
Geplante Zuckersteuer trifft auf neue Erkenntnisse zu metabolischen Risiken
Deutschlands für 2028 geplante Abgabe auf zuckergesüßte Getränke erhält Rückenwind durch Studien, die die besondere Gefährdung durch flüssigen Zucker belegen – mit Folgen für Herz, Leber und mehr.
In Deutschland rückt eine Zuckersteuer auf gesüßte Getränke näher, die ab 2028 in Kraft treten soll. Zeitgleich untermauern neue Untersuchungen, warum der Gesetzgeber gerade bei Softdrinks ansetzt: Eine Studie der Universität Lund zeigt, dass Zucker aus Getränken stärker mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert ist als jede andere untersuchte Zuckerform. Ein erhöhter Konsum korrelierte mit einem höheren Risiko für Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern. Die Aufnahme großer Zuckermengen in kurzer Zeit ohne Sättigungsgefühl mache das Problem aus, so die schwedischen Forscher.
Aus Zürich kommt eine Erklärung für den besonders schädlichen Stoffwechselweg: Die Leber verarbeitet Fruktose nahezu exklusiv und wird bei Übermaß gezwungen, überschüssigen Zucker in Triglyzeride umzuwandeln. Ein Zusatz von 80 Gramm Zucker täglich – in weniger als einem Liter Limonade enthalten – verdoppelt die Fettproduktion in der Leber, wie Philipp Gerber vom Universitätsspital Zürich nachwies. Dieser Effekt hielt noch zwölf Stunden nach dem Konsum an. Daten aus Mexiko belegen, dass solche Mechanismen zur Fettleberepidemie beitragen: Eine Metaanalyse mit über 500.000 Teilnehmern ermittelte ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko für eine nicht-alkoholische Fettleber bei Menschen mit hohem Konsum von Ultraprozessiertem – und ein kumulatives Plus von 6 Prozent je zehnprozentiger Steigerung des Anteils solcher Produkte in der Kost.
Neben Leber und Kreislauf geraten weitere Organe in Mitleidenschaft. Von russischen Kardiologen wird gewarnt, dass jahrelanger Zuckerüberschuss über Bluthochdruck und Atherosklerose direkt zu Schlaganfall oder Infarkt führen kann. In Schweden zeigt eine Umfrage, dass nur noch 42 Prozent der Bevölkerung die Empfehlung von 500 Gramm Obst und Gemüse pro Tag kennen – ein Rückgang um 11 Prozentpunkte binnen zwei Jahren. Gleichzeitig steigen Übergewicht und Diabetes stetig. Selbst die Haut spiegelt die innere Belastung: Hohe glykämische Lasten fördern über Insulinspitzen Entzündungsprozesse, die zu fahlem Teint und ungleichmäßiger Pigmentierung beitragen, wie indonesische Dermatologen betonen.
Die Wissenschaft identifiziert aber auch Schutzfaktoren. Berliner Ernährungsexperten verweisen auf Beeren: US-Forscher fanden in großen Kohorten, dass regelmäßiger Verzehr von Heidelbeeren das Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkt senkt und die kognitive Alterung verlangsamt. Im höheren Lebensalter, insbesondere nach der Menopause, rücken kaliumreiche Gemüse wie Kürbis in den Fokus, da Kalium die natriumbedingte Gefäßsteifigkeit mildert. Schwedische Herzspezialisten plädieren für eine pflanzenbasierte Kost mit Vollkorn, Hülsenfrüchten und guten Fetten – ein Ansatz, der die Zahl der Herz-Kreislauf-Neuerkrankungen bis 2075 um fast 20.000 senken könnte.
Die geplante Zuckersteuer markiert einen regulatorischen Schritt; der Erfolg hängt von begleitender Aufklärung ab. Schon jetzt bleibt die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln groß: In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch mit rund 112 Gramm Zucker am Tag mehr als doppelt so hoch wie die WHO-Empfehlung von 50 Gramm. Bis zur Einführung der Abgabe 2028 wird zu beobachten sein, wie Industrie und Verbraucher auf die Preisanreize reagieren.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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German media highlight the planned sugar tax on soft drinks from 2028 as a necessary public health measure, citing studies that link liquid sugar to cardiovascular diseases, nerve damage, and liver problems. They present the tax as a justified step to curb consumption of what they call the most dangerous sugar source. The coverage blends expert warnings with scientific evidence to support the policy.
Russian outlets warn about the dangers of hidden sugar in everyday products, emphasizing the risk of stroke and heart disease from sugary drinks. The coverage focuses on individual health responsibility rather than policy, with a cardiologist urging caution. There is no mention of Germany's tax, framing the issue as a universal dietary threat.
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