzulassung können nun vertraulich eingereicht werden, die Mindestanforderungen an die Marktkapitalisierung für Start-ups und internationale Firmen sinken – für Unternehmen mit gewichteten Stimmrechten von 40 auf 20 Milliarden HK-Dollar. Damit öffnet der Handelsplatz die Schleusen für weitere Börsengänge, während die Stadt ohnehin eine Renaissance als Finanzzentrum erlebt. Die Leerstandsquote in Premium-Büros des Distrikts Central fiel im ersten Halbjahr 2026 laut JLL auf 8,8 Prozent, den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren, die Mieten zogen um 7,3 Prozent an. Parallel verzeichnete die Lebensversicherungsbranche im ersten Quartal mit Policenverkäufen über 141 Milliarden HK-Dollar (plus 51 Prozent zum Vorjahr) einen abermaligen Rekord, getrieben von vermögender Kundschaft vom chinesischen Festland und aus Übersee sowie wachsendem Bedarf an Vermögensübertragung und Vorsorge.

Doch der Aufschwung ist gespalten. Außerhalb der Spitzenlagen leidet der Markt weiter unter Überangebot: Stadtweit liegt die Leerstandsquote bei 13,1 Prozent, in weniger prestigeträchtigen Kategorien stiegen die Mieten nur marginal. Während sich vermögende Anleger und Family Offices auf die begehrten Adressen wie One und Two IFC konzentrieren, drängen neue Anbieter in das Geschäft. Die Allianz etwa übernimmt für 2,1 Milliarden US-Dollar den Lebensversicherer von HSBC in Singapur und sichert sich eine 15-jährige Vertriebskooperation – ein Schritt, der den Stadtstaat zu einem ihrer größten asiatischen Märkte im Leben- und Krankensegment macht (Abschluss erste Hälfte 2027 erwartet). Gleichzeitig richtet Hongkongs Trade Development Council seinen Blick auf neue Horizonte: Innerhalb der nächsten neun Monate soll ein Büro in Kairo eröffnet werden, um den afrikanischen Markt zu erschließen, denn der Handel mit Afrika erreichte im Vorjahr 6,53 Milliarden US-Dollar, und die kürzlich ausgeweitete Nullzollregelung Pekings für 53 afrikanische Staaten schafft neue Anreize.

Ganz anders stellt sich die Lage in Moskau dar. In den Coworking-Flächen der russischen Hauptstadt hat sich der Leerstand binnen Jahresfrist mehr als verdreifacht. Nach Berechnungen der Immobilienberater CMWP, IBC Real Estate und Ricci stieg die Quote auf 17,9 bis 20,1 Prozent, während die Nachfrage im Mai um über die Hälfte einbrach. Ursache ist ein starker Zuwachs an Neuflächen – allein im ersten Quartal kamen fast fünfmal so viele Quadratmeter auf den Markt wie ein Jahr zuvor. Gleichzeitig zwingen um 30 Prozent gestiegene Mieten viele Interessenten zur Zurückhaltung, und da die klassischen Büromieten, die als Basis für Coworking-Preise dienen, weiter steigen, rechnen Analysten nicht mit sinkenden Angeboten. Unabhängig davon wächst in Russland die Zahl der registrierten Bestattungsunternehmen sprunghaft: plus 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 995 Firmen mit Kerngeschäft, insgesamt sind 11.500 Organisationen registriert. Marktteilnehmer erklären dies gegenüber „Kommersant“ mit einem erzwungenen Schritt aus der Schattenwirtschaft – um Zahlungsterminals nutzen und staatliche Kompensationen erhalten zu können – und mit steuerlichen Anpassungen, die zur Aufspaltung von Unternehmen führen. Ein Zusammenhang mit dem Krieg, so die Befragten, bestehe nicht.

Für die Finanzplätze in Asien stehen die nächsten Etappen bereits fest. Die HKEX-Reform greift sofort und soll innovative Unternehmen weltweit anziehen. Die Übernahme der HSBC-Tochter in Singapur durch die Allianz bedarf noch der behördlichen Genehmigungen und dürfte in der ersten Jahreshälfte 2027 vollzogen sein. In Moskau bleiben die Coworking-Betreiber unter dem Druck hoher Basiskosten und einer verhaltenen Nachfrage, ohne Aussicht auf kurzfristige Entspannung.

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