
Ausschreitungen bei Anti-G7-Protest in Genf: Tesla in Flammen, Tränengas gegen maskierte Gruppen
Am Vorabend des G7-Gipfels im französischen Évian eskalierte in Genf ein von tausenden Demonstranten getragener Protestzug; die Polizei setzte Tränengas ein, Geschäfte und Banken wurden beschädigt.
In Genf sind am Sonntag tausende Gegner des G7-Gipfels auf die Straße gegangen, wobei es zu erheblichen Ausschreitungen kam. Maskierte Gruppen setzten ein Tesla-Fahrzeug in Brand, zertrümmerten Fensterscheiben von Bankfilialen und warfen Steine sowie Feuerwerkskörper auf Polizisten. Die Polizei antwortete mit Tränengas, um die Menge auseinanderzutreiben.
Die Kundgebung, zu der ein breites Bündnis aus linken, feministischen, umweltpolitischen und propalästinensischen Gruppen unter dem Motto «No G7» aufgerufen hatte, verlief zunächst friedlich. Im Laufe des Nachmittags eskalierte die Lage jedoch, als sich kleinere Gruppen vermummter Aktivisten vom Hauptzug lösten und gezielt Symbole von Kapitalismus und Multilateralismus angriffen. Neben dem Tesla, der auf den Tech-Milliardär Elon Musk abzielte, wurden auch Fenster der Internationalen Fernmeldeunion der Vereinten Nationen sowie der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers zerstört.
Die Schweizer Behörden waren auf derartige Szenen vorbereitet. Mehr als 4000 Polizisten und zusätzlich Armeeangehörige waren im Einsatz, um eine Wiederholung der schweren Unruhen von 2003 zu verhindern, als am Rande des damaligen G8-Gipfels in Évian in Genf Millionenschäden entstanden. Viele Geschäfte, darunter Luxusboutiquen von Cartier und Dior, hatten ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert. Die Demonstrationsroute war strikt vorgegeben, um die Innenstadt zu schützen. Trotz dieser Vorkehrungen gelang es den Randalierern, in zentrale Bereiche vorzudringen.
Der Protest richtete sich gegen die Konzentration politischer und wirtschaftlicher Macht in den Händen der sieben führenden Industrienationen. Die Präsenz von US-Präsident Donald Trump, der für seine polarisierende Politik bekannt ist, verlieh der Mobilisierung zusätzlichen Schub. Aus europäischer Sicht spiegeln die Krawalle auch ein tieferes Unbehagen gegenüber globalen Eliten wider, das sich seit der Finanzkrise 2008 immer wieder in Protesten gegen internationale Gipfeltreffen entlädt. Zugleich stellen sie die Schweizer Autoritäten vor die bleibende Herausforderung, das Recht auf freie Meinungsäußerung mit der Sicherheit in einem internationalen Zentrum wie Genf in Einklang zu bringen.
Während die Aufräumarbeiten in Genf begannen, richtet sich der Blick nun auf den am Montag beginnenden Gipfel selbst. Die Sicherheitsvorkehrungen in Évian-les-Bains sind extrem, doch die Bilder brennender Autos und zertrümmerter Glasfassaden werden die Debatte über Legitimität und Auswirkungen solcher Gipfeltreffen erneut befeuern. Für die Veranstalter besteht die Hoffnung, dass der Gipfel trotz des Protests inhaltliche Fortschritte erzielt – doch der optische Schatten Genfs wird über den Beratungen liegen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine massive Anti-G7-Demonstration in Genf eskalierte in gewalttätiges Chaos, als vermummte Demonstranten einen Tesla in Brand setzten, Fenster eines UN-Büros einschlugen und Steine auf die Polizei warfen, die mit Tränengas antwortete. Die Unruhen, angetrieben von antikapitalistischer und Anti-Trump-Stimmung, überschatteten den Vorabend des Gipfels im nahen Évian, wo die Staatschefs über Iran und die Ukraine beraten sollten. Die Behörden stellten sich auf weitere Zusammenstöße ein, während das G7-Treffen unter Hochspannung begann.
Tausende marschierten in Genf gegen den G7-Gipfel, zunächst in festlicher Atmosphäre mit Gesang, Tanz und Transparenten, die Imperialismus anprangerten und Palästina unterstützten. Später kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, als einige Demonstranten Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei warfen, die mit Tränengas antwortete, während ein Tesla in Brand gesetzt und UN-Fenster eingeschlagen wurden. Trotz der Unruhen betonten die Organisatoren die friedlichen Absichten des breiten Bündnisses aus feministischen, friedensbewegten und pro-palästinensischen Gruppen.
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